Die UGC-Lieferzeit legst du fest, indem du erst den Starttermin bestimmst und von dort die Arbeitsschritte zählst. Die Frist beginnt nicht mit der Zusage, sondern wenn Produkt und Skript-Freigabe bei dir sind. Alles, was danach von der Marke abhängt, schreibst du als Bedingung ins Angebot.
Dieser Ratgeber zeigt dir, ab wann deine Frist zählt, wie du rückwärts planst, wie du einen Eilauftrag rechnest und wie die Lieferzeit im Angebot klingt. Die Daten im Beispiel sind frei gewählt.
UGC-Lieferzeit: ab wann die Frist zählt
Eine Anfrage lautet schnell: „Lieferung in einer Woche.“ Ab wann diese Woche läuft, bleibt offen. Du hast drei Startpunkte zur Auswahl:
| Start der Frist | Vorteil | Risiko für dich |
|---|---|---|
| Ab Zusage | Klingt für die Marke einfach | Das Produkt ist vielleicht noch nicht da, du verlierst Tage |
| Ab Produkteingang | Du kannst sofort drehen | Das Skript ist vielleicht noch offen |
| Ab Skript-Freigabe | Du weißt, was gedreht wird | Du brauchst auch das Produkt, sonst kannst du nicht drehen |
Am sichersten ist die Frist ab dem späteren der beiden Ereignisse: Produkt angekommen und Skript freigegeben. Erst wenn beides vorliegt, beginnt der erste Werktag. So kann keine Verzögerung bei der Marke deine Lieferzeit verbrauchen. Das Skript selbst und seine Freigabe sind ein eigenes Thema, das UGC-Skript-Freigabe behandelt.
Rückwärts planen: von der Endfassung zum Dreh
Wer von vorn rechnet, wird zu optimistisch. Rechne deshalb vom Liefertermin rückwärts. Ein Beispiel mit frei gewählten Daten: Die Creatorin Svea Holm dreht für die Marke Avorae ein Video über eine Reisetasche. Sie plant 5 Werktage von der Skript-Freigabe bis zur ersten Fassung:
| Termin | Schritt | Wer ist am Zug |
|---|---|---|
| Mo 12. Okt. | Produkt da | Marke, dann du |
| Mi 14. Okt. | Skript frei, ab hier zählt die Frist | Marke |
| Fr 16. Okt. | Dreh | du |
| Mo 19. und Di 20. Okt. | Sichtung und Schnitt | du |
| Mi 21. Okt. | Erste Fassung, 5 Werktage ab Freigabe | du |
| Fr 23. Okt. | Feedback der Marke, gebündelt in einer Runde | Marke |
| Di 27. Okt. | Endfassung, 2 Werktage nach dem Feedback | du |
Du siehst: Die Hälfte der Termine hängt an der Marke. Ein Teil dieser Wartezeit ist Puffer. Zähle deshalb bei jedem Schritt, wer am Zug ist, und plane für Marken-Schritte mindestens einen Werktag mehr ein, als du gern hättest.

Wie du Wartezeiten und Abhängigkeiten bei größeren Aufträgen planst, zeigt der Ratgeber Influencer-Kampagne planen. Wie viele Stunden die einzelnen Schritte bei dir brauchen, findest du mit dem Ratgeber UGC-Zeitaufwand pro Video heraus.
Eilzuschlag als Rechenweg
Will die Marke das Video in der halben Zeit, kostet das dich etwas: Du musst andere Arbeit verschieben und abends arbeiten. Das darf in den Preis. Der Rechenweg hat zwei Teile.
Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Das Paket kostet 450 € (10 Stunden zu 45 €). Avorae möchte die erste Fassung nach 2 statt nach 5 Werktagen. Svea muss dafür Arbeit eines anderen Auftrags verschieben und 3 Stunden abends arbeiten.
| Posten | Rechnung | Betrag |
|---|---|---|
| Verschobene andere Arbeit | 20 % von 450 € | 90 € |
| Abendstunden | 3 × 45 € × 50 % | 67,50 € |
| Eilzuschlag | 90 € + 67,50 € | 157,50 € |
| Neuer Preis | 450 € + 157,50 € | 607,50 € |
Die Prozentsätze sind frei gewählt. Deine eigenen legst du so fest, dass der Eilauftrag für dich nicht zur Draufzahlung wird. Nenne den Zuschlag als eigenen Posten, nicht versteckt im Gesamtpreis. Dann kann die Marke entscheiden, ob ihr die Eile das wert ist, und du musst nichts begründen.
Für die Grundsumme eines Pakets hilft der Rechner UGC-Vergütung berechnen; er rechnet im Browser und gibt keinen Preis vor.
So steht die Lieferzeit im Angebot
Ein Satz wie „Lieferung in 5 Werktagen“ reicht nicht. Schreib Start, Zahl und Bedingungen hinein:
Lieferzeit: Die erste Fassung liefere ich 5 Werktage nach dem Tag, an dem das Produkt bei mir eingegangen und das Skript freigegeben ist. Bei Freigabe am 14. Oktober ist das der 21. Oktober. Eine Korrekturrunde setze ich innerhalb von 2 Werktagen nach eurem gebündelten Feedback um. Verzögern sich Produkt, Freigabe oder Feedback, verschiebt sich die Lieferung um die gleiche Zahl von Werktagen.
Checkliste für den Lieferzeit-Satz:
Mehrere Videos: eine Frist oder Teillieferungen?
Bei einem Paket mit mehreren Videos hast du zwei Möglichkeiten. Du nennst eine Frist für alles, oder du lieferst in Teilen. Teillieferungen lohnen sich, wenn die Marke ein Video früher braucht, etwa für einen Anzeigentest. Im Beispiel liefert Svea das erste Video am 21. Oktober und das zweite am 28. Oktober.
Schreib dann zu jedem Teil ein eigenes Datum und einen eigenen Startpunkt. Zählt für das zweite Video erst die Freigabe seines Skripts, dann steht es so im Angebot. Sonst gilt am Ende nur das Datum des letzten Videos, und alle Beteiligten rechnen anders. Die Dateien der Lieferung benennst du so, dass die Reihenfolge klar bleibt; dazu mehr im Ratgeber UGC-Videos liefern.
Wenn das Produkt später ankommt
Der häufigste Fall: Das Paket hängt beim Versand fest. Schreib der Marke am Tag, an dem du es merkst, nicht kurz vor dem Termin:
Hallo [Name], das Produkt ist bei mir noch nicht angekommen. Wie in meinem Angebot beschrieben, startet die Lieferzeit mit dem Eingang. Sobald es da ist, melde ich mich mit dem neuen Datum. Könnt ihr bitte die Sendungsnummer prüfen?
Musst du selbst einen Termin verschieben, erfährst du im Ratgeber UGC-Deadline verschieben, wie du früh Bescheid gibst und einen neuen Termin vorschlägst. Welche Folgen eine verpasste Frist hat, klärst du mit einer Kanzlei.
Mit Management: Fristen im Creator-Portal
Läuft der Auftrag über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, hast du im Creator-Portal:
- Kalender: Entwurfsfristen, Posting-Termine, Abrechnungen und Zahlungen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Content hochladen: Das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an
- Nachrichten: Chat direkt an der Kooperation, falls sich ein Termin verschiebt
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Wie lang sollte meine UGC-Lieferzeit sein?
Das hängt von deinem Aufwand und deiner Auslastung ab. Es gibt keinen Wert, der für alle passt. Rechne rückwärts: Stunden je Schritt, Wartezeit auf die Marke und ein Puffer. Daraus ergibt sich die Zahl der Werktage.
Ab wann zählt die Lieferfrist?
Am besten ab dem späteren der beiden Ereignisse Produkt angekommen und Skript freigegeben. Schreib das im Angebot, damit Verzögerungen bei der Marke nicht auf deine Frist gehen.
Wie berechne ich einen Eilzuschlag?
Setze die Arbeit an, die du verschieben musst, und die Stunden, die du abends arbeitest. Im Beispiel dieses Ratgebers sind das frei gewählte 90 € plus 67,50 €, zusammen 157,50 €. Nenn den Zuschlag als eigenen Posten.
Soll ich Werktage oder ein Datum nennen?
Beides. Die Zahl der Werktage gilt, wenn sich der Start verschiebt. Das Datum macht die Absprache für beide Seiten greifbar. Schreib: „5 Werktage ab Start, bei Freigabe am 14. Oktober also bis zum 21. Oktober.“
Was ist, wenn die Marke das Feedback verspätet schickt?
Dann verschiebt sich die Endfassung um dieselbe Zahl von Werktagen. Halte das im Angebot fest und erinnere die Marke freundlich an die Frist für das Feedback.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Fristen, Deals, Verträge, Rechnungen und deinen Anteil an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management, wenn Termine bei dir noch in verschiedenen Nachrichten stehen.


