Ein UGC-Follow-up ist die Nachfrage, wenn eine Marke auf dein Anschreiben nicht geantwortet hat. Du schickst sie nach einem festen Abstand, mit etwas Neuem darin, und nach der zweiten Nachfrage hakst du die Marke ab. Das ist höflicher und wirksamer als drei Erinnerungen mit demselben Satz.
Die meisten Nachrichten an Marken bleiben unbeantwortet. Das heißt selten Nein. Oft ging die Mail einfach unter. Dieser Ratgeber gibt dir einen Zeitplan mit zwei Nachfragen, drei Vorlagen, eine Liste für deine Akquise und Formulierungen, die freundlich bleiben.
UGC-Follow-up: der Zeitplan mit zwei Nachfragen
Es gibt keine Zahl, die für alle Marken stimmt. Du brauchst deshalb eigene Abstände, die du für jede Marke gleich anwendest. Die Tage in diesem Beispiel sind frei gewählt:
| Tag | Was du tust | Was neu ist |
|---|---|---|
| Tag 0 | Erste Nachricht mit einer Arbeitsprobe | Dein Angebot in einem Satz |
| Tag 7 | Erste Nachfrage | Eine zweite Arbeitsprobe oder eine konkrete Idee |
| Tag 17 | Letzte Nachfrage | Vorschlag für ein kurzes Gespräch |
| danach | Abhaken und in die Liste eintragen | der Stand „keine Antwort“ |
| Tag 90 | Neuer Anlass | neue Idee oder neues Video |
Warum nach der zweiten Nachfrage Schluss ist: Jede weitere Nachricht ohne neuen Inhalt wirkt schnell wie Druck. Außerdem bindest du Zeit, die du in Marken stecken kannst, die auf dich reagieren. Wer nach 17 Tagen noch schweigt, hat im Moment wohl keinen Bedarf oder keine Zeit. Beides ändert sich, und deshalb gibt es den Eintrag für Tag 90.

Jede Nachfrage braucht etwas Neues
„Ich wollte nur kurz nachfragen, ob meine Nachricht angekommen ist“ gibt der Marke keinen Grund zu antworten. Besser ist eine Nachfrage, die einen eigenen Nutzen hat. Vier Zutaten funktionieren:
- Eine frische Idee: Du nennst eine konkrete Videoidee für ein Produkt der Marke.
- Eine passende Arbeitsprobe: Du hängst ein Video an, das zur Produktkategorie passt.
- Ein aktueller Anlass: Die Marke hat ein neues Produkt oder eine neue Aktion. Du beziehst dich darauf.
- Ein kleiner nächster Schritt: Du schlägst ein kurzes Gespräch vor und nennst zwei Termine.
Eine Nachfrage ohne mindestens eine dieser Zutaten schickst du nicht ab.
Drei Vorlagen zum Anpassen
Vorlage 1: erste Nachfrage (etwa nach einer Woche)
Hallo [Name],
vor einer Woche habe ich euch geschrieben, vielleicht ging meine Nachricht unter. Inzwischen habe ich ein Video gedreht, das zu eurem neuen [Produkt] passt: [Link]. Wäre ein Format wie dieses etwas für eure Produktseite?
Viele Grüße [Name]
Vorlage 2: letzte Nachfrage
Hallo [Name],
ich melde mich ein letztes Mal zu meiner Anfrage. Falls UGC bei euch gerade kein Thema ist, ist das völlig in Ordnung. Mein Portfolio findet ihr hier: [Link]. Ich wünsche euch viel Erfolg mit [Aktion oder Produkt].
Viele Grüße [Name]
Vorlage 3: Bitte um ein kurzes Gespräch
Hallo [Name],
gern erkläre ich in 15 Minuten, wie ich Videos für Marken wie eure produziere und was ich dafür bräuchte. Passt euch Dienstag um 10 Uhr oder Donnerstag um 14 Uhr? Sonst nennt mir gern einen anderen Termin.
Viele Grüße [Name]
Den Kanal beim Nachfassen beibehalten
Frag nach auf dem Weg, auf dem du zuerst geschrieben hast. Ein Wechsel kann sinnvoll sein, muss aber begründet sein:
- E-Mail: Antworte in demselben Verlauf, damit die erste Nachricht und deine Arbeitsprobe darunter stehen. Der Betreff bleibt gleich.
- Kontaktformular: Hier kannst du kaum nachfassen, ohne ein zweites Formular abzuschicken. Suche stattdessen eine Ansprechperson und schreib ihr einen Satz mit Bezug zum ersten Kontakt.
- Direktnachricht: Halte die Nachfrage kürzer als die erste Nachricht. Zwei Sätze und ein Link reichen.
Wechselt die Ansprechperson bei der Marke, fang nicht von vorn an. Schreib kurz, worauf du dich beziehst, und hänge die Arbeitsprobe noch einmal an. Wer neu im Thema ist, braucht nicht den ganzen Verlauf, sondern einen Satz und ein Video.
Die Liste für deine Akquise
Wer mehrere Marken anschreibt, verliert ohne Liste schnell den Überblick und schickt zwei Mal dasselbe. Eine einfache Tabelle reicht. Beispiel mit erfundenen Marken:
| Marke | Ansprechperson | Kanal | Gesendet | Antwort | Nächster Schritt | am |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Lunava | Marketing, Frau Roth | 1. Okt. | keine | Erste Nachfrage | 8. Okt. | |
| Velune | Social Media, Herr Kamp | Kontaktformular | 28. Sep. | Interesse | Gespräch vereinbaren | 7. Okt. |
| Avorae | Shop-Team | 15. Sep. | keine | Abhaken, Anlass im Dezember | 15. Dez. |
Schau jeden Montag 20 Minuten in die Liste. Prüf, wo ein Termin ansteht, und schreib nur diese Nachrichten. Vor jeder neuen Marke suchst du den Namen in der Liste, damit niemand doppelt Post bekommt. Wie Agenturen Anfragen und Stände über Wochen nachverfolgen, zeigt der Ratgeber Sales-Pipeline für Influencer-Agenturen. Die Logik lässt sich auf deine Liste übertragen.
Wenn eine Antwort kommt: der nächste Schritt
| Antwort | Dein nächster Schritt |
|---|---|
| Interesse | Frag nach Produkt, Anzahl Videos, Nutzung und Termin, bevor du einen Preis nennst |
| Bitte um Preise | Schick ein Paket mit Umfang statt einer Zahl; die Summe rechnest du vorher im Rechner UGC-Vergütung berechnen |
| Absage | Bedanke dich kurz und frag, ob du in drei Monaten wieder schreiben darfst |
| Keine Antwort nach Tag 17 | Abhaken, Stand eintragen, Anlass für Tag 90 notieren |
Das Anschreiben selbst, also die erste Nachricht, steht im Ratgeber Marken anschreiben für UGC. Geht es um eine offene Rechnung statt um Akquise, hilft dir UGC-Kunde zahlt nicht.
Formulierungen, die du streichst
Der Ton entscheidet, ob eine Marke später antwortet. Diese Sätze klingen nach Vorwurf, auch wenn du es nicht so meinst:
| Streichen | Besser |
|---|---|
| „Leider habe ich noch nichts von euch gehört.“ | „Ich habe inzwischen ein Video gedreht, das zu euch passt.“ |
| „Ihr habt sicher viel zu tun, aber …“ | „Ich fasse mich kurz:“ |
| „Ich muss bis Freitag wissen, ob …“ | „Gern melde ich mich in zwei Wochen wieder.“ |
Mit Management: Deals und Fristen nach der Zusage
Wird aus dem Kontakt ein Auftrag über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, ordnet das Creator-Portal den Rest:
- Deine Deals: je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist
- Briefings: je Kooperation oder je Beitrag
- Kalender: Fristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Nachrichten: Chat direkt an der Kooperation
Anfragen und Angebote an Marken sieht ein Creator im Portal nicht, sie bleiben beim Team. Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Wie oft darf ich bei einer Marke nachfragen?
Lege vorab eine feste Zahl fest. In diesem Ratgeber sind es zwei Nachfragen nach 7 und 17 Tagen, jeweils mit etwas Neuem. Danach hakst du die Marke ab und meldest dich nur mit einem neuen Anlass wieder.
Was schreibe ich, wenn die Marke nicht antwortet?
Keine Erinnerung ohne Inhalt, sondern eine frische Idee, eine passende Arbeitsprobe oder einen Gesprächsvorschlag. Die Vorlagen oben zeigen drei Beispiele zum Anpassen.
Wann gebe ich eine Marke auf?
Nach der letzten geplanten Nachfrage. Trag die Marke mit Datum in deine Liste ein und notiere einen Anlass, mit dem du später wieder schreiben kannst.
Darf ich Marken einfach per E-Mail anschreiben?
Ob Werbe-E-Mails an Firmen erlaubt sind, klärst du mit einer Kanzlei. Unabhängig davon helfen persönliche, kurze Nachrichten an eine passende Ansprechperson mehr als Serienmails.
Kann ich dieselbe Marke später noch einmal anschreiben?
Ja, mit einem neuen Grund: ein neues Video, ein neues Produkt der Marke oder eine Idee, die zu ihrer aktuellen Aktion passt. Dein Eintrag in der Liste zeigt dir, wann du zuletzt geschrieben hast.
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