Willst du ein UGC-Video selbst posten, solltest du es im Angebot als zweite Leistung führen: erst die Lieferung des Videos an die Marke, dann die Veröffentlichung auf deinem eigenen Profil. Beide Teile haben einen eigenen Aufwand und einen eigenen Preis. Wer sie vermischt, verkauft das Posting meist zu billig.
UGC steht für „User Generated Content“: Videos und Fotos im Stil normaler Nutzerinnen und Nutzer, die eine Marke selbst einsetzt. Viele Marken fragen irgendwann: „Könntest du das auch bei dir posten?“ Hier lernst du, wie du antwortest, was du dafür festhältst und wann du Nein sagst.
UGC-Video selbst posten: zwei Leistungen statt einer
Bei reinem UGC kauft die Marke dein Video und setzt es auf ihren eigenen Kanälen ein. Bei einem Posting kommt deine Reichweite ins Spiel: Dein Profil zeigt das Video dann auch deiner Community. Das ist eine andere Leistung, denn du stellst deine Bühne zur Verfügung. Die Grenze zwischen UGC und Influencer-Beitrag erklärt der Ratgeber Unterschied UGC und Influencer.

Ava Brandt dreht Videos für Haushaltsprodukte. Ihr Angebot für die Marke Lunava führt beide Leistungen getrennt:
| Leistung 1: Content | Leistung 2: Beitrag | |
|---|---|---|
| Was | Video liefern, Hook-Version, Korrektur | Video auf Avas Profil veröffentlichen |
| Ergebnis | Datei an die Marke | Beitrag online, Link und Datum an die Marke |
| Aufwand | Skript, Dreh, Schnitt | Caption, Termin, Posting, Antworten |
| Preis | nach Aufwand und Nutzung | nach Aufwand und Platz auf dem Profil |
Der Vorteil: Die Marke kann Leistung 2 abwählen, ohne dass Leistung 1 wackelt. Und du kannst beide unabhängig kalkulieren.
Was sich durch das Posting ändert
Sobald du postest, kommen Aufgaben dazu, die ein reines Video nicht hat:
| Thema | Was du absprichst |
|---|---|
| Termin | Datum und Uhrzeit des Beitrags, nicht „irgendwann nächste Woche“ |
| Caption | Wer schreibt sie, bis wann gibt die Marke sie frei? |
| Markierung | Welches Konto der Marke du markierst, welche Hashtags dazukommen |
| Meldung | Du schickst Link und Datum des Beitrags an die Marke |
| Kennzahlen | Ob und wann du die Zahlen des Beitrags teilst, etwa als Screenshot nach sieben Tagen |
| Online-Dauer | Wie lange der Beitrag online bleibt |
Wie der Beitrag als Werbung gekennzeichnet werden muss, klärst du mit einer Kanzlei. Prüf außerdem die aktuellen Regeln der Plattform für bezahlte Partnerschaften, denn sie ändern sich.
Der Preis: Content plus Beitrag
Beide Teile kalkulierst du getrennt. Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Ava rechnet mit 50 € je Stunde.
Leistung 1: Content.
| Baustein | Aufwand |
|---|---|
| Video: Skript, Dreh, Schnitt | 4 Stunden |
| 1 Hook-Version | 1 Stunde |
| 1 Korrekturschleife | 1 Stunde |
Das sind 6 Stunden, 6 × 50 € = 300 €. Dazu 20 % Aufschlag für 30 Tage Nutzung durch die Marke: 20 % von 300 € = 60 €. Content gesamt: 360 €.
Leistung 2: Beitrag. Hier kommen zwei Teile zusammen. Der Aufwand: Caption abstimmen, Beitrag posten, Kommentare beantworten, Link melden. Ava schätzt 2 Stunden, also 100 €. Dazu kommt der Platz auf ihrem Profil. Wie du ihn kalkulierst, ist deine Entscheidung und nicht in einer Zahl zu fassen; Hilfe gibt der Ratgeber Influencer-Preise kalkulieren. Ava setzt 140 € an. Beitrag gesamt: 100 € + 140 € = 240 €.
Zusammen: 360 € + 240 € = 600 €.
Den Content-Teil prüfst du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor. Wie du die Nutzung der Marke beschreibst, zeigt der Ratgeber UGC-Nutzungsumfang im Angebot.
Absprachen festhalten: die Liste für dein Angebot
Schreib diese Punkte ins Angebot oder in die Auftragsbestätigung:
Fehlt die Online-Dauer, rechnet die Marke oft mit „für immer“, du mit einem Monat. Das lässt sich in einem Satz verhindern.
Vorlage: Angebotszeile für das Posting
Leistung 2: Veröffentlichung auf meinem Profil – [Betrag] - 1 Beitrag mit dem Video aus Leistung 1 am [Datum], [Uhrzeit] - Caption: Entwurf von mir, Freigabe durch euch bis [Datum] - Beitrag bleibt [Dauer] online - Ich melde euch Link und Datum nach der Veröffentlichung und teile Kennzahlen nach [Tage] Tagen - Nicht enthalten: weitere Beiträge, Stories, Verlängerung der Online-Dauer
Beispielzeitplan: von der Lieferung bis zur Online-Dauer
So könnte der Ablauf bei Ava aussehen. Alle Daten sind frei gewählt.
| Datum | Schritt |
|---|---|
| Mittwoch, 14. Oktober | Video und Hook-Version an die Marke geliefert (Leistung 1) |
| Donnerstag, 15. Oktober | Ava schickt den Caption-Entwurf |
| Montag, 19. Oktober | Frist für die Freigabe der Caption |
| Mittwoch, 21. Oktober, 18:00 Uhr | Beitrag geht online, Ava meldet Link und Datum |
| Mittwoch, 28. Oktober | Kennzahlen nach sieben Tagen an die Marke |
| Freitag, 20. November | Online-Dauer von 30 Tagen endet, Beitrag wird entfernt |
Kommt die Freigabe nicht bis zum 19. Oktober, verschiebst du den Termin um die Verspätung und teilst das neue Datum sofort mit. Wartet die Marke tagelang mit der Freigabe, nimmt sie dir sonst einen Posting-Termin weg, den du anderswo hättest nutzen können.
Wann du das Posting ablehnst
Du musst nicht jede Marke auf deinem Profil zeigen. Sag Nein oder verhandle neu, wenn:
- das Produkt nicht zu dem passt, was deine Community von dir kennt,
- du das Produkt nicht selbst benutzt hast oder nicht hinter der Aussage stehst,
- die Marke Texte vorschreibt, die nicht zu deinem Ton passen,
- die Marke verlangt, dass der Beitrag unbegrenzt online bleibt,
- der Termin kollidiert mit anderen Absprachen auf deinem Profil.
Die Antwort kann freundlich bleiben:
Hallo [Name], das Video liefere ich gern wie besprochen. Das Posting auf meinem Profil passt allerdings nicht zu meiner Community, deshalb biete ich es nicht an. Wenn ihr das Video selbst veröffentlicht, ist alles Weitere schon abgedeckt.
So bleibt der Auftrag erhalten, und du behältst dein Profil in der Hand.
Mit Management: Beiträge im Creator-Portal melden
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, helfen dir im Creator-Portal am Handy diese Funktionen:
- Beitrag melden: Du meldest den veröffentlichten Beitrag mit Link und Datum.
- Kalender: Posting-Termine und Entwurfsfristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail.
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe.
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Soll ich ein UGC-Video selbst posten?
Nur, wenn Marke und Produkt zu deinem Profil passen und das Posting als eigene Leistung bezahlt wird. Biete Content und Beitrag getrennt an. Dann kann die Marke entscheiden, und du kalkulierst beides sauber.
Was ist der Unterschied zwischen UGC und einem Influencer-Beitrag?
Bei UGC lieferst du Content, den die Marke selbst einsetzt. Beim Beitrag veröffentlichst du auf deinem Profil für deine Community. Das sind zwei Leistungen, auch wenn sie dasselbe Video nutzen.
Wie berechne ich das Posting?
Rechne den Aufwand für Caption, Posting und Antworten und addiere den Platz auf deinem Profil. Den Platz legst du selbst fest. Zeig beides getrennt im Angebot.
Die Marke will das Posting ohne Aufpreis. Was jetzt?
Antworte, dass das Posting eine eigene Leistung ist, und nenn den Preis. Will die Marke nicht zahlen, liefere nur den Content. Biete nichts umsonst an, was du vorher nicht kalkuliert hast.
Wie lange soll der Beitrag online bleiben?
Das legst du im Angebot fest, etwa 30 Tage. Ohne Angabe gehen beide Seiten von unterschiedlichen Zeiträumen aus. Eine Verlängerung ist ein neuer Zusatz mit eigenem Preis.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Posting-Termine, Fristen und Rechnungen deiner Deals im Creator-Portal an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management.


