Ein UGC-Portfolio erstellen heißt: Du sammelst deine besten Videos an einem Ort und zeigst Marken in wenigen Minuten, was du lieferst und wie du arbeitest. Das Portfolio ist eine Seite oder eine PDF-Datei mit einem Link, den du in jede Nachricht und jedes Profil setzen kannst.
Marken schauen sich viele Creator an einem Nachmittag an. Wer dann sofort Format, Qualität und Ablauf erkennt, bleibt im Kopf. In diesem Ratgeber legst du die Reihenfolge der Seite fest, ordnest deine Videos, nennst deine Leistungen ohne Preisliste und planst die Pflege.
Was ein UGC-Portfolio für Marken leisten muss
Eine Marke will drei Fragen beantwortet haben, bevor sie dir schreibt:
- Kann diese Person Videos drehen, die zu meinem Produkt passen?
- Wie läuft die Zusammenarbeit?
- Wie komme ich in Kontakt?
Dein Portfolio beantwortet alle drei, ohne dass jemand suchen muss. Es zeigt keine Lebensgeschichte und keine Reichweitenzahlen. Wer Kennzahlen je Plattform zeigen will, braucht dafür ein Media-Kit. Wie das aussieht, steht im Ratgeber Media-Kit erstellen. Das Portfolio zeigt Arbeit.
UGC-Portfolio erstellen: die fünf Teile der Seite
Von oben nach unten sieht eine gute Seite so aus:
| Teil | Inhalt | Umfang |
|---|---|---|
| Vorstellung | Wer du bist, welche Produktbereiche du abdeckst, wo du drehst | 2 bis 3 Sätze |
| Videos | Deine besten Arbeiten, nach Format sortiert | 6 bis 9 Videos |
| Leistungen | Pakete, Extras, Lieferzeit, Korrekturrunden | eine kurze Liste |
| Ablauf | Von der Anfrage bis zur Lieferung | 4 bis 5 Schritte |
| Kontakt | E-Mail-Adresse und ein Satz, wie schnell du antwortest | 2 Zeilen |

Vorlage: die Vorstellung
Ich bin Elin Berg und drehe UGC für Reisezubehör und Alltagsprodukte. Meine Videos sind meist 20 bis 40 Sekunden lang und für Social-Media-Kanäle und Anzeigen gemacht. Ich liefere in 7 Werktagen, mit Hook-Versionen auf Wunsch.
Drei Dinge stehen darin: Produktbereich, Format und Lieferzeit. Mehr braucht eine Marke nicht, um zu entscheiden, ob sie weiterschaut.
Videos nach Format ordnen statt nach Marke
Sortiere nach dem, was du kannst, nicht nach Auftraggebern. Eine Marke sucht ein Format für ihr Produkt, nicht deine Kundenliste. Nimm drei Gruppen, die du an deine Arbeit anpasst:
- Talking Head: Du sprichst direkt in die Kamera und erzählst, wie du das Produkt nutzt.
- Demo: Das Produkt wird in der Benutzung gezeigt, mit oder ohne Stimme.
- Unboxing: Du packst aus und zeigst den ersten Eindruck.
Zeig je Gruppe zwei bis drei Videos. Setz unter jedes einen Satz Kontext, nach diesem Muster:
Demo · 28 Sekunden · Reisetasche im Alltagstest · Ziel: zeigen, wie viel hineinpasst
Der Satz sagt, was das Video kann. Er erklärt, warum es entstanden ist. So lesen Marken nicht nur das Ergebnis, sondern auch dein Denken.
Hast du noch keine Aufträge, genügen Beispielvideos. Wie du sie ohne Auftrag drehst, zeigt der Ratgeber UGC-Beispielvideos drehen.
Leistungen nennen, ohne eine Preisliste zu zeigen
Einen festen Preis kannst du im Portfolio nicht nennen, denn er hängt vom Umfang und von der Nutzung ab. Ein Video, das 30 Tage organisch läuft, kostet weniger Arbeit als eines mit Anzeigen. Zeig stattdessen, was du anbietest:
| Leistung | So steht sie im Portfolio |
|---|---|
| Pakete | „Ein Video“, „Video mit Hooks“, „Video, Hooks und Material“ mit je einer Zeile Inhalt |
| Extras | zusätzliche Hook-Versionen, Varianten, Rohmaterial |
| Lieferzeit | „7 Werktage nach Briefing und Eingang des Produkts“ |
| Korrekturrunden | „Eine Runde enthalten, weitere nach Absprache“ |
| Nutzung | „Dauer, Kanäle und Anzeigen legen wir im Angebot fest“ |
Die Pakete rechnest du vorab durch, zum Beispiel mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen. Wie du sie schneidest, steht im Ratgeber UGC-Pakete erstellen. Der Preis kommt dann im Angebot, passend zur Anfrage.
Ein fertiges Beispiel: die Seite von Elin Berg
So könnte Elins Portfolio auf dem Handy aussehen, von oben nach unten:
| Abschnitt | Was dort steht |
|---|---|
| Kopf | „Elin Berg · UGC für Reisezubehör und Alltagsprodukte“ |
| Vorstellung | drei Sätze mit Produktbereich, Format und Lieferzeit |
| Demo | zwei Videos: Reisetasche im Alltagstest, Kulturbeutel im Packtest |
| Talking Head | zwei Videos: „Warum ich diese Wasserflasche mitnehme“ und ein Vergleich zweier Packwürfel |
| Unboxing | ein Video: Paket der Marke Velune aus der Sicht der ersten fünf Minuten |
| Leistungen | drei Pakete mit je einer Zeile, darunter Lieferzeit und Korrekturrunde |
| Ablauf | Anfrage, Angebot, Briefing, Skript, Dreh, Lieferung |
| Kontakt | E-Mail-Adresse und „Antwort innerhalb von zwei Werktagen“ |
Fällt dir auf, was fehlt? Eine Lebensgeschichte, Follower-Zahlen und ein Preis. Dafür kann jede Marke in einer Minute erkennen, ob Elin zu ihrem Produkt passt, und in zwei Minuten, wie eine Anfrage bei ihr läuft.
Ein zweiter Blick lohnt sich bei der Reihenfolge. Elin hat das Format nach vorn gestellt, das am häufigsten angefragt wird. Sie hat es an ihren eigenen Anfragen abgelesen. Mach das bei dir auch, sobald du die ersten Nachrichten von Marken bekommst: Was wird oft gefragt? Dann gehört es nach oben.
Ein Link für alles: Website oder PDF?
Dein Portfolio braucht eine feste Adresse. Es gibt zwei Wege, und beide sind in Ordnung:
| Eigene Seite im Browser | PDF-Datei | |
|---|---|---|
| Videos | Du bindest sie direkt ein | Du verlinkst jedes Video |
| Änderungen | Du pflegst sie an einer Stelle | Du erstellst die Datei neu und verschickst sie wieder |
| Anfragen | Ein Link, immer aktuell | Eine Datei, die schnell veraltet |
| Passt, wenn | du regelmäßig neue Arbeiten hast | du Marken gezielt etwas schicken willst |
Die Regel: Nimm die Seite als Hauptlink und lass eine PDF-Fassung für Bewerbungen bereitliegen, die einen Anhang verlangen. Der Link gehört dann überall hin: in dein Profil, in dein Anschreiben und in jede Bewerbung. Ein Link bedeutet, dass du nur eine Stelle aktualisieren musst.
Welche Seite du nutzt, ist zweitrangig. Prüf, ob sie auf dem Handy gut aussieht, denn viele Marken öffnen den Link dort zuerst.
Pflege-Routine: einmal im Monat 20 Minuten
Ein Portfolio, das ein Jahr alt ist, wirkt wie ein Creator, der nicht mehr arbeitet. Nimm dir einen festen Termin im Monat:
Willst du ein Video eines Kunden zeigen, frag vorab im Angebot nach. Ob und wie du es zeigen darfst, klärst du mit einer Kanzlei. Stimmt die Marke zu, steht das schriftlich in der Auftragsbestätigung.
Mit Management: Deals und Fristen im Creator-Portal
Dein Portfolio bringt die Anfragen. Danach kommt die Arbeit, und die lässt sich im Creator-Portal bündeln, wenn dein Management CreatorOffice nutzt:
- Deine Deals: jeder Auftrag je Monat mit Stand, Anteil und Frist
- Was du abgibst: Umfang je Monat, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Kalender: Fristen und Termine, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Nachrichten: Chat mit dem Team direkt am Deal
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.

Häufige Fragen
Wie sieht ein UGC-Portfolio Beispiel aus?
Oben stehen drei Sätze Vorstellung, darunter sechs bis neun Videos nach Format sortiert. Es folgen eine kurze Liste mit Paketen und Lieferzeit, ein Ablauf in vier bis fünf Schritten und die Kontaktdaten. Das Muster oben kannst du direkt übernehmen.
Brauche ich eine eigene Website für mein UGC-Portfolio?
Nein. Wichtig ist ein Link, der sich auf dem Handy öffnet und den du aktuell halten kannst. Eine einfache Seite oder eine gut gemachte PDF-Datei mit Video-Links reicht für den Anfang.
Wie viele Videos gehören ins Portfolio?
Sechs bis neun sind genug, verteilt auf zwei oder drei Formate. Lieber wenige starke Arbeiten als viele mittelmäßige. Marken sehen sich selten mehr als die ersten Einträge an.
Soll ich Preise ins Portfolio schreiben?
Nein, nenn Pakete, Extras und Lieferzeit. Der Preis hängt von Umfang und Nutzung ab und gehört ins Angebot. Dort rechnest du ihn passend zur Anfrage.
Wie baue ich ein UGC-Portfolio auf, wenn ich noch keine Kunden habe?
Dreh Beispielvideos mit Produkten, die du ohnehin hast, und beschreib sie wie echte Aufträge: Format, Länge, Ziel. Marken schauen auf Qualität und Ablauf, nicht darauf, ob ein Logo dabeisteht.
CreatorOffice für Creator
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