Influencer-Reporting ist der Bericht, den eine Agentur nach einer Kampagne an die Marke schickt: Was wurde geliefert, was hat es gebracht, was folgt daraus? Ein guter Kampagnenbericht passt auf wenige Seiten, nennt Zahlen mit ihrer Quelle und endet mit einer Empfehlung.
Marken lesen Berichte, um zu entscheiden, ob es weitergeht. Dieser Artikel zeigt, was hineingehört, wie du Kennzahlen von den Creatorn rechtzeitig bekommst, und gibt dir eine Vorlage zum Kopieren, ein Rechenbeispiel und eine Checkliste für den Versand.
Influencer-Reporting: die sechs Bausteine eines Kampagnenberichts
Marken wollen keine Datensammlung, sondern Antworten. Jeder Baustein beantwortet eine Frage:
| Baustein | Frage der Marke | Inhalt |
|---|---|---|
| 1. Zusammenfassung | Wie lief es insgesamt? | drei bis fünf Sätze, die wichtigsten Zahlen |
| 2. Leistung | Wurde geliefert, was vereinbart war? | Soll und Ist: Formate, Termine, Plattformen |
| 3. Kennzahlen | Was hat es erreicht? | Aufrufe, Reichweite, Interaktionen, Klicks je Beitrag |
| 4. Belege | Stimmen die Zahlen? | Screenshots, Links zu den Beiträgen, Datum der Erhebung |
| 5. Einordnung | Ist das gut? | Vergleich mit Ziel oder früherer Kampagne, Erklärung von Ausreißern |
| 6. Empfehlung | Was machen wir jetzt? | zwei bis drei konkrete nächste Schritte |
Die Reihenfolge ist Absicht. Wer nur die ersten Seiten liest, soll das Ergebnis kennen. Wer tiefer geht, findet Belege.

Kennzahlen sammeln: wer liefert was bis wann
Die Zahlen liegen bei den Creatorn, nicht bei dir. Wenn du sie erst beim Bericht erfragst, fehlt die Hälfte. Vereinbare deshalb schon im Briefing, welche Werte der Creator nach dem Posting meldet.
| Kennzahl | Was sie sagt | Wann erheben |
|---|---|---|
| Aufrufe oder Impressionen | Wie oft wurde der Beitrag gesehen? | zwei Tage und sieben Tage nach Posting |
| Reichweite | Wie viele verschiedene Personen haben ihn gesehen? | sieben Tage nach Posting |
| Interaktionen | Likes, Kommentare, Speicherungen, Weiterleitungen | sieben Tage nach Posting |
| Klicks | Wie oft wurde der Link angeklickt? | sieben Tage nach Posting, wenn es einen Link gibt |
Frage nach Screenshots der Auswertung, nicht nur nach Zahlen, damit du sie belegen kannst. Eine Nachricht an den Creator kann so lauten:
Hallo Mara, dein Video zu Lunava ist online, danke! Schick mir bitte bis zum 14.11. Screenshots der Auswertung: Aufrufe, Reichweite, Interaktionen und Klicks auf den Link. Wichtig ist, dass man Datum und Beitrag erkennt. Dann schreibe ich den Bericht für die Marke. Alex
Plattformen unterscheiden sich in dem, was sie anzeigen. Passe die Liste an und schreibe in den Bericht, welche Zahl aus welcher Quelle stammt. Wie Engagement gerechnet wird, erklärt der Rechner für die Engagement Rate.
Vorlage: Kampagnenbericht zum Kopieren
Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern. Die Beispieldaten darunter sind erfunden.
Kampagnenbericht: [Marke], [Kampagne], [Zeitraum]
1. Zusammenfassung: [Drei bis fünf Sätze: Was wurde umgesetzt, was waren die wichtigsten Ergebnisse, wie ordnen wir sie ein?]
2. Leistung (Soll und Ist): [Tabelle: vereinbarte Beiträge, Termine, gelieferte Beiträge, Abweichungen]
3. Kennzahlen je Beitrag: [Tabelle: Aufrufe, Reichweite, Interaktionen, Klicks, Stand der Erhebung]
4. Belege: [Links zu den Beiträgen, Screenshots mit Datum]
5. Einordnung: [Vergleich mit dem Ziel oder früheren Kampagnen, Erklärung von Ausreißern]
6. Empfehlung: [Zwei bis drei Schritte mit Datum]
Ausgefüllt: ein Beispiel
Studio Nordlicht berichtet an die Marke Lunava über die Winterkampagne mit Mara Linden. Zahlen frei gewählt:
| Beitrag | Soll | Ist | Aufrufe | Interaktionen | Klicks |
|---|---|---|---|---|---|
| Video | 1 | 1 (12.11.) | 36.000 | 1.620 | 720 |
| Stories | 3 | 3 (12. bis 14.11.) | 12.000 | 540 | 240 |
| Summe | 4 | 4 | 48.000 | 2.160 | 960 |
Das Ziel lautete 40.000 Aufrufe. Erreicht wurden 48.000.
Rechenbeispiel: Ergebnisse einordnen
Die Zahlen aus der Tabelle werden erst durch Vergleiche zu Aussagen. Rechne drei Dinge und nenne jeweils die Quelle:
- Ziel gegen Ergebnis: 48.000 Aufrufe gegen 40.000 Ziel, das sind 8.000 mehr, also 20 % über Ziel (48.000 geteilt durch 40.000 ergibt 1,2).
- Interaktionsrate: 2.160 Interaktionen geteilt durch 48.000 Aufrufe ergeben 4,5 %.
- Klickrate: 960 Klicks geteilt durch 48.000 Aufrufe ergeben 2,0 %.
Dazu der Preis: Bei einem Budget von 4.500 € kostet jeder tausendste Aufruf 4.500 € geteilt durch 48 (Tausender) gleich 93,75 €. Das ist ein Rechenweg mit frei gewählten Zahlen, kein Maßstab. Eine einzelne Kampagne sagt wenig über „gut“ oder „schlecht“. Erst der Vergleich mit dem Ziel oder der letzten Kampagne zeigt, wohin es geht. Mehr zum Preis je tausend Aufrufe findest du im Rechner für den TKP.
Formuliere die Einordnung ehrlich: „Das Video lag mit 36.000 Aufrufen über dem Ziel. Die Stories haben mit 12.000 Aufrufen weniger Klicks pro Aufruf gebracht als das Video. Wir empfehlen, den Link künftig im Video zu setzen.“ Das ist eine Aussage mit Zahl und Folge.
Wenn die Zahlen schwach sind
Nicht jede Kampagne trifft das Ziel. Verstecke das nicht, sondern erkläre es. Drei Fragen helfen:
- Lag es an der Umsetzung? Zeitpunkt, Format, Einstieg des Videos.
- Lag es an der Passung? War die Zielgruppe des Creators richtig?
- Lag es an der Erwartung? War das Ziel realistisch gesetzt?
Ein ehrlicher Bericht schafft Vertrauen, auch wenn das Ergebnis nicht glänzt. Schreibe zu jedem Befund einen Vorschlag: anderes Format, anderer Creator, anderer Zeitpunkt. Und bleibe vorsichtig mit Schlüssen: Bei einem einzelnen Beitrag zeigt eine Zahl nur eine Momentaufnahme.
Der Zeitplan für den Bericht
Plane den Bericht beim Start der Kampagne, nicht danach:
- Tag 0: Posting. Creator weiß, welche Screenshots fehlen.
- Tag 2: erste Zahlen sammeln. Falls etwas fehlt, früh erfragen.
- Tag 7: Endzahlen erheben, Screenshots ablegen.
- Tag 9: Entwurf schreiben, Einordnung ergänzen, intern prüfen.
- Tag 10: Bericht an die Marke.
- Tag 14: kurzes Gespräch über Ergebnis und nächste Schritte.
Bei Monatsdeals schickst du einen kurzen Zwischenbericht je Monat und einen Abschlussbericht. Die Tage sind ein Vorschlag, passe sie an deine Plattformen und Kampagnen an.
Checkliste vor dem Versand
Typische Fehler im Reporting
Zahlen ohne Quelle
Wer nicht sagt, woher eine Zahl stammt, lädt zum Zweifeln ein. Nenne Plattform, Datum und Beleg.
Zu viele Kennzahlen
Zehn Werte in einer Tabelle verwirren. Wähle die drei, die zum Ziel der Kampagne passen.
Der Bericht kommt zu spät
Nach vier Wochen interessiert er niemanden mehr. Lege den Termin im Voraus fest und sag ihn der Marke.
Nur Erfolge
Ein Bericht ohne Schwächen wirkt geschönt. Zeige beides, mit Folgerung.
Daten liegen verstreut
Screenshots im Chat, Zahlen in Mails, Links in Notizen: Der Bericht dauert deutlich länger. Lege alles an die Kooperation. Wie sie aufgebaut ist, beschreibt die Seite Influencer-Kooperationen verwalten.
Wann eine Präsentation reicht
Für wenige Kampagnen im Jahr genügt ein Foliensatz oder Dokument, das du aus der Vorlage kopierst. Mit mehr Kampagnen wird das Zusammensuchen der Daten zum Problem, besonders wenn mehrere Personen Zahlen sammeln. Dann lohnt sich ein Ort, an dem Kennzahlen, Belege und Bericht an der Kooperation hängen.
So bildet CreatorOffice das Reporting ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation. Für den Bericht sind diese Funktionen belegt:
- Kennzahlen von Hand: Du trägst Kennzahlen je Plattform mit Stand selbst ein. Eine Anbindung an TikTok oder YouTube gibt es nicht.
- Bericht für die Marke aus Kennzahlen und Screenshots, im Browser und als PDF.
- Creator melden Beiträge mit Link und Datum.
- Fristen und Kalender: Posting-Termine stehen im gemeinsamen Kalender, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag einer Frist.
- Chat mit Creatorn direkt an der Kooperation, zum Beispiel für die Bitte um Screenshots.
- Freigabe durch die Marke per Link, mit Video. Ab Tarif Team.
Welche Kennzahlen du berichtest und wie du sie einordnest, entscheidest du. CreatorOffice sammelt, was du einträgst, und bereitet es für den Bericht auf. Die Tarife zeigen, welche Funktion in welchem Tarif steckt.
Häufige Fragen
Was gehört in einen Kampagnenbericht?
Eine Zusammenfassung, Soll und Ist der Leistung, Kennzahlen je Beitrag, Belege, eine Einordnung und eine Empfehlung. Die Zusammenfassung steht vorn, der Rest dient als Nachweis.
Welche Kennzahlen sollte ich berichten?
Die, die zum Ziel der Kampagne passen. Geht es um Bekanntheit, sind Aufrufe und Reichweite wichtig. Geht es um Anmeldungen, sind es Klicks. Mehr als drei bis fünf Werte machen den Bericht unübersichtlich.
Wie bekomme ich die Zahlen von den Creatorn?
Vereinbare schon im Briefing, was der Creator bis wann meldet, und frag nach Screenshots mit Datum. Erinnere am Tag nach dem Posting und am Tag, an dem die Endzahlen fällig sind.
Wann schicke ich den Bericht an die Marke?
Sieben bis zehn Tage nach dem letzten Posting sind ein praktischer Rahmen, weil dann Endzahlen vorliegen, die du in Ruhe prüfen kannst. Sag der Marke den Termin schon beim Start der Kampagne.
Wie gehe ich mit schlechten Ergebnissen um?
Nenne sie, erkläre mögliche Gründe und schlage Änderungen vor. Offenheit schafft Vertrauen, und die Marke hört von dir, was du ändern würdest.
Kann ich Kennzahlen automatisch abrufen?
In CreatorOffice trägst du Kennzahlen von Hand ein. TikTok und YouTube sind nicht angebunden. So bleibt jede Zahl nachvollziehbar, du brauchst aber Zeit für die Eingabe.
CreatorOffice kostenlos testen
Wenn du Berichte heute aus Screenshots, Mails und Tabellen zusammenbaust, probiere den Weg über die Kooperation aus. Teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos im Tarif deiner Wahl.


