UGC-Pakete erstellen heißt, vorab festzulegen, was eine Marke für welchen Preis bekommt, statt jede Anfrage neu zu kalkulieren. Ein Paket besteht aus festen Bausteinen: Anzahl der Videos, Hook-Versionen, Korrekturschleifen und mehr. Ein Hook ist der Einstieg eines Videos, also die ersten Sekunden, in denen sich entscheidet, ob jemand weiterschaut.
In diesem Ratgeber legst du erst die Bausteine fest und bildest daraus drei Stufen. Dann rechnest du jede Stufe durch und grenzt ab, was nur gegen Aufpreis dazukommt. Dazu bekommst du ein Beispiel mit drei Paketen, einen Angebotstext zum Kopieren und eine Checkliste für die Benennung.
UGC-Pakete erstellen: der Weg in fünf Schritten
Diese Reihenfolge funktioniert, weil jeder Schritt auf dem vorigen aufbaut:
- Bausteine festlegen: Was kannst du liefern, und in welchen Mengen?
- Stufen bilden: Du bündelst die Bausteine zu drei Paketen.
- Durchrechnen: Du setzt Stunden und Nutzung an und prüfst das Ergebnis.
- Zusätze abgrenzen: Du schreibst auf, was nicht enthalten ist.
- Gleich benennen: Jedes Paket heißt überall gleich.

Die Bausteine: Was in ein UGC-Paket gehört
Jeder Baustein bekommt eine Zahl oder eine klare Angabe. Dann kann die Marke Pakete vergleichen, und du weißt später, was vereinbart war.
| Baustein | Das legst du fest |
|---|---|
| Videos | Wie viele Videos, in welcher Länge, für welche Plattform |
| Hook-Versionen | Wie viele andere Einstiege du für dasselbe Video drehst |
| Varianten | Andere Längen, Formate oder Abschlüsse, etwa mit einer anderen Aufforderung am Ende |
| Fotos | Wie viele Bilder, in welchem Format |
| Rohmaterial | Ob und in welchem Umfang du ungeschnittene Clips mitlieferst |
| Korrekturschleifen | Wie viele Runden mit gebündeltem Feedback enthalten sind |
| Lieferzeit | In wie vielen Werktagen nach Briefing und Produkt du lieferst |
Dazu gehört der Umfang der Nutzung als Teil des Angebots: wie lange die Marke das Video einsetzt, auf welchen Kanälen und ob auch in Anzeigen. Das ist ein Preisbaustein. Was Verträge dazu regeln, klärst du mit einer Kanzlei.
UGC-Einzelvideo oder Paket: Wann lohnt was?
Nicht jede Anfrage braucht ein Paket. Diese Regeln helfen dir bei der Entscheidung:
- Die Marke testet dich zum ersten Mal: Biete das kleinste Paket mit einem Video an. Ein Einzelvideo ist dann einfach die erste Stufe.
- Die Marke will Anzeigen testen: Sie braucht mehrere Einstiege und Längen vom selben Video. Hier ist ein Paket mit Hooks und Varianten sinnvoll.
- Die Marke fragt nach Material für mehrere Kanäle: Nimm Fotos und Rohmaterial in die oberste Stufe auf.
- Die Marke will jeden Monat Material: Dann lohnt ein wiederkehrendes Paket. Die Stufen aus diesem Ratgeber sind dafür die Grundlage.
Sobald mehr als ein Baustein über das einzelne Video hinausgeht, fasst du alles zu einem Paket zusammen.
Drei Paketstufen bilden: ein Beispiel von Mara Linden
Mara Linden macht UGC für Pflegeprodukte. Sie bietet drei Pakete an. Die Namen sagen, was drinsteckt:
| Baustein | „Ein Video“ | „Video mit Hooks“ | „Video, Hooks und Material“ |
|---|---|---|---|
| Videos | 1 | 1 | 1 |
| Hook-Versionen | 1 | 3 | 5 |
| Varianten | 0 | 1 (Kurzfassung) | 2 |
| Fotos | 0 | 0 | 5 |
| Rohmaterial | nicht enthalten | nicht enthalten | sortiert übergeben |
| Korrekturschleifen | 1 | 2 | 3 |
| Lieferzeit | 7 Werktage | 7 Werktage | 10 Werktage |
So baust du deine eigenen Stufen:
- Beginne mit der kleinsten Stufe. Sie ist das, was du für eine Marke in jedem Fall lieferst.
- Ergänze pro Stufe das, was Marken am häufigsten nachfragen. Das zeigt dir dein Postfach.
- Halte den Sprung klar. Ändert sich zwischen zwei Stufen fast nichts, versteht niemand den Unterschied.
- Schreib zu jeder Stufe einen Satz. Etwa: „Für Marken, die Hooks im Anzeigentest vergleichen wollen.“
- Verzichte auf eine vierte Stufe. Mehr als drei machen den Vergleich schwerer.
So rechnest du ein Paket durch
Allgemeine Preise gibt es nicht. Du rechnest deshalb von deinem eigenen Aufwand aus. Das Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern.
Schritt 1: Stunden je Baustein schätzen. Mara setzt an:
| Baustein | Aufwand |
|---|---|
| Video mit Skript, Dreh und Schnitt | 4 Stunden |
| jede Hook-Version | 1 Stunde |
| jede Variante | 2 Stunden |
| 5 Fotos | 2 Stunden |
| Rohmaterial sortieren und übergeben | 2 Stunden |
| jede Korrekturschleife | 1 Stunde |
Schritt 2: Stunden je Paket addieren. „Ein Video“: 4 + 1 + 1 = 6 Stunden. „Video mit Hooks“: 4 + 3 + 2 + 2 = 11 Stunden. „Video, Hooks und Material“: 4 + 5 + 4 + 2 + 2 + 3 = 20 Stunden.
Schritt 3: Bündelvorteil prüfen. Entstehen Hooks, Varianten und Fotos im selben Dreh, entfallen doppelter Aufbau und doppeltes Einrichten. Mara schätzt die Ersparnis auf 1 Stunde im mittleren und auf 2 Stunden im größten Paket. Einen Nachlass nur für die Menge gibt sie nicht.
Schritt 4: Mit dem Stundensatz multiplizieren und die Nutzung aufschlagen. Mara rechnet mit 45 € je Stunde und 20 % Aufschlag für 30 Tage Nutzung.
| Paket | Stunden | Ersparnis | Zu rechnen | Betrag | Aufschlag Nutzung | Angebot |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ein Video | 6 | 0 | 6 | 270 € | 54 € | 324 € |
| Video mit Hooks | 11 | 1 | 10 | 450 € | 90 € | 540 € |
| Video, Hooks und Material | 20 | 2 | 18 | 810 € | 162 € | 972 € |
Nachgerechnet: 6 × 45 € = 270 €, 10 × 45 € = 450 €, 18 × 45 € = 810 €. 20 % davon sind 54 €, 90 € und 162 €.
Deine eigenen Stunden erfasst du über einige echte Aufträge hinweg, wie der Ratgeber UGC-Zeitaufwand pro Video zeigt. Die Summe kannst du im Rechner UGC-Vergütung berechnen gegenprüfen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor. Für Preise je Format hilft später der Rate-Card-Rechner.
Was nicht im Paket steckt: Zusätze mit eigenem Preis
Ein Paket bleibt nur dann klar, wenn du aufschreibst, was nicht dazugehört. Diese drei Zusätze kommen am häufigsten vor:
| Zusatz | Wann er greift | So setzt du ihn an (Beispiel mit frei gewählten Zahlen) |
|---|---|---|
| Eilauftrag | Die Marke braucht das Video in der halben Lieferzeit | 25 % Aufschlag auf den Paketbetrag: 25 % von 450 € = 112,50 € |
| Nachdreh | Die Marke ändert nach dem Dreh das Produkt, das Skript oder den Ort | Aufwand schätzen, etwa 2 Stunden × 45 € = 90 €, und vorab bestätigen lassen |
| Längere Nutzung | Die Marke will das Video länger einsetzen als vereinbart | weitere 30 Tage zum selben Aufschlag: 20 % von 450 € = 90 € |
Ein Nachdreh wegen eines Fehlers von dir ist dagegen kein Zusatz. Den machst du ohne Aufpreis. Zusätzliche Korrekturschleifen über die enthaltene Zahl hinaus rechnest du wie im Aufwand-Schema: eine Stunde je Runde.
Schreib die Zusätze direkt unter jedes Paket, in einer Zeile „Nicht enthalten“.
Pakete überall gleich benennen
Eine Marke sieht dein Paket mindestens dreimal: im Portfolio, im Angebot und auf der Rechnung. Steht dort jedes Mal etwas anderes, gibt es Rückfragen. Nimm für jede Stelle denselben Namen und dieselbe Kurzbeschreibung:
| Stelle | Beispiel |
|---|---|
| Portfolio | „Video mit Hooks: 1 Video, 3 Hook-Versionen, 1 Kurzfassung, 2 Korrekturschleifen“ |
| Angebot | dieselbe Zeile, dazu Lieferzeit, Nutzung und „Nicht enthalten“ |
| Auftragsbestätigung | dieselbe Zeile mit dem bestätigten Datum |
| Rechnung | „Paket ‚Video mit Hooks‘ laut Angebot vom 6. Oktober“ |
Vorlage: Angebotstext für ein Paket
Hallo [Name],
danke für eure Anfrage. Für das Briefing zu [Produkt] empfehle ich das Paket „Video mit Hooks“:
- 1 Video, bis zu 30 Sekunden, für [Plattform] - 3 Hook-Versionen und 1 Kurzfassung - 2 Korrekturschleifen mit gebündeltem Feedback - Lieferung 7 Werktage nach Briefing und Eingang des Produkts - Nutzung: [Dauer] auf [Kanälen], [mit oder ohne Anzeigen]
Nicht enthalten: Eilauftrag, Nachdreh bei geänderten Vorgaben, Nutzung über den genannten Zeitraum hinaus. Dafür nenne ich euch gern ein eigenes Angebot.
Preis: [Betrag], Zahlungsziel [Tage]. Wenn ihr mehr oder weniger braucht, schicke ich euch die anderen Stufen.
Viele Grüße Mara Linden
Checkliste vor dem Absenden:
Wenn eine Marke das Paket umbauen will
Marken wollen Pakete oft anpassen: ein Hook mehr, kein Foto, schneller liefern. Geh so vor:
- Frag, welches Ziel hinter dem Wunsch steht. Oft reicht eine andere Stufe.
- Nenne die Folge für den Preis in Stunden, nicht als Gefühl.
- Biete zwei Wege an: mehr Umfang zu einem höheren Preis oder weniger Umfang zum Wunschpreis.
- Halte das Ergebnis in einem Satz fest.
Vorlage: Antwort auf einen Änderungswunsch
Hallo [Name], gern passe ich das Paket an. Mit 2 zusätzlichen Hook-Versionen sind es 2 Stunden mehr Aufwand, das macht [Betrag] zusätzlich. Wenn das Budget bei [Betrag] bleiben soll, nehme ich stattdessen die Kurzfassung heraus. Was passt euch besser? Dann bestätige ich beides schriftlich.
Trag jede Änderung im Angebot nach, bevor du weiterarbeitest.
Mit Management: Umfang und Fristen im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, hilft dir das Creator-Portal am Handy, den vereinbarten Umfang im Blick zu behalten:
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin für die Content-Abgabe
- Kalender: Entwurfsfristen und Posting-Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Content hochladen: Du lädst deine Fassungen hoch, das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an. CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
- Veröffentlichung melden: Du meldest Beiträge mit Link und Datum.
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
- Nachrichten: Du schreibst mit dem Team direkt an der Kooperation.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator. Wie ein Auftrag vom ersten Kontakt bis zur Zahlung läuft, steht im Ratgeber UGC-Auftrag Schritt für Schritt.

Häufige Fragen
Was gehört in ein UGC-Paket?
Die Anzahl der Videos, Hook-Versionen, Varianten, Fotos, Rohmaterial, Korrekturschleifen und die Lieferzeit. Dazu kommt der Umfang der Nutzung mit Dauer, Kanälen und Anzeigen. Jeder Punkt bekommt eine Zahl oder eine klare Angabe.
Wie stelle ich ein UGC-Paket zusammen?
Leg zuerst die Bausteine fest und schätze den Aufwand je Baustein in Stunden. Dann bündelst du sie zu drei Stufen, rechnest jede durch und schlägst die Nutzung auf. Zum Schluss schreibst du auf, was nicht enthalten ist.
Wie viele Pakete sollte ich anbieten?
Drei Stufen reichen für einen klaren Vergleich. Mit weniger fehlt die Auswahl, mit mehr wird die Entscheidung für die Marke schwerer. Jede Stufe sollte sich sichtbar von der vorigen unterscheiden.
Ist ein Einzelvideo oder ein Paket besser?
Das hängt von der Anfrage ab. Für einen ersten Test passt ein Einzelvideo als kleinste Stufe. Will die Marke Anzeigen testen oder mehrere Kanäle bedienen, ist ein Paket mit Hooks, Varianten und Material übersichtlicher.
Wie rechne ich einen Bündelvorteil?
Nur aus Zeit, die du wirklich sparst, etwa weil Hooks und Fotos im selben Dreh entstehen. Schätze die gesparten Stunden und ziehe sie vom Aufwand ab. Einen Nachlass allein für die Menge solltest du nicht geben.
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