Wenn du ein Media-Kit erstellen willst, beantwortest du für eine Marke drei Fragen: Wer ist der Creator, wen erreicht er, und was lässt sich mit ihm umsetzen? Gemeint ist das Media-Kit eines Creators für Kooperationen, nicht die Pressemappe eines Unternehmens. In Talent-Managements und Influencer-Agenturen gehört es zum Alltag.
Dieser Ratgeber ist aus Sicht eines Managements geschrieben, das Kits für mehrere Creator pflegt. Baust du als Creator dein eigenes Kit, gelten dieselben Schritte. Am Ende findest du alles als Checkliste zum Ausdrucken.
Wozu ein Media-Kit für Influencer und Creator dient
Bevor eine Marke bucht, prüft sie, ob ein Creator zu ihrem Produkt und ihrer Zielgruppe passt. Ein Media-Kit für Influencer und Creator beantwortet diese Frage auf einen Blick. Du brauchst es vor allem in drei Situationen:
- Anfrage: Die Marke bekommt schnell einen Überblick und kann intern entscheiden.
- Akquise: Du sprichst eine Wunschmarke an und zeigst, warum der Creator passt.
- Angebot: Das Kit ergänzt dein Angebot um Profil, Zielgruppe und Referenzen.
Ein Media-Kit ersetzt kein Angebot, es weckt Interesse und schafft Vertrauen. Wie es in die Akquise einer neuen Agentur passt, zeigt die Checkliste Influencer-Agentur gründen.
Media-Kit erstellen: der Ablauf in sechs Schritten
- Material sammeln: Statistiken, Screenshots, Fotos und die Liste der Kooperationen.
- Texte schreiben: Kurzprofil und Themen, abgestimmt mit dem Creator.
- Kennzahlen eintragen: je Plattform, jede Zahl mit Stand.
- Auswählen: Formate und Referenzen, die zu den Marken passen, die du ansprichst.
- Freigeben lassen: Der Creator prüft das Kit, bevor es an eine Marke geht.
- Verschicken und pflegen: als persönlicher Link, mit festem Termin zum Aktualisieren.
Inhalte eines Media-Kits: die acht Bausteine
Ein bis zwei Bildschirmseiten reichen.

1. Kurzprofil
Zwei bis vier Sätze: wer der Creator ist, worüber er Inhalte macht und was ihn unterscheidet, dazu ein aktuelles Foto. Ein Beispiel mit der erfundenen Creatorin Mara Linden: „Mara zeigt Mode und Alltag aus Hamburg, vor allem Secondhand.“
2. Themen
Drei bis fünf Themen, zu denen der Creator regelmäßig veröffentlicht. Je genauer sie benannt sind, desto besser passen die Anfragen.
3. Zielgruppe
Alter, Länder oder Städte nennst du nur mit Datum und nur, wenn der Creator sie mit seinen Statistiken belegen kann. Ein Satz zur Community ergänzt die Zahlen.
4. Kennzahlen je Plattform
Follower oder Abonnenten und ein bis zwei Werte wie Aufrufe im Schnitt, jede Zahl mit Stand.
5. Formate
Was der Creator anbietet, zum Beispiel kurze Videos, Storys, Fotos, lange Videos oder Livestreams. Nenne auch Grenzen, etwa Branchen, für die er nicht wirbt.
6. Ausgewählte Kooperationen
Drei bis fünf Referenzen, die zu den angesprochenen Marken passen: Marke, Format und Jahr, ohne Beträge und Konditionen. Nenne nur Kooperationen, über die du sprechen darfst, und frag im Zweifel bei der Marke nach.
7. Preise (optional)
Ein Preis je Format, ein Startwert oder „Preise auf Anfrage“, mehr dazu weiter unten.
8. Kontakt
Eine Ansprechperson im Management mit E-Mail und Telefon, damit Fragen der Marke bei dir landen. Baut ein Creator sein Kit selbst, steht hier seine Adresse für Kooperationen.
Kennzahlen im Media-Kit: ehrlich, aktuell und mit Stand
Bei den Kennzahlen schauen Marken genau hin und können Screenshots verlangen. Halte dich an fünf Regeln:
- Stand bei jeder Zahl: das Datum, an dem du sie abgelesen hast. Ohne Datum bleibt offen, ob sie noch stimmt.
- Fester Rhythmus: Aktualisiere zum Beispiel einmal im Monat und prüfe den Stand vor jedem Versand.
- Belege aufheben: Lege beim Aktualisieren Screenshots der Statistiken ab. Fragt eine Marke nach, hast du den Beleg sofort.
- Gleich rechnen: Berechne Durchschnitte immer gleich, etwa aus den letzten zehn Beiträgen, und nenne die Grundlage.
- Nichts schönen: Runde nicht auf, gib keinen Spitzenwert als Durchschnitt aus und lass keine Plattform weg, auf der die Marke buchen will. Geschönte Zahlen fallen mit den Ergebnissen der Kooperation auf und kosten Vertrauen.
So kann das für die erfundene Creatorin Mara Linden aussehen, mit frei gewählten Zahlen:
| Plattform | Follower bzw. Abonnenten | Aufrufe im Schnitt (letzte zehn Videos) | Stand |
|---|---|---|---|
| TikTok | 48.300 | 21.500 | 01.10.2026 |
| YouTube | 12.400 | 6.100 | 01.10.2026 |
Erst fragen, dann teilen: die Einwilligung des Creators
Im Media-Kit stehen Zahlen und Texte über den Creator. Bevor du sein Kit an eine Marke schickst, sollte er wissen, was darin steht, und zugestimmt haben, besonders bei Zielgruppe, Screenshots und Preisen. Gute Praxis:
- Der Creator sieht das Kit vor dem ersten Versand und nach jeder größeren Änderung.
- Du hältst schriftlich fest, was du teilen darfst, etwa in einer kurzen Mail.
- Vor einer Pitch-Liste fragst du, ob der Creator Zeit und Interesse hat.
Welche rechtlichen Regeln dafür gelten, klärst du mit deiner Kanzlei.
Preise im Media-Kit oder auf Anfrage?
Beide Wege haben Vor- und Nachteile.
Preise im Kit
- Die Marke sieht sofort, ob ihr Budget passt.
- Weniger Anfragen scheitern am Preis.
- Preise müssen wie Kennzahlen gepflegt werden.
- Die Marke kennt deinen Preis, bevor sie ihre Wünsche nennt.
Preise auf Anfrage
- Du passt den Preis an Umfang, Zeitraum, Nutzungsrechte und Exklusivität an.
- Du kommst mit der Marke ins Gespräch.
- Eine Marke ohne Preisrahmen fragt vielleicht gar nicht erst an.
- Jede Anfrage braucht eine Antwort, auch wenn das Budget nicht passt.
Ein Mittelweg: Nenne für die Hauptformate einen Startwert („ab …“) und schreib dazu, dass Nutzungsrechte, Exklusivität und Pakete im Angebot berechnet werden. Oder du zeigst Preise nur einzelnen Marken.
Media-Kit oder Pitch-Liste: der Unterschied
Ein Media-Kit stellt einen Creator vor. Eine Pitch-Liste ist eine Auswahl mehrerer Creator für eine bestimmte Anfrage oder Marke.
| Media-Kit | Pitch-Liste | |
|---|---|---|
| Inhalt | ein Creator, ausführlich | mehrere Creator, kurz |
| Anlass | Anfrage, Angebot, Akquise | eine bestimmte Anfrage oder Kampagne |
| Pflege | laufend | für jede Anfrage neu |
| Frage | Wer ist der Creator? | Wer passt zu dieser Marke und warum? |
Ein Beispiel: Die erfundene Marke Lunava sucht Creator für eine Kampagne im Dezember. Du wählst drei bis fünf passende aus, begründest jede Wahl in einem Satz und verlinkst das jeweilige Media-Kit.
Media-Kit verschicken: Link statt PDF-Anhang
Ein PDF-Anhang veraltet, sobald sich eine Zahl ändert, wird weitergeleitet und bleibt in Postfächern liegen. Ob die Marke ihn geöffnet hat, weißt du nicht. Ein Link auf eine Seite mit dem Kit löst das:
- Aktuell: Du pflegst das Kit an einer Stelle, die Marke sieht beim Öffnen den aktuellen Stand.
- Befristet: Der Link läuft nach einer festen Zeit ab, etwa nach 30 Tagen.
- Persönlich: Jede Marke bekommt einen eigenen Link. Du weißt, wer welchen Stand gesehen hat.
- Nachvollziehbar: Siehst du, wann ein Link geöffnet wurde, weißt du, wann sich Nachfassen lohnt.
- Widerrufbar: Ist eine Anfrage erledigt oder endet die Zusammenarbeit mit einem Creator, ziehst du den Link zurück.
Braucht eine Marke eine Datei für ihre Unterlagen, schick ein PDF mit dem Stand auf der ersten Seite und erstelle es für jeden Versand neu.
Zweisprachig für internationale Marken
Arbeitest du mit Marken aus anderen Ländern, brauchst du das Kit auch auf Englisch. Kurzprofil und Themen sollen auch dort nach dem Creator klingen, nicht nach einer Übersetzung. Achte auf Zahlen und Daten: Aus 48.300 wird auf Englisch 48,300, und „1 October 2026“ ist eindeutiger als „01.10.2026“.
Typische Fehler und wie du sie vermeidest
- Zahlen ohne Stand: Die Marke erkennt nicht, ob die Werte aktuell sind. Schreib zu jeder Zahl das Datum.
- Ein Kit für alle Marken: Dieselben Referenzen für jede Marke wirken beliebig. Wähle aus, was zur jeweiligen Marke passt.
- Zu viel auf einmal: Lange Texte und jede Kooperation der letzten Jahre machen das Kit schwer lesbar. Halte dich an die acht Bausteine.
Media-Kits mit Software pflegen: so macht es CreatorOffice
Mit jedem weiteren Creator wächst der Aufwand, alle Kits aktuell zu halten und zu wissen, welche Marke welchen Stand hat. CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. Media-Kits bildet es so ab:
- Media-Kit je Creator: Kurzprofil auf Deutsch und Englisch, Themen, Kennzahlen je Plattform, auf Wunsch Preise und Referenzen aus Kooperationen.
- Kennzahlen von Hand, immer mit Stand: Du trägst sie selbst ein. TikTok und YouTube sind nicht angebunden, die Anbindung an Instagram ist in Vorbereitung.
- Vorschläge des Creators: Der Creator sieht, was geteilt wird, und schlägt Kurzprofil und Themen vor. Du übernimmst sie mit einem Klick.
- Pitch-Liste: bis zu 30 Creator in einem Link für eine Marke, zum Beispiel für ein Casting.
- Link statt Anhang: persönlich, befristet und jederzeit widerrufbar. Die Marke öffnet ihn nur mit ihrer E-Mail-Adresse, jeder Aufruf steht im Protokoll. Ob Preise und Referenzen zu sehen sind, legst du je Link fest. Referenzen zeigen nie Beträge oder Konditionen. Änderst du das Media-Kit, sieht die Marke beim nächsten Öffnen des Links den neuen Stand.
- Seite für Marken: mit deinem Logo, auf Deutsch oder Englisch, lesbar auf dem Handy und druckbar. Eine PDF-Datei direkt aus CreatorOffice gibt es nicht; du druckst die Seite oder sicherst sie im Browser als PDF.

Media-Kits und Pitch-Listen gibt es ab dem Tarif Team, mehr unter Tarife. Wie sie mit Anfragen und Angeboten zusammenhängen, zeigt die Seite CRM für Influencer-Agenturen.
Checkliste zum Ausdrucken: Was in ein Media-Kit gehört
Nutze die Liste als Vorlage für die Inhalte jedes Media-Kits und hake sie vor dem Versand ab.
Inhalte
Kennzahlen
Absprache und Versand
Pitch-Liste
Häufige Fragen
Was gehört in ein Media-Kit?
Kurzprofil, Themen, Zielgruppe, Kennzahlen je Plattform mit Stand, Formate, ausgewählte Kooperationen, auf Wunsch Preise und ein Kontakt. Die Checkliste in diesem Artikel dient als Vorlage für die Inhalte.
Wie oft sollte ich die Kennzahlen im Media-Kit aktualisieren?
Lege einen festen Rhythmus fest, etwa einmal im Monat, und prüfe den Stand vor jedem Versand. Jede Zahl trägt das Datum, an dem du sie abgelesen hast.
Gehören Preise ins Media-Kit?
Beides geht. Preise im Kit zeigen sofort, ob das Budget passt. Auf Anfrage passt du den Preis an Umfang und Nutzungsrechte an. Ein Mittelweg sind Startwerte für die Hauptformate.
Was ist der Unterschied zwischen Media-Kit und Pitch-Liste?
Ein Media-Kit stellt einen Creator ausführlich vor und wird laufend gepflegt. Eine Pitch-Liste stellt mehrere Creator für eine bestimmte Anfrage zusammen, mit je einem Satz, warum sie passen.
Sollte ich ein Media-Kit als PDF oder als Link verschicken?
Ein persönlicher Link lässt sich befristen und zurückziehen, und du siehst, ob die Marke ihn geöffnet hat. Braucht sie eine Datei, schick ein PDF mit dem Stand auf der ersten Seite.
Sollte der Creator sein Media-Kit vor dem Versand sehen?
Ja, das ist gute Praxis. Der Creator sollte wissen, welche Zahlen, Texte und Preise eine Marke sieht, und zustimmen. Rechtliche Fragen dazu klärst du mit deiner Kanzlei.
CreatorOffice kostenlos testen
Wenn du Media-Kits nicht mehr als Dateien pflegen willst, teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos. Media-Kits und Pitch-Listen sind ab dem Tarif Team enthalten, im Test wählst du den Tarif selbst.


