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Provision im Influencer-Management: was üblich ist und wie du sie sauber abrechnest

Redaktion CreatorOffice02.10.2026Lesezeit 10 Minuten

Inhalt

  1. Was die Managementprovision für Creator abdeckt
  2. Welche Provision im Talent-Management für Creator üblich ist
  3. Provisionsmodelle für Influencer-Agenturen im Überblick
  4. Brutto- oder Nettobasis: worauf sich die Provision bezieht
  5. Provision berechnen: Formel und zwei Beispiele
  6. Provisionsrechner
  7. Provision im Influencer-Management sauber abrechnen
  8. Typische Fehler und wie du sie vermeidest
  9. Wie Software bei Provisionen und Auszahlungen hilft
  10. Häufige Fragen

Die Provision im Influencer-Management ist die Grundlage deines Geschäfts: Von jedem Honorar, das eine Marke für eine Kooperation zahlt, behält dein Management einen vereinbarten Anteil, der Rest geht an den Creator. Das klingt nach einer einfachen Rechnung. Im Alltag wird es schnell komplizierter: verschiedene Sätze je Creator, Staffeln, Deals, die der Creator selbst mitbringt, und Auszahlungen, die erst nach dem Zahlungseingang der Marke fällig werden.

Hier erfährst du, welche Provisionsmodelle es gibt, wie du die Provision berechnest und so abrechnest, dass dein Team und deine Creator jederzeit wissen, wer welchen Betrag bekommt. Mit zwei Rechenbeispielen und einem Rechner zum Ausprobieren.

Was die Managementprovision für Creator abdeckt

Die Managementprovision ist die Vergütung deines Managements für die Arbeit rund um die Kooperationen eines Creators. Je nach Vereinbarung gehören dazu Akquise und Verhandlung, Angebote und Verträge, die Abstimmung von Briefing und Content sowie Rechnungen und die Abrechnung mit dem Creator.

Bevor es um Prozente geht, sollte klar sein, wofür die Provision anfällt:

  • Welche Einnahmen zählen? Nur Kooperationen mit Marken oder auch Auftritte, Lizenzen und Einnahmen aus eigenen Produkten des Creators?
  • Was ist enthalten? Welche Leistungen die Provision abdeckt und was dein Management gesondert berechnet, etwa Produktion oder Schnitt.

Die Antworten gehören in den Managementvertrag. Sie entscheiden später, ob eine Abrechnung als fair gilt.

Welche Provision im Talent-Management für Creator üblich ist

Einen festen Marktpreis gibt es nicht. Welcher Satz zu deinem Management passt, hängt vor allem von drei Punkten ab:

  • Umfang der Betreuung: Ein Management, das von der Akquise bis zur Abrechnung alles übernimmt, leistet mehr als eines, das nur Anfragen weiterleitet.
  • Herkunft der Kooperation: Fragt eine Marke von selbst beim Creator an, ist der Aufwand geringer als bei aktiver Akquise durch deine Agentur.
  • Größe und Rhythmus der Deals: Für große, wiederkehrende Kooperationen kann ein anderer Satz passen als für viele kleine Einzelaufträge.

Wichtiger als der genaue Prozentsatz ist, dass er für jede Kooperation eindeutig feststeht und dass deine Creator verstehen, wofür sie ihn zahlen.

Provisionsmodelle für Influencer-Agenturen im Überblick

Das Grundmodell ist ein Prozentsatz vom Honorar der Marke. Daneben gibt es Varianten, die sich kombinieren lassen.

Fester Prozentsatz

Ein Satz gilt für alle Kooperationen eines Creators, leicht zu erklären und zu rechnen. Er kann je Creator verschieden sein, etwa wenn ein großer Creator ein eigenes Team hat und dein Management nur einen Teil der Arbeit übernimmt.

Staffel

Bis zu einer Honorargrenze gilt ein Satz, für den Teil darüber ein anderer. Eine sinkende Staffel lässt dem Creator bei großen Deals mehr. Lege fest, worauf sich die Grenze bezieht (eine Kooperation, einen Abrechnungsmonat oder ein Jahr) und ob der zweite Satz nur für den Teil über der Grenze gilt oder für das ganze Honorar. Die erste Variante vermeidet Sprünge: Ein Euro mehr Honorar ändert die Provision dann nur um wenige Cent.

Mindestprovision

Eine Mindestprovision sichert der Agentur einen festen Betrag je Kooperation, auch wenn das Honorar klein ist. Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen: 15 % vom Honorar, mindestens 100 € je Kooperation. Das passt, wenn kleine Deals fast so viel Arbeit machen wie große. Achte darauf, dass dem Creator auch dann ein fairer Anteil bleibt.

Pauschale (Retainer)

Statt eines Anteils am Honorar zahlt der Creator dem Management einen festen Betrag im Monat. Das macht die Einnahmen der Agentur planbar und passt eher zu Creatorn mit regelmäßigem Geschäft. In einer Mischform kombinierst du eine kleinere Pauschale mit einem niedrigeren Provisionssatz.

Unterschiedliche Sätze nach Herkunft

Du kannst den Satz davon abhängig machen, woher eine Kooperation kommt: etwa ein niedrigerer Satz, wenn die Marke von selbst anfragt oder der Creator den Deal mitbringt, und ein höherer, wenn deine Agentur die Marke aktiv gewonnen hat. Dafür muss die Herkunft jeder Kooperation von Anfang an feststehen.

Provision nach dem Ende der Zusammenarbeit

Endet die Zusammenarbeit mit einem Creator, können noch Kooperationen laufen, die dein Management verhandelt oder angebahnt hat. Managementverträge können regeln, ob die Agentur dafür weiter Provision erhält, wie lange und mit welchem Satz. Was das für deinen Vertrag bedeutet, klärst du mit deiner Kanzlei. Für die Abrechnung zählt: Halte beim Ende fest, welche Kooperationen betroffen sind, welcher Satz gilt und bis wann.

Brutto- oder Nettobasis: worauf sich die Provision bezieht

Genauso wichtig wie der Satz ist die Basis. Brutto und netto meinen hier Abzüge vom Honorar, nicht Steuern.

  • Bruttobasis: Die Provision bezieht sich auf das volle Honorar der Marke. Das ist einfach und für alle leicht nachzuvollziehen.
  • Nettobasis: Die Provision bezieht sich auf das Honorar nach bestimmten Abzügen, etwa Produktionskosten, Reisekosten des Creators oder einer Vergütung, die die Mediaagentur der Marke einbehält. Das ist fairer, wenn hohe Kosten anfallen, aber nur eindeutig, wenn feststeht, welche Abzüge zählen.

Welche Basis ihr wählt, ist eine kaufmännische Entscheidung. Haltet sie im Managementvertrag fest, mit den Abzügen und den Positionen, die provisionsfrei bleiben, etwa durchgereichte Auslagen. Eine Agenturgebühr, die du der Marke zusätzlich zum Honorar berechnest, ist etwas anderes: Sie geht ganz an die Agentur und mindert den Anteil des Creators nicht.

Provision berechnen: Formel und zwei Beispiele

Bei einem festen Satz sind es zwei Schritte:

  • Provision = Basis × Provisionssatz
  • Anteil des Creators = Basis − Provision, dazu provisionsfreie Positionen wie erstattete Auslagen

Bei einer Staffel rechnest du stufenweise: Basis bis zur Grenze × erster Satz plus Basis über der Grenze × zweiter Satz. Rechne in Cent, runde die Provision am Ende einmal auf volle Cent und bilde den Anteil des Creators als Rest. Dann ergeben Provision und Anteil zusammen immer genau die Basis.

Die Zahlen in beiden Beispielen sind frei gewählt, alle Beträge ohne Steuern.

Beispiel 1: fester Satz, Auslagen provisionsfrei

Eine Marke zahlt für ein Reel 4.000 €. Darin stecken 500 € Reisekosten, die der Creator ausgelegt hat. Vereinbart sind 20 % Provision, Auslagen sind provisionsfrei.

  • Basis: 4.000 € − 500 € = 3.500 €
  • Provision der Agentur: 3.500 € × 20 % = 700 €
  • Anteil des Creators: 3.500 € − 700 € = 2.800 €, dazu 500 € Erstattung der Reisekosten, zusammen 3.300 €

Ohne diese Regel wären es 800 € Provision und 3.200 € für den Creator, der die Reisekosten dann selbst trägt.

Beispiel 2: Staffel

Vereinbart sind 20 % bis 5.000 € Honorar je Kooperation und 15 % für den Teil darüber. Eine Marke zahlt 7.250 € für ein Paket aus drei Videos.

  • bis zur Grenze: 5.000 € × 20 % = 1.000,00 €
  • über der Grenze: 2.250 € × 15 % = 337,50 €
  • Provision der Agentur: 1.337,50 €, effektiv rund 18,4 %
  • Anteil des Creators: 7.250 € − 1.337,50 € = 5.912,50 €

Provisionsrechner

Mit dem Rechner prüfst du schnell, was von einem Honorar an deine Agentur und an den Creator geht, auf Wunsch mit Staffel oder eigenem Satz für Kooperationen, die deine Agentur gewonnen hat. Gib als Honorar die Basis ein, auf die sich eure Provision bezieht. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser und werden weder gespeichert noch gesendet.

Die Basis, auf die sich eure Provision bezieht, also nach vereinbarten Abzügen.

Staffel (optional)

Provision der Agentur–Anteil des Creators–

Alle Beträge netto. Steuerfragen klärst du mit deiner Steuerberatung.

Provision im Influencer-Management sauber abrechnen

Eine saubere Abrechnung läuft bei jeder Kooperation in denselben sechs Schritten ab:

  1. Konditionen festschreiben: Satz, Basis und Herkunft stehen fest, bevor die Kooperation startet, und ändern sich nicht mit deinem Standardsatz.
  2. Marke abrechnen: Entweder stellt deine Agentur der Marke das Honorar in Rechnung, oder der Creator rechnet direkt mit der Marke ab und deine Agentur berechnet ihm die Provision.
  3. Zahlungseingang verfolgen: Fälligkeiten im Blick behalten und nachfassen, wenn die Marke nicht pünktlich zahlt.
  4. Anteil des Creators abrechnen: über die Rechnung des Creators an die Agentur oder über eine Gutschrift der Agentur.
  5. Auszahlen: nach einer festen Regel, etwa nach Zahlungseingang der Marke oder zu einer festen Frist, mehrere Auszahlungen gebündelt in einem Zahlungslauf.
  6. Offenlegen: Der Creator sieht je Kooperation Honorar, Abzüge, Provision, seinen Anteil und das Auszahlungsdatum.

Steuerfragen zur Provision und zu Gutschriften gehören zu deiner Steuerberatung; dieser Artikel beschreibt nur den Ablauf.

Typische Fehler und wie du sie vermeidest

Der Satz ist nicht je Kooperation festgehalten

Steht der Satz nur im Rahmenvertrag oder im Kopf, weiß nach einer Änderung niemand mehr sicher, was für einen älteren Deal galt. Halte Satz und Basis bei jeder Kooperation fest, sobald sie abgeschlossen ist.

Die Basis ist unklar

Ist offen, ob die Provision vom vollen Honorar oder nach Abzügen gilt, gibt es spätestens bei der ersten Kooperation mit hohen Kosten Diskussionen. Lege die Basis im Managementvertrag fest und weise Auslagen auf jeder Abrechnung getrennt aus.

Auszahlungen kommen zu spät

Verfolgt niemand den Zahlungseingang der Marke, merkt erst der Creator, dass sein Geld fehlt. Lege fest, wann ausgezahlt wird, behalte offene Rechnungen im Blick und mahne rechtzeitig. Wie das als Ablauf aussieht, zeigt die Seite Rechnungen und Mahnwesen.

Creator sehen nicht, wie gerechnet wurde

Eine Überweisung ohne Aufstellung führt zu Rückfragen und Misstrauen, auch wenn alles stimmt. Gib jedem Creator je Kooperation eine nachvollziehbare Abrechnung, am besten mit eigenem Zugang.

Wie Software bei Provisionen und Auszahlungen hilft

Solange du wenige Creator betreust, kann eine gut gepflegte Tabelle reichen. Mit jedem weiteren Satz, jeder Staffel und jedem Auszahlungslauf wächst aber die Gefahr, dass Zahlen auseinanderlaufen. Spezialisierte Software rechnet die Provision aus den Konditionen der Kooperation.

So macht es CreatorOffice:

  • Provision je Kooperation: Der Satz kommt aus der Kooperation, vom Creator oder aus dem Standard deiner Agentur und wird beim Anlegen festgeschrieben. Staffeln, eigene Sätze je Herkunft der Anfrage und eine Regel für die Provision nach dem Austritt eines Creators sind möglich.
  • Anteil des Creators: CreatorOffice berechnet ihn automatisch. Auslagen markierst du als provisionsfrei.
  • Auszahlungen: Fällige Auszahlungen bündelst du in einem Lauf und übergibst sie als SEPA-Datei an deine Bank, nach Zahlungseingang der Marke oder zu festen Fristen. Den Anteil rechnest du über die Rechnung des Creators oder per Gutschrift ab. Auszahlungsläufe und Gutschriften gibt es ab dem Tarif Team.
  • Transparenz: Im Creator-Portal unter dem Namen deiner Agentur sehen deine Creator ihre Kooperationen, ihren Anteil und den Stand ihrer Auszahlungen. Ob sie auch Budget und Provision sehen, legst du fest.
CreatorOffice · Kennzahlen
Agentur-Portal: Kennzahlen mit Umsatz, Provision und Creator-Anteil je Zeitraum

Mehr dazu auf der Seite Provisionen und Auszahlungen an Creator. Was in welchem Tarif enthalten ist, zeigt die Übersicht der Tarife.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Provision im Influencer-Management?

Einen festen Marktpreis gibt es nicht. Der passende Satz hängt davon ab, wie viel dein Management übernimmt, wer die Kooperation gewinnt und wie groß die Deals sind. Wichtig ist, dass er für jede Kooperation feststeht.

Wird die Provision vom Brutto- oder vom Nettohonorar berechnet?

Das legt ihr im Managementvertrag fest: Bei der Bruttobasis zählt das volle Honorar der Marke, bei der Nettobasis das Honorar nach vereinbarten Abzügen wie Produktions- oder Reisekosten. Steuern sind damit nicht gemeint.

Was ist der Unterschied zwischen Provision und Pauschale?

Die Provision ist ein Anteil am Honorar jeder Kooperation. Eine Pauschale (Retainer) ist ein fester Betrag im Monat, unabhängig von den Kooperationen. Beides lässt sich kombinieren.

Wann bekommt der Creator seinen Anteil?

Das legt ihr fest, zum Beispiel: nach dem Zahlungseingang der Marke oder zu einer festen Frist nach der Abrechnung. Wichtig ist, dass der Creator die Regel kennt und den Stand seiner Auszahlung sieht.

Gibt es nach dem Ende der Zusammenarbeit noch Provision?

Das hängt von eurer Vereinbarung ab. Managementverträge können eine Provision für Kooperationen vorsehen, die während der Zusammenarbeit angebahnt wurden, zum Beispiel befristet. Fragen zu deinem Vertrag klärst du mit deiner Kanzlei.

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Wenn du Provisionen, Gutschriften und Auszahlungen nicht mehr in Tabellen pflegen willst, teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos, mit deinen eigenen Sätzen und Kooperationen.

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