Ein Grafikdesign-Angebot für Creator sollte nicht bei „fünf Designs“ enden. Fünf eigenständige Motive sind etwas anderes als ein Grundmotiv in fünf Größen. Auch offene Dateien, mehrere Textvarianten oder zusätzliche Korrekturrunden können den Aufwand verändern. Deshalb beschreibst du die Lieferung in Mengen und Dateitypen, bevor du die Summe festlegst.
Ein gutes Angebot zeigt außerdem, welches Material der Creator liefert: Texte, Bilder, Logos oder vorhandene Vorlagen. Fehlt diese Annahme, wird aus einer Designaufgabe schnell zusätzlich Bildsuche, Textarbeit oder komplette Konzeptentwicklung.
Grafikdesign Angebot Creator: zuerst Motive und Varianten auseinanderhalten
Ein Motiv ist eine eigene Gestaltung. Eine Größenanpassung überträgt dieselbe Gestaltung in ein anderes Format. Eine Variante kann ein alternativer Aufbau, eine andere Textversion oder ein neues Bild sein. Diese Begriffe solltest du in deinem Angebot einmal für das konkrete Projekt definieren.
Beispiel: „Drei eigenständige Thumbnail-Motive, je eine finale Datei im vereinbarten Format. Pro Motiv ist eine alternative Textversion enthalten.“ Das ist deutlich klarer als „drei Thumbnails plus Varianten“.
Kundenzuarbeit als Annahme notieren
Schreib auf, welches Material vor Start vorhanden sein muss: finale Texte, ausgewählte Fotos, Logo-Dateien, Farben oder bestehende Vorlagen. Wenn du Material selbst auswählst oder Texte bearbeitest, gehört das als eigene Aufgabe in den Umfang.
Auch Freigaben brauchen eine Ansprechperson. Bitte um gebündeltes Feedback, damit nicht Creator und Management parallel unterschiedliche Änderungen senden.
Rechenbeispiel für eine kleine Social-Grafik-Serie
Marke A beauftragt im frei gewählten Beispiel vier Motive, jeweils in zwei Größen. Du planst drei Stunden für die Grundgestaltung, zwei Stunden für Adaptionen, 1,5 Stunden für eine gebündelte Korrekturrunde und eine Stunde für Export und Übergabe. Das sind 7,5 Stunden.
Frei gewählt, keine Marktpreise, ohne Steuern: Mit einem eigenen internen Satz von 56 € pro Stunde ergibt sich 7,5 × 56 € = 420 €. Wenn später zwei komplett neue Motive hinzukommen, rechnest du deren Zeit neu, statt sie als einfache Größenanpassung zu behandeln.
Fünf Angebotspositionen schaffen einen prüfbaren Umfang
- Motive: Zahl der eigenständigen Gestaltungen.
- Formate: benötigte Größen oder Seitenverhältnisse.
- Varianten: klar benannte alternative Fassungen.
- Korrekturen: enthaltene gebündelte Rückmeldeschleifen.
- Dateien: finale Exportformate und gegebenenfalls offene Dateien, falls vereinbart.

Diese Liste kannst du direkt neben dem Preis verwenden. Sie zeigt dem Creator, was er für die vereinbarte Summe erhält und wo eine spätere Ergänzung beginnt.
Feedbackweg und Korrekturen voneinander trennen
Der Feedbackweg beschreibt, wer und wie Rückmeldungen sammelt. Die Korrekturrunde beschreibt, wie viele Bearbeitungsstufen im bestätigten Umfang enthalten sind. Beides gehört zusammen, ist aber nicht dasselbe.
Eine Formulierung kann lauten: „Eine gebündelte Rückmeldeschleife über die vereinbarte Ansprechperson ist enthalten. Die Rückmeldung bezieht sich auf die vorgelegten Motive; zusätzliche Motive oder eine neue Gestaltungsrichtung werden separat abgestimmt.“
Das Angebot selbst konzentriert sich auf deinen Leistungsumfang.
Zusatzwunsch nach Zusage: kurze Ergänzung statt stiller Mehrarbeit
Angenommen, nach der Zusage werden zusätzlich drei Story-Formate und eine zweite Bildwelt verlangt. Antworte mit einer kleinen Zusammenfassung:
Die drei zusätzlichen Story-Formate und die alternative Bildwelt waren im bestätigten Umfang noch nicht enthalten. Ich kann beides gern ergänzen. Dafür schätze ich den zusätzlichen Gestaltungs- und Exportaufwand und schicke euch vor dem Start eine Ergänzung zum Angebot.
Du musst den gesamten Auftrag nicht neu schreiben. Entscheidend ist, dass der neue Umfang sichtbar bestätigt wird.
Für häufigere Änderungen hilft später der Ratgeber Korrekturschleifen begrenzen. Dein Portfolio für ähnliche Projekte strukturierst du unter Designer-Portfolio für Creator.
Übergabe-Check vor dem finalen Export
Bevor du ein Designprojekt abschließt, vergleichst du die finale Lieferung mit dem Angebot. Sind wirklich alle bestätigten Motive vorhanden? Stimmen die vereinbarten Größen? Ist die richtige Textfassung eingebaut? Wurden nur die Dateitypen exportiert, die zugesagt waren? Dieser Check dauert kurz, verhindert aber spätere Rückfragen zu fehlenden Varianten.
Speichere außerdem die finale Freigabefassung getrennt von Zwischenständen. Bei einem Folgeauftrag kannst du so exakt auf dem bestätigten Stand aufbauen. Muss später eine neue Größe entstehen, ist sofort klar, welche Ausgangsversion verwendet werden soll. Weitere Angebots- und Korrekturthemen findest du bei Für Designer.
Ein Designangebot an Varianten statt an vagen Änderungswünschen festmachen
Bei Grafikaufträgen ist „noch eine Version“ oft missverständlich. Eine Variante kann nur eine andere Textzeile bedeuten oder ein vollständig anderes Layout. Deshalb solltest du im Angebot nicht allein die Zahl der Korrekturrunden nennen, sondern auch beschreiben, was als Variante gilt.
Für ein Beispielprojekt von Marke A könntest du festhalten: ein Hauptmotiv, zwei Größenanpassungen und eine alternative Textzeile auf Basis desselben Layouts. Eine komplett neue Bildidee wäre dagegen ein zusätzlicher Gestaltungsansatz. So sieht der Kunde bereits vor dem Start, welche Änderungen im vereinbarten Rahmen liegen.
Angebotsbaustein für einen klaren Variantenumfang
Enthalten sind ein Hauptmotiv, die vereinbarten Größen und eine alternative Textfassung innerhalb derselben Gestaltung. Rückmeldungen werden gebündelt in einer Korrekturrunde eingearbeitet. Eine neue visuelle Richtung oder zusätzliche Motive stimmen wir vorab als Erweiterung ab.
Der Text ist absichtlich kurz. Er erklärt nicht jede denkbare Ausnahme, sondern nur die Grenzen, die bei diesem Auftrag wahrscheinlich relevant sind.
Prüf zum Schluss die Dateiausgabe: Welche Formate bekommt der Kunde, und welche Arbeitsdateien sind nicht automatisch Teil der Lieferung? Offene Fragen zur späteren Nutzung oder zu Rechten klärst du bei Bedarf mit einer Kanzlei. Für die Kalkulation bleibt entscheidend, dass jedes zusätzliche Motiv und jede echte neue Richtung als zusätzlicher Arbeitsblock sichtbar wird.
Häufige Fragen
Was ist im Designangebot der Unterschied zwischen Motiv und Variante?
Ein Motiv ist eine eigenständige Gestaltung. Eine Variante verändert definierte Elemente eines bestehenden Motivs. Leg die Bedeutung für deinen Auftrag ausdrücklich fest.
Sollte ich offene Arbeitsdateien immer mitliefern?
Nein. Entscheide vor dem Angebot, welche finalen Dateien Teil deiner Leistung sind und ob offene Dateien dazugehören. Schreib es eindeutig auf.
Wie beschreibe ich Korrekturrunden verständlich?
Nenne die Zahl der gebündelten Rückmeldeschleifen und die Person, über die Feedback kommt. Zusätzliche Richtungen oder neue Motive kannst du separat behandeln.
Was mache ich, wenn Texte nach der Gestaltung komplett geändert werden?
Prüfe, wie stark sich dadurch Motive und Varianten verändern. Größere neue Textmengen können zusätzlichen Gestaltungsaufwand erzeugen und sollten vor Bearbeitung abgestimmt werden.
Muss jedes Angebot ein Rechenbeispiel enthalten?
Nein. Dein tatsächliches Angebot kann mit klaren Positionen und einer Summe arbeiten. Intern solltest du den Betrag aber aus deinem eigenen Aufwand nachvollziehen können.
CreatorOffice für Creator
Die Creator, für die du arbeitest, sehen ihre Deals und Fristen im Creator-Portal, wenn ihr Management CreatorOffice nutzt. Den Zugang zum Creator-Portal bekommen sie per Einladung ihres Managements; ohne Management gibt es ein eigenes Creator-Konto. Mehr dazu auf Für Creator.


