Marken anschreiben als Influencer heißt nicht, möglichst viele Mails zu verschicken. Ein guter Pitch zeigt in wenigen Sätzen, warum genau diese Marke zu deinem Content passt, welche Idee du mitbringst und was du konkret anbieten kannst. Damit gibst du der Person auf Markenseite etwas, das sie intern verstehen und weitergeben kann.
Die wichtigste Änderung gegenüber einer allgemeinen „Habt ihr Interesse an einer Kooperation?“-Mail ist deshalb: Du pitchst nicht dich als Person, sondern eine passende Zusammenarbeit. Dein Profil, deine Zahlen und dein Media-Kit belegen danach, dass du sie umsetzen kannst.
Marken anschreiben als Influencer: die fünf Bausteine einer guten Pitch-Mail
Eine Pitch-Mail muss nicht alles über dich erzählen. Sie muss fünf Fragen beantworten:
| Baustein | Was die Marke erfahren soll | Beispiel |
|---|---|---|
| Bezug | Warum passt diese Marke zu deinem Kanal? | „Ich zeige regelmäßig alltagstaugliche Routinen rund um …“ |
| Idee | Was würdest du konkret umsetzen? | „Ich würde das Produkt in einer Vorher-nachher-Routine zeigen.“ |
| Leistung | Was bietest du an? | „Ein Reel plus begleitende Stories.“ |
| Beleg | Warum ist dein Kanal dafür interessant? | „Meine Inhalte zu diesem Thema gehören regelmäßig zu den meistgespeicherten Beiträgen.“ |
| Nächster Schritt | Was soll die Person jetzt tun? | „Wenn das grundsätzlich passt, schicke ich euch gern mein Media-Kit und ein konkretes Angebot.“ |
Der Beleg muss nicht immer eine große Reichweitenzahl sein. Je nach Idee können Zielgruppe, Aufrufe ähnlicher Beiträge, gespeicherte Inhalte oder Antworten auf Stories relevanter sein. Wie du solche Kennzahlen sauber einordnest, zeigt der Rechner Engagement-Rate berechnen.

Vor dem Pitch: prüf zuerst, ob du überhaupt etwas zu sagen hast
Bevor du eine Kooperationsmail an eine Marke schreibst, brauchst du einen konkreten Grund für den Kontakt. „Ich mag eure Produkte“ reicht dafür selten aus. Stell dir stattdessen drei Fragen.
Passt das Produkt sichtbar zu deinem bisherigen Content? Wenn du normalerweise über Einrichtung sprichst und plötzlich ohne Übergang eine Sportmarke pitchst, musst du den Zusammenhang besonders gut erklären. Ein passender Brand Fit bedeutet nicht, dass du die Marke schon einmal gezeigt haben musst. Es bedeutet, dass die Zusammenarbeit für deine Community nachvollziehbar wäre. Eine ausführliche Prüfung findest du unter Brand Fit für Influencer.
Hast du eine Idee, die über Produktplatzierung hinausgeht? Denk in Szenen, Problemen oder Formaten. Ein Food-Creator könnte etwa kein „Produkt in die Kamera halten“ vorschlagen, sondern ein Rezeptformat, in dem das Produkt eine klare Rolle spielt. Eine Fashion-Creatorin könnte ein vorhandenes Serienformat nutzen, statt einen fremden Werbestil nachzubauen.
Kannst du in einem Satz erklären, warum gerade du? Dieser Satz darf nicht auf hundert andere Profile passen. „Meine Community interessiert sich für Lifestyle“ ist zu breit. „Meine meistgespeicherten Beiträge zeigen kleine Wohnungen und platzsparende Lösungen; deshalb passt euer Produkt inhaltlich in genau diese Reihe“ ist konkreter.
So viel gehört in die erste Mail – und nicht mehr
Die erste Nachricht ist kein Media-Kit in Textform. Sie soll Interesse auslösen und eine Antwort ermöglichen. Ausführliche Informationen gehören in einen Anhang oder auf eine verlinkte Seite.
In die Mail gehören:
- dein Name und dein Content-Schwerpunkt in einem Satz,
- ein konkreter Bezug zur Marke,
- eine umsetzbare Content-Idee,
- die angebotene Leistung oder zumindest die gewünschte Richtung,
- ein oder zwei Kennzahlen, die genau diese Idee stützen,
- ein klarer nächster Schritt.
Ins Media-Kit gehören eher:
- mehrere Zielgruppenmerkmale,
- eine Übersicht deiner Plattformen,
- mehrere Leistungswerte,
- ausgewählte Arbeitsproben,
- mögliche Formate,
- Kontaktangaben.
Wenn du dein Dokument noch aufbauen musst, hilft der Ratgeber Media-Kit erstellen. Schick es nicht ungefragt als riesige Datei mit zehn Seiten. Eine übersichtliche, aktuelle Fassung reicht.
Vorlage: eine Kooperationsmail an eine Marke
Die folgende Mail ist bewusst konkret. Die Namen sind erfunden.
Betreff: Kooperationsidee für eure Herbstkampagne: Reel + Stories
Hallo Lena,
ich bin Mara Linden und veröffentliche auf Instagram kurze Wohn- und Ordnungsformate für kleine Wohnungen. Eure neue Aufbewahrungsserie ist mir aufgefallen, weil ich gerade eine Reihe zu „mehr Stauraum ohne neue Möbel“ plane.
Meine Idee: ein Reel, in dem ich einen unruhigen Eingangsbereich neu organisiere, plus Stories mit den drei Lösungen, die im Alltag am meisten verändern. So wäre das Produkt Teil einer echten Anwendung und nicht nur kurz im Bild.
Meine Beiträge zu kleinen Räumen werden besonders häufig gespeichert. Gern schicke ich euch mein aktuelles Media-Kit mit den passenden Kennzahlen und zwei ähnlichen Arbeitsproben.
Wenn die Richtung für euch interessant ist, sende ich euch im nächsten Schritt ein konkretes Angebot mit Umfang und Zeitplan.
Viele Grüße
Mara
Warum funktioniert die Vorlage besser als „Ich würde gern mit euch kooperieren“? Sie gibt der Marke bereits ein Bild davon, was entstehen könnte. Gleichzeitig verspricht sie noch nichts, was nicht abgestimmt ist.
Was du bei Preis und Leistung noch nicht vorwegnehmen musst
Du musst nicht in jeder ersten Mail sofort einen Endpreis nennen. Wenn der Umfang noch unklar ist, kannst du erst die Eckdaten abfragen. Weißt du dagegen genau, was du anbietest, darf ein konkretes Paket den Pitch stärker machen.
Wichtig ist nur: Lass den Preis nicht losgelöst von der Leistung stehen. „Reel für X“ sagt wenig aus, solange offen ist, wie viele Stories dazugehören, wie viele Korrekturschleifen geplant sind oder welchen Nutzungsumfang die Marke braucht. Wie du dein Honorar aus Aufwand und Umfang herleitest, erklärt Influencer-Preise kalkulieren.
Ein guter Satz für eine noch offene Kalkulation ist:
„Wenn die Idee grundsätzlich passt, schicke ich euch gern ein Angebot auf Basis des gewünschten Umfangs und der geplanten Nutzung.“
Damit verschiebst du die Kalkulation nicht aus Unsicherheit, sondern weil dir Informationen fehlen.
Drei Pitch-Fehler, die du direkt streichen kannst
Die Mail beginnt mit deiner Lebensgeschichte
Die Marke muss zuerst verstehen, warum du sie kontaktierst. Deine Geschichte ist nur relevant, wenn sie den Fit erklärt. Zwei klare Sätze schlagen einen langen Einstieg.
Die Idee könnte an jede Marke gehen
Tausch den Markennamen testweise aus. Funktioniert die Mail unverändert auch für fünf Wettbewerber, fehlt der konkrete Bezug. Überarbeite dann Idee oder Einstieg.
Du bittest nur um „eine Chance“
Ein Pitch ist ein geschäftlicher Vorschlag. Formulierungen wie „Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir eine Chance gebt“ machen aus einem Angebot eine Bitte. Freundlichkeit ist gut; Unterwürfigkeit hilft dir nicht.
Wenn keine Antwort kommt
Leg beim Versand direkt eine Wiedervorlage fest. So musst du später nicht überlegen, welche Mails offen sind. Beim Nachfassen wiederholst du nicht den ganzen Pitch, sondern ergänzt eine kurze Information oder fragst, ob die Anfrage grundsätzlich passt.
Schreib nicht gleichzeitig an mehrere private Profile derselben Person. Nutze geschäftliche Kontaktwege und halte deinen Verlauf nachvollziehbar. Ein eigener Ratgeber zum Nachfassen gehört zu dieser Serie; bis dahin reicht die Regel: eine freundliche, konkrete Erinnerung ist besser als mehrere Nachrichten mit „Hast du meine Mail gesehen?“.
Mit Management: was du nach der Zusage im Creator-Portal siehst
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, verlagert sich die operative Zusammenarbeit nach der Zusage in den betreuten Deal. Im Creator-Portal kannst du dann je nach Kooperation sehen:
- Deal und Stand: welche Kooperation dein Management für dich betreut und was als Nächstes ansteht,
- Briefing: die Vorgaben zum Beitrag oder zur gesamten Kooperation,
- Fristen: Termine für Entwurf und Veröffentlichung im Kalender,
- Content: hochgeladene Entwürfe und Rückmeldungen zur Freigabe,
- Verträge: Dokumente, die du per Link unterschreibst,
- Rechnungen: eingereichte Rechnungen mit Prüfung, Freigabe und Zahlung,
- Nachrichten: Chat mit deinem Management direkt an der Kooperation.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Eine Vorschau findest du auf Für Creator.
Häufige Fragen
Wie schreibe ich eine Marke als Influencer an?
Starte mit einem konkreten Bezug zur Marke und einer Content-Idee, die zu deinem Kanal passt. Danach nennst du die mögliche Leistung, einen passenden Beleg aus deinen Kennzahlen und einen klaren nächsten Schritt. Die erste Mail sollte eher ein verständlicher Vorschlag als eine ausführliche Vorstellung sein.
Soll ich mein Media-Kit direkt mitschicken?
Wenn es aktuell, übersichtlich und für die Marke relevant ist, kannst du es direkt anhängen oder verlinken. Entscheidend ist aber die Mail selbst: Die Person sollte auch ohne Öffnen des Media-Kits verstehen, warum du schreibst und was du vorschlägst.
Muss ich im ersten Pitch schon einen Preis nennen?
Nein, wenn der genaue Umfang noch fehlt. Du kannst erst klären, welche Inhalte, Termine und welcher Nutzungsumfang geplant sind. Ist dein Angebot bereits klar definiert, kannst du auch direkt einen Preis nennen und damit die Entscheidung vereinfachen.
Was schreibe ich, wenn ich noch keine Markenkooperation hatte?
Zeig statt Referenzen passende eigene Inhalte. Verlinke zwei oder drei Beiträge, die beweisen, dass du die geplante Idee in deinem Stil umsetzen kannst. Erfinde keine bisherigen Kooperationen und mach fehlende Erfahrung nicht zum Mittelpunkt deiner Mail.
Sollte ich Marken per Direktnachricht oder E-Mail anschreiben?
Nutze den geschäftlichen Kontaktweg, den die Marke selbst sichtbar anbietet. Findest du nur eine allgemeine Adresse, kannst du dort kurz nach der zuständigen Person fragen. Private Profile einzelner Mitarbeitender sind kein Ersatz für einen professionellen Kontaktweg.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, siehst du betreute Kooperationen, Fristen, Briefings und Rechnungen an einem Ort. Deine eigene Akquise bleibt davon getrennt; CreatorOffice beginnt für dich dort, wo dein Management einen Deal mit dir organisiert.


