LinkedIn für UGC-Creator lohnt sich, weil dort die Menschen sitzen, die Videos und Fotos für Anzeigen, Shop und Social Media einkaufen. Du schreibst sie dort mit Namen und Rolle an, statt eine allgemeine Kontaktadresse zu nutzen. Dein Profil dient dabei als Angebot, das du nicht erst erklären musst.
UGC steht für „User Generated Content“: Inhalte im Stil normaler Nutzerinnen und Nutzer, die eine Marke selbst einsetzt. Dieser Ratgeber zeigt, wie du dein Profil einrichtest, die richtigen Personen findest, ohne Druck schreibst und deine Kontakte ordnest.
LinkedIn für UGC-Creator: dein Profil als Angebot
Ein Profil, das nur „Content Creator“ sagt, wird überlesen. Eine Marketing-Verantwortliche hat Sekunden Zeit und fragt sich: Kann diese Person liefern, was ich brauche? Richte vier Stellen darauf aus.
| Stelle | Schwach | Besser (Beispiel von Elin Berg) |
|---|---|---|
| Überschrift | „Kreative Content Creatorin“ | „UGC-Videos für Outdoor-Zubehör: Hook-Versionen für Anzeigen und Shop“ |
| Info-Text | Lebenslauf in Prosa | Drei Sätze: Was ich liefere, für wen, wie ein Auftrag abläuft |
| Hervorgehoben | Zufällige Beiträge | Drei Arbeitsproben mit Beschriftung (Format, Länge, Zweck) |
| Kontakt | Kein Hinweis | Ein Satz: „Anfragen für UGC-Aufträge gern per Nachricht oder E-Mail“ |
Ein Info-Text, der funktioniert, könnte so beginnen:
Ich drehe UGC-Videos für Marken aus dem Outdoor-Bereich: ein Video, mehrere Hook-Versionen, auf Wunsch Rohmaterial. Marken bekommen von mir feste Pakete mit klarem Umfang und Liefertermin. Anfragen gern per Nachricht.
Ein Hook ist der Einstieg eines Videos, also die ersten Sekunden. Kennt dein Gegenüber das Wort vermutlich nicht, schreib stattdessen „Einstiege für Anzeigen“.
Achte auf diese Dinge:
- Foto und Name: Ein klares Foto reicht. Wer ohne Gesicht arbeitet, nimmt ein Bild von Händen mit Produkt.
- Arbeitsproben: Wähle Videos, die zur Zielmarke passen, nicht deine liebsten. Weitere Wege zu Marken findest du im Ratgeber UGC-Kunden finden.
- Sprache: Schreib einfach, ohne Floskeln wie „leidenschaftlich“. Nenne Zahlen, die du kennst, etwa „30 Videos für Shops in zwei Jahren“, nur wenn sie stimmen.
Wen du ansprichst: Rollen, die Content einkaufen
Nicht jede Person im Marketing bucht UGC. Such nach Rollen, die Material für Anzeigen, Shop oder Social Media brauchen:
| Rolle | Warum sie UGC braucht |
|---|---|
| Social-Media-Verantwortliche | Brauchen laufend Videos für Kanäle |
| Verantwortliche für bezahlte Anzeigen | Testen mehrere Einstiege gegeneinander |
| E-Commerce- oder Shop-Leitung | Braucht Material für Produktseiten |
| Gründerinnen und Gründer kleiner Marken | Entscheiden selbst und schnell |
So gehst du vor:
- Such die Marke auf LinkedIn und öffne die Liste ihrer Mitarbeitenden.
- Filtere nach Rollen wie oben. Prüf in den Beiträgen der Person, ob sie über Content spricht.
- Notiere zwei bis drei Personen je Marke. Du schreibst zuerst nur eine.
- Lies den letzten Beitrag der Marke, bevor du schreibst. Du brauchst einen konkreten Bezug.
Passt deine Arbeitsweise nicht zu einer Marke, schreibst du sie nicht an. Ein Beispiel: Du arbeitest ohne Gesicht, die Marke verkauft Kleidung, die man am Körper zeigt. Wie du Marken für einen Pitch auswählst, steht im Ratgeber Pitch an Marken.
Kontaktanfrage und erste Nachricht ohne Verkaufsdruck
Der erste Kontakt besteht aus zwei Teilen: einer kurzen Notiz bei der Anfrage und einer Nachricht nach der Annahme. Prüf die aktuellen Regeln der Plattform für Länge und Anzahl von Notizen. Schreib jede Nachricht von Hand und für genau diese Person.
Vorlage: Notiz zur Kontaktanfrage
Hallo Frau Lindner, Ihr Beitrag über die neue Rucksackserie hat mir gefallen. Ich drehe UGC-Videos für Outdoor-Marken und würde mich gern vernetzen. Viele Grüße, Elin Berg
Vorlage: erste Nachricht nach der Annahme
Hallo Frau Lindner, danke fürs Vernetzen. Ich habe gesehen, dass Avorae gerade die Rucksackserie bewirbt. Hier ein Video von mir zu einem ähnlichen Produkt: [Link]. Es zeigt das Produkt in 25 Sekunden mit drei Einstiegen, die sich in Anzeigen testen lassen. Ihr Team nutzt zurzeit vor allem Fotos, oder täusche ich mich? Wenn ihr Videos testen wollt, schicke ich gern ein Paket mit Umfang und Termin. Viele Grüße, Elin Berg
Warum sie funktioniert:
- Bezug: Du nennst etwas Konkretes, das du bei der Marke gesehen hast.
- Probe: Ein Link, kein Anhang, nur ein Beispiel.
- Frage: Sie lässt sich mit einem Satz beantworten.
- Kein Druck: Du setzt keine Frist und verlangst keine Antwort bis morgen.
Als Zeitplan über vier Wochen sieht das so aus (frei gewählte Tage):
| Tag | Schritt |
|---|---|
| 1 | Beitrag der Person kommentieren |
| 3 | Kontaktanfrage mit kurzer Notiz |
| 4 | Erste Nachricht mit Arbeitsprobe und einer Frage, sobald die Anfrage angenommen ist |
| 11 | Nachfassen, kurz und ohne Druck |
| 25 | Neue Arbeitsprobe schicken, danach ruhen lassen |
Kommt keine Antwort, wartest du etwa eine Woche und schreibst eine kurze zweite Nachricht. Wie du freundlich nachhakst, steht im Ratgeber UGC-Follow-up.

Sichtbar bleiben: Beiträge über deine Arbeitsweise
Wer dein Profil besucht, sieht auch deine Beiträge. Schreib ein- bis zweimal im Monat etwas, das deine Arbeit zeigt:
- ein Arbeitsprobe-Video mit zwei Sätzen, wofür es gedacht ist
- ein Blick auf deinen Ablauf: vom Briefing bis zur Lieferung
- was du pro Paket festlegst: Videos, Hooks, Korrekturschleifen
- eine Frage an Marketing-Teams, etwa: „Wie viele Hook-Versionen testet ihr pro Produkt?“
Gib dabei nie Kundendaten preis: keine Namen aus laufenden Aufträgen, keine Beträge, keine internen Briefings. Fragst du eine Marke, ob du einen Auftrag zeigen darfst, holst du ihr Einverständnis schriftlich ein. Was das rechtlich bedeutet, klärst du mit einer Kanzlei.
Checkliste: Profil in zehn Minuten prüfen
Wer das einmal durchgegangen ist, muss das Profil danach nur noch pflegen, wenn eine neue Arbeitsprobe dazukommt.
Kontakte nachhalten: eine Liste mit Stand und Datum
Ohne Liste vergisst du, wen du wann angeschrieben hast. Eine einfache Tabelle reicht:
| Person und Marke | Stand | Nächster Schritt | Datum |
|---|---|---|---|
| Frau Lindner, Avorae | Nachricht gesendet | Nachfassen | 21. Oktober |
| Herr Kaya, Kalmira | Kontaktanfrage offen | Kommentar zum letzten Beitrag | 14. Oktober |
| Frau Roth, Velune | Gespräch, Angebot gewünscht | Angebot schicken | 12. Oktober |
Geh die Liste einmal pro Woche durch. Trag nur ein, was du selbst weißt, und lösche Personen, die abgesagt haben. Ob und wie du Kontaktdaten speichern darfst, klärst du mit einer Kanzlei.
Kommt ein Angebot zustande, rechnest du die Summe vorher im Rechner UGC-Vergütung berechnen gegen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Mit Management: Aufträge aus Kontakten im Creator-Portal
Wird aus einem LinkedIn-Kontakt ein Auftrag über deine Agentur oder dein Management, das CreatorOffice nutzt, findest du im Creator-Portal am Handy:
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin für die Content-Abgabe
- Briefings: das Briefing zur Kooperation oder zum Beitrag
- Kalender: Fristen und Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Rechnungen: deine eingereichte Rechnung mit Prüfung, Freigabe und Zahlung
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Lohnt sich LinkedIn für UGC-Creator?
Es lohnt sich, wenn du Marken direkt erreichen willst, die Videos für Anzeigen oder Shop einkaufen. Dort findest du Ansprechpersonen mit Namen und Rolle. Es ersetzt nicht andere Wege, ergänzt sie aber gut.
Welche LinkedIn-Nachricht an Marketing funktioniert?
Eine kurze Nachricht mit Bezug zur Marke, einer Arbeitsprobe und einer Frage, die sich leicht beantworten lässt. Bitte um nichts im ersten Schritt, außer um ein kurzes Gespräch oder die Erlaubnis, ein Paket zu schicken.
Wen schreibe ich bei einer Marke an?
Such Rollen, die Content für Anzeigen, Shop oder Social Media einkaufen. Bei kleinen Marken ist es oft die Gründerin oder der Gründer. Schreib zuerst nur eine Person je Marke.
Muss ich ein Premium-Profil haben?
Nein. Ein klares Profil mit drei Arbeitsproben und ein bis zwei Beiträgen im Monat reicht für den Anfang. Prüf die aktuellen Angebote der Plattform selbst.
Wie oft darf ich nachfassen?
Einmal nach etwa einer Woche, dann noch einmal nach zwei bis drei Wochen mit einer neuen Arbeitsprobe. Danach lässt du es ruhen. Du kannst dich in ein paar Monaten mit etwas Neuem melden.
CreatorOffice für Creator
Wird aus einem Kontakt ein Auftrag und arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Umfang, Fristen und Rechnung deines Deals im Creator-Portal an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management.


