UGC-Nische finden heißt, dich auf wenige Produktbereiche festzulegen, in denen du glaubwürdig drehst und die Marken regelmäßig einkaufen. UGC steht für Content, den Marken selbst verwenden, etwa im Onlineshop oder in Anzeigen. Wer Zubehör für Kaffee verkauft, schaut zuerst auf Arbeitsproben, die schon nach Kaffee aussehen.
Hier bewertest du deine möglichen Bereiche mit fünf Fragen, rechnest eine Punkteliste durch und testest die Favoriten mit echten Anschreiben. Dazu bekommst du Regeln für eine zweite Nische und ein Muster, mit dem du deine Nische überall gleich benennst.
UGC-Nische finden: Was bei UGC eine Nische ist
Bei Influencern beschreibt die Nische das Thema des Kanals. Bei UGC ist sie etwas Praktischeres: der Produktbereich, für den du Videos und Fotos machst, und die Umgebung, in der du sie drehst. „Küchenzubehör, gedreht in einer echten Küche“ ist eine Nische. „Lifestyle“ ist keine.
Das hilft beiden Seiten. Die Marke erkennt in einer Minute, ob du zu ihrem Produkt passt. Du musst nicht alles können, sondern wenige Dinge gut zeigen. Eine Nische ist aber kein Versprechen auf Aufträge. Sie bestimmt, wo du dich zuerst zeigst. Ob sie trägt, siehst du erst im Test weiter unten.
Fünf Fragen, mit denen du Produktbereiche bewertest
Schreib dir drei bis fünf Kandidaten auf und gib jedem für jede Frage 1 bis 3 Punkte.
- Alltag: Nutzt du Produkte aus diesem Bereich selbst? Das sieht man im Video, an der Selbstverständlichkeit der Handgriffe.
- Vorhandene Produkte: Hast du Dinge im Haus, mit denen du Arbeitsproben drehen kannst, ohne zu kaufen?
- Drehumgebung: Hast du den passenden Ort schon, mit gutem Licht und ohne Umbau? Eine Küche, einen Balkon, einen Schreibtisch?
- Interesse: Sprichst du auch in einem Jahr noch gern über diesen Bereich?
- Mögliche Kunden: Wie viele Marken fallen dir ein, die in diesem Bereich Creator-Content zeigen? Die Antwort liefert deine Zielliste aus dem Ratgeber UGC-Kunden finden.
Ein Beispiel mit frei gewählten Punkten: Nele Harbrink bewertet vier Bereiche.
| Bereich | Alltag | Produkte | Umgebung | Interesse | Kunden | Summe |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Küchenzubehör | 3 | 3 | 3 | 2 | 3 | 14 |
| Schreibwaren | 2 | 2 | 3 | 1 | 3 | 11 |
| Gartenpflanzen | 2 | 2 | 1 | 3 | 2 | 10 |
| Fahrradzubehör | 3 | 1 | 2 | 2 | 2 | 10 |
Nele nimmt Küchenzubehör und Schreibwaren in den Test. Gartenpflanzen und Fahrradzubehör bleiben außen vor. Beim Garten fehlt ihr die Drehumgebung, beim Fahrrad fehlen Produkte für Arbeitsproben. Die Summe ist keine Wahrheit, sondern ein Gesprächsanfang mit dir selbst. Zwei Punkte Unterschied sind kein Grund, einen Bereich zu streichen, den du wirklich liebst.

Vom Bereich zum Portfolio: Arbeitsproben gezielt wählen
Ein Portfolio, das quer durch alle Produkte geht, sagt „kann alles“ und bleibt unscharf. Eine Marke sucht Beweise für ihren Bereich. Plan deshalb je Bereich drei bis fünf Arbeitsproben, die sich unterscheiden:
- ein Video, das das Produkt in Benutzung zeigt
- ein Video, das es vorstellt oder auspackt
- ein Video mit einem klaren Einstieg, einem Hook, also den ersten Sekunden, die zum Weiterschauen bringen
- ein bis zwei Fotos, wenn du sie anbieten willst
Lass Proben aus Bereichen weg, die du nicht anbieten möchtest. Auch ein gut gelungenes Video passt nicht ins Portfolio, wenn es Marken ein falsches Bild von dir gibt. Wie du das Portfolio aufbaust, zeigt der Ratgeber UGC-Portfolio erstellen.
Testen statt raten: eine Liste je Bereich
Ob ein Bereich trägt, findest du nur heraus, indem du Marken ansprichst. Schick für jeden Testbereich gleich viele Nachrichten, etwa zwölf, jeweils mit zwei bis drei Arbeitsproben aus genau diesem Bereich. Den Aufbau einer solchen Nachricht zeigt der Ratgeber Marken anschreiben für UGC. Notiere das Ergebnis in einer Liste:
| Bereich | Nachrichten | Antworten | Gespräche | Aufträge |
|---|---|---|---|---|
| Küchenzubehör | 12 | 4 | 2 | 1 |
| Schreibwaren | 12 | 2 | 1 | 0 |
Auch diese Zahlen sind frei gewählt. Sie zeigen, wie du liest: Küchenzubehör bringt Nele mehr Antworten, also bekommt dieser Bereich ihre nächsten Arbeitsproben. Bei so kleinen Mengen ist das ein Hinweis, kein Beweis. Wiederhole den Test deshalb noch einmal, bevor du etwas aufgibst. Achte außerdem auf die Qualität der Antworten: Wer nach Paketen und Terminen fragt, meint es ernst. Ein „Wir melden uns“ ohne Folgenachricht zählt als Antwort, aber nicht als Gespräch.
Breite oder Tiefe: wann eine zweite Nische sinnvoll ist
Bleib mit einem Bereich, bis diese drei Punkte stimmen:
- Du hast erste Rückmeldungen aus dem Test, am besten einen bezahlten Auftrag.
- Du hast Zeit, für den zweiten Bereich eigene Arbeitsproben zu drehen.
- Der zweite Bereich liegt nah am ersten. Küchenzubehör und Haushaltswaren passen zusammen, Küchenzubehör und Fahrradteile weniger.
Trenn die Bereiche dann sauber. Im Portfolio bekommt jeder einen eigenen Abschnitt mit eigener Überschrift. In Anschreiben zeigst du nur Proben des Bereichs, den die Marke verkauft. So sieht jede Marke ein klares Profil und keinen Bauchladen.
Wenn zwei Bereiche gleich gut abschneiden
Bei Gleichstand helfen vier Regeln, in dieser Reihenfolge:
- Der Bereich mit den besseren Arbeitsproben gewinnt. Wenn du in einem Bereich schon ein Video hast, auf das du stolz bist, spar dir Zeit.
- Der Bereich mit dem kürzeren Weg zum Dreh gewinnt. Wenn du für den einen Bereich Material kaufen oder einen Ort umbauen müsstest, für den anderen aber sofort loslegen kannst, starte mit dem zweiten.
- Der Bereich, den du besser erklären kannst, gewinnt. Ein Skript fällt leichter, wenn du die Fragen der Käufer kennst.
- Im Zweifel entscheidet der Test. Zwölf Nachrichten je Bereich kosten dich einen Nachmittag und ersparen dir Wochen mit dem falschen Portfolio.
Wähle nichts, nur weil es gerade viele Marken zeigen. Ein Bereich, in dem du dich nach drei Videos langweilst, hält kein halbes Jahr.
Die Nische überall gleich benennen
Marken lesen dein Profil, dein Portfolio, deine Nachricht und dein Angebot. Steht dort viermal etwas anderes, bleibt keine Nische hängen. Nimm ein festes Muster:
UGC für [Bereich]: [Format], gedreht in [Umgebung].
| Stelle | Beispiel |
|---|---|
| Profil | UGC für Küchenzubehör: kurze Videos, gedreht in einer echten Küche |
| Portfolio | Überschrift „Küchenzubehör“ mit vier Arbeitsproben |
| Anschreiben | „Ich drehe UGC für Küchenzubehör, drei Beispiele findet ihr hier.“ |
| Angebot | Paket „Ein Video“ für euer Produkt [Name], Bereich Küchenzubehör |
Mit Management: Deals und Absprachen im Creator-Portal
Nimmst du Aufträge über ein Management oder eine Agentur an, die CreatorOffice nutzt, siehst du im Creator-Portal am Handy:
- Deine Deals: jede Kooperation je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Briefings: je Kooperation oder je Beitrag
- Kalender: Fristen und Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Content hochladen: Das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator. Den Paketpreis für deinen Bereich prüfst du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern.
Häufige Fragen
Brauche ich als UGC-Creator eine Nische?
Du brauchst sie nicht, aber sie macht dich leichter zu buchen. Marken suchen Arbeitsproben für ihr Produkt. Wer wenige Bereiche klar zeigt, wird schneller eingeordnet als jemand mit einem Portfolio quer durch alles.
Wie viele Nischen sind sinnvoll?
Fang mit einer an. Eine zweite lohnt sich, wenn die erste erste Rückmeldungen gebracht hat, du Zeit für neue Arbeitsproben hast und der Bereich nah am ersten liegt. Zeig beide getrennt.
Woher weiß ich, ob ein Bereich genug Marken hat?
Zähl sie. Sammle in deiner Zielliste Marken, die in diesem Bereich schon Creator-Content in Anzeigen oder im Shop zeigen. Fallen dir nur wenige ein, bewerte die Frage nach den Kunden niedrig und teste den Bereich trotzdem einmal.
Muss ich die Produkte besitzen, um Arbeitsproben zu drehen?
Nein, aber es hilft. Mit Dingen, die du schon nutzt, wirken Proben natürlich und kosten nichts. Für Bereiche ohne eigene Produkte bietet sich ein kleines bezahltes Testvideo für eine Marke an.
Kann ich meine Nische später wechseln?
Ja. Dein Portfolio ist kein Vertrag. Bau die neuen Arbeitsproben auf, nimm alte nur heraus, wenn sie nicht mehr passen, und passe überall die Benennung an.
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