Eine Influencer-Briefing-Vorlage ist ein Dokument mit festen Feldern, das ein Creator zu jeder Kooperation bekommt: Was soll entstehen, bis wann, für welche Kanäle, wer gibt frei? Mit einer Vorlage fragen Creator seltener nach, und du vergisst keine Angabe.
Unten findest du eine Vorlage zum Kopieren mit zehn Feldern, ein ausgefülltes Beispiel, eine Checkliste für den Versand und die Fehler, an denen Briefings scheitern. Rechtliches gehört in den Vertrag, nicht ins Briefing. Das klärst du mit deiner Kanzlei.
Influencer-Briefing-Vorlage zum Kopieren: zehn Felder
Kopiere den Text, ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern und lösche, was für die Kooperation nicht gilt:
1. Kampagne in einem Satz: [Marke, Produkt oder Thema, Anlass]
2. Ziel: [Was soll der Beitrag bewirken? Zum Beispiel: Produkt bekannt machen, Anmeldungen, Reichweite zur Aktion]
3. Leistung: [Anzahl und Format, zum Beispiel 1 Video, Länge, 3 Stories, Plattform]
4. Das muss rein: [Botschaft, Produktname, Hinweis oder Link, Aktionscode, die zwei bis drei wichtigsten Aussagen]
5. Das muss raus: [Aussagen, Wettbewerber, Themen oder Bilder, die die Marke nicht möchte]
6. Ton und Stil: [Wie klingt es? Was ist dem Creator überlassen?]
7. Zeitplan: [Entwurf bis, Rückmeldung der Marke bis, Korrektur bis, Posting am]
8. Freigabe: [Wer gibt frei? Wie viele Korrekturschleifen sind vereinbart?]
9. Material und Zugang: [Produkt, Bilder, Logos, Musik, Links, Ansprechperson für Rückfragen]
10. Nutzung und Vergütung: [Wo darf die Marke den Beitrag nutzen und wie lange? Honorar, Zahlungsziel. Maßgeblich ist der Vertrag]
Feld 10 ist nur eine Erinnerung. Die genauen Regeln stehen im Vertrag, Formulierungen dazu klärst du mit deiner Kanzlei.

Warum genau diese zehn Felder?
Jedes Feld verhindert eine typische Rückfrage. Feld 3 beantwortet „Wie lang soll das Video sein?“, Feld 7 „Bis wann?“, Feld 8 „Wer sagt am Ende Ja?“. Wenn du ein Feld oft leer lässt, streiche es für diesen Fall. Wenn Creator wiederholt dieselbe Frage stellen, ergänze ein Feld.
Ein ausgefülltes Beispiel
Die Daten sind erfunden. Studio Nordlicht briefet die Creatorin Mara Linden für die Marke Lunava:
1. Kampagne in einem Satz: Lunava startet im November eine Winterserie Handschuhe und Mützen.
2. Ziel: Die Serie bekannt machen und Besucher auf die Aktionsseite bringen.
3. Leistung: 1 Video (30 bis 45 Sekunden, Hochformat), 3 Stories mit Link.
4. Das muss rein: Produktname „Lunava Frost“, drei Farben sichtbar, Aktionscode MARA10, Hinweis auf Lieferung in 3 Tagen.
5. Das muss raus: keine Preisvergleiche, keine anderen Wintermarken im Bild.
6. Ton und Stil: locker, in deinem üblichen Stil, kein Werbetext vorlesen.
7. Zeitplan: Entwurf bis 03.11., Rückmeldung der Marke bis 06.11., Korrektur bis 08.11., Posting am 12.11. um 18:00 Uhr.
8. Freigabe: Frau Sander (Lunava) gibt frei. Zwei Korrekturschleifen sind vereinbart.
9. Material und Zugang: Paket mit drei Farben kommt bis 28.10. Logos und Bilder im Link. Rückfragen an Alex Nord.
10. Nutzung und Vergütung: wie im Vertrag vom 20.10.
Das Beispiel passt auf eine Seite. Auffällig ist Feld 4: Es nennt nur, was die Marke braucht. Alles andere überlässt es dem Creator.
Briefing-Checkliste: bevor du es verschickst
Das Briefing der Marke in ein Creator-Briefing übersetzen
Marken schicken oft ein langes Dokument mit Strategie, Zielgruppenanalyse und Markenregeln. Leite es nicht unverändert weiter. Creator brauchen die Teile, die sie umsetzen müssen, und eine klare Reihenfolge.
| Im Dokument der Marke | Was du daraus machst |
|---|---|
| Markenstrategie auf zehn Seiten | ein Satz zur Kampagne (Feld 1) |
| Zielgruppenbeschreibung | ein Satz zum Ziel (Feld 2), nur wenn er den Inhalt beeinflusst |
| Liste von Dos und Don'ts | Feld 4 und 5, jeweils höchstens fünf Punkte |
| Interne Abstimmungsstufen der Marke | Feld 8: eine Person, eine Frist |
| Budget und Kennzahlen der Marke | weglassen |
Wenn die Marke unscharf ist, klär offene Fragen vor dem Versand. Ein Creator, der Unklarheiten umsetzt, produziert zwei Fassungen statt einer.
Muss-Inhalte und Freiheit trennen
Creator sind gebucht, weil ihr Publikum ihnen folgt. Ein Skript, das ihren Ton überschreibt, schadet allen. Schreibe in Feld 6 ausdrücklich, was der Creator frei gestalten darf, etwa Einstieg und Reihenfolge, und halte in Feld 4 nur das fest, was die Marke braucht.
Das Briefing besprechen: 15 Minuten, die Korrekturen sparen
Schick das Briefing nicht kommentarlos. Ein kurzes Gespräch oder eine Nachricht mit zwei Fragen genügt: „Ist alles klar?“ und „Was fehlt dir?“. Bei neuen Creatorn oder komplexen Kooperationen lohnt sich ein Gespräch.
Eine Nachricht beim Versand könnte so aussehen:
Hallo Mara, anbei das Briefing zu Lunava. Das Wichtigste: Entwurf bis 03.11., Posting am 12.11. Bitte schau, ob dir Zeitplan und Leistung passen. Wenn dir etwas fehlt, antworte mir bis Freitag. Dann gebe ich es der Marke weiter. Alex
Mit dem Datum für die Rückfrage bekommst du die Antwort, bevor der Zeitplan eng wird.
Rückfragen zur Verbesserung der Vorlage nutzen
Sammle jede Rückfrage eines Creators in einer Liste, mit Datum und Kooperation. Nach einem Quartal siehst du, welche Frage sich wiederholt. Kommt dreimal „Darf ich die Musik selbst wählen?“, fehlt ein Satz in Feld 6. Kommt „Wann geht das Produkt raus?“, gehört das Lieferdatum in Feld 9. So wird die Vorlage mit jeder Kooperation besser, und aus Rückfragen werden Felder.
Briefing je Format: was sich ändert
Die zehn Felder bleiben, die Gewichtung wechselt:
| Fall | Worauf du achtest |
|---|---|
| Einzelnes Video | Feld 3 und 4 sehr genau, Länge und Format, Muss-Inhalte |
| Stories-Serie | Feld 7: Reihenfolge und Tage, Feld 9: Links |
| Monatsdeal | Feld 3 und 7 je Monat, ein Themenplan statt eines Einzelbriefings |
| Mehrere Creator, eine Kampagne | gleiche Muss-Inhalte, aber Feld 6 je Creator verschieden |
Bei Monatsdeals schreibst du ein Rahmenbriefing für den Zeitraum und ein kurzes Briefing je Beitrag. So bleibt jeder Beitrag nachvollziehbar.
Typische Fehler in Briefings
Zu viel Text
Fünf Seiten liest niemand. Wenn es länger wird, sind es zwei Dokumente: ein Briefing und Hintergrund.
Muss und Kann vermischt
Wenn alles wichtig ist, ist nichts wichtig. Trenne in „muss rein“ und „darf frei gestaltet werden“.
Unklare Freigabe
„Die Marke schaut drüber“ ist keine Freigabe. Nenne eine Person und eine Frist.
Briefing ändert sich nach dem Start
Neue Wünsche mitten in der Produktion kosten Korrekturschleifen. Halte Änderungen schriftlich fest und sage, ob sie in den Vertrag fallen.
Das Briefing steht nur in einer Mail
Mails gehen unter. Lege das Briefing an die Kooperation, damit auch die Vertretung es findet. Wie die Schritte einer Kooperation zusammenhängen, steht im Ratgeber zum Influencer Management Ablauf.
Wann ein Dokument reicht und wann ein System sinnvoll wird
Bis zu etwa fünf Kooperationen gleichzeitig reicht die Vorlage als Textdokument, abgelegt in einem gemeinsamen Ordner. Schwierig wird es, wenn Briefings in verschiedenen Fassungen kursieren, wenn Creator nicht wissen, welche gilt, oder wenn Fristen und Korrekturen nicht am Briefing hängen. Dann hilft ein Ort, an dem Briefing, Entwurf und Freigabe zusammenhängen.
So bildet CreatorOffice Briefings und Freigaben ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation. Für Briefings sind diese Funktionen belegt:
- Strukturierte Briefings je Kooperation oder je Beitrag.
- Fristen je Beitrag, im gemeinsamen Kalender für Team und Creator, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag einer Frist per Mail.
- Creator-Portal: Creator sehen ihre Briefings, Fristen, Verträge und ihren Anteil. Das gibt es in jedem Tarif.
- Content-Ablage mit Video: Creator laden Entwürfe hoch, das Team kommentiert, gibt frei oder fordert Korrekturen an. CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
- Freigabe durch die Marke per Link, mit Video. Ab Tarif Team.
- Chat mit Creatorn direkt an der Kooperation.

Welche Felder dein Briefing hat, bestimmst du selbst. Mehr dazu findest du auf der Seite Influencer-Kooperationen verwalten. Die Tarife zeigen, was in welchem Tarif steckt.
Häufige Fragen
Was gehört in ein Influencer-Briefing?
Kampagne und Ziel, Leistung mit Format und Länge, Muss-Inhalte und Tabus, Ton, Zeitplan, Freigabe, Material und Ansprechperson sowie ein Verweis auf Nutzung und Vergütung im Vertrag. Zehn Felder genügen.
Wie lang sollte ein Briefing sein?
Eine Seite. Wenn mehr nötig ist, trenne Briefing und Hintergrundinformationen. Das Briefing sagt, was zu tun ist, der Hintergrund erklärt, warum.
Wie unterscheidet sich ein Briefing von einem Vertrag?
Das Briefing beschreibt die Aufgabe, der Vertrag regelt Rechte und Leistungen. Rechtliches gehört nicht ins Briefing. Was im Vertrag stehen muss, klärst du mit deiner Kanzlei.
Wer schreibt das Briefing, die Marke oder die Agentur?
Die Marke liefert Ziele und Rahmen, die Agentur macht daraus ein Briefing für den Creator. So bleibt es kurz und umsetzbar. Die Marke sollte es vor dem Versand ansehen.
Wie viele Korrekturschleifen gehören ins Briefing?
Die Zahl, die im Vertrag steht, mit dem Hinweis, was jede weitere kostet. Das Briefing nennt sie nur, damit der Creator sie kennt.
Brauche ich ein Briefing für jeden Beitrag?
Bei Einzelkampagnen genügt ein Briefing. Bei Monatsdeals schreibst du ein Rahmenbriefing und je Beitrag ein kurzes Briefing mit Thema und Frist.
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