Einen LinkedIn-Kooperation-Preis berechnen solltest du nicht nur anhand der sichtbaren Postingzeit. Bei B2B-Content entsteht ein großer Teil der Arbeit vor der Veröffentlichung: Briefing verstehen, Fachinput sortieren, Konzept schreiben, Rückfragen mit mehreren Ansprechpartnern klären und den Entwurf durch eine Freigabe bringen. Diese Arbeit gehört in deine Kalkulation.
Der Rechenweg hier nutzt deinen eigenen Stundensatz und deinen tatsächlichen Aufwand. So kannst du unterschiedliche Formate vergleichen, ohne einen vermeintlichen Standardpreis zu übernehmen.
LinkedIn-Kooperation-Preis berechnen: fünf Blöcke statt einer Pauschale
Für einen einzelnen Fachpost kann deine interne Rechnung so aussehen:
| Arbeitsschritt | frei gewählte Zeit |
|---|---|
| Briefing und Rückfragen | 0,75 h |
| Konzept und Struktur | 1,50 h |
| Ausarbeitung | 2,50 h |
| Freigabe und eine Korrektur | 1,25 h |
| Veröffentlichung und Reporting | 0,50 h |
| Summe | 6,50 h |
Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise; alle Beträge verstehen sich ohne Steuern. Sie zeigen nur die Methode.
Wenn dein eigener Stundensatz im Beispiel 90 € beträgt, ergibt sich:
6,50 h × 90 € = 585 €
Damit hast du einen internen Grundwert für den vereinbarten Umfang.
Stakeholder-Aufwand ist kein unsichtbarer Bonus
LinkedIn-Kooperationen haben oft mehrere Ansprechpartner. Das kann sinnvoll sein, erhöht aber den Abstimmungsaufwand.
Beispiel: Im Grundumfang ist eine gebündelte Feedbackrunde enthalten. Der Kunde möchte später zwei zusätzliche Runden mit unterschiedlichen Fachabteilungen. Dafür planst du frei gewählt weitere 1,5 Stunden:
1,5 h × 90 € = 135 €
Neuer interner Gesamtwert:
585 € + 135 € = 720 €
Die Zahl ist kein Richtwert für andere Creator. Sie zeigt nur, wie du Zusatzaufwand sichtbar machst.

Unterschiedliche Formate brauchen unterschiedliche Zeitmodelle
Ein Dokument-Post kann mehr Konzept- und Strukturarbeit brauchen als ein kurzer Textbeitrag. Ein Video hat zusätzlich Aufnahme und Schnitt. Event-Content bringt eventuell Anwesenheit, Reise und Nachbereitung mit.
Vergleiche Formate deshalb intern mit einer kleinen Matrix:
| Format | typische eigene Arbeitsblöcke |
|---|---|
| Fachpost | Konzept, Text, Freigabe, Veröffentlichung |
| Dokument-Post | Konzept, Seitenstruktur, Text, Gestaltung, Freigabe |
| Video | Skript, Aufnahme, Schnitt, Freigabe, Veröffentlichung |
| Event-Content | Vorbereitung, Anwesenheit, Produktion, Veröffentlichung, Reporting |
Die Tabelle enthält keine Preise, weil du deine eigenen Zeiten einsetzen sollst.
Der Stundensatz-Rechner kann dir bei der Herleitung deines persönlichen Arbeitswerts helfen. Für allgemeine Preisbausteine lohnt außerdem Influencer-Preise kalkulieren.
Preis und Leistungsumfang müssen dieselbe Sprache sprechen
Ein Angebot wird unklar, wenn intern acht Stunden Arbeit kalkuliert sind, nach außen aber nur „1 LinkedIn-Post“ steht. Beschreibe den Umfang so, dass klar ist, was in deiner Kalkulation steckt.
Zum Beispiel:
Enthalten sind Themenabstimmung, ein Fachpost auf Basis des gelieferten Briefings, eine gebündelte Korrekturrunde, Veröffentlichung und die vereinbarte Auswertung nach dem Posting.
Zusatzleistungen kannst du separat benennen:
- zweite Content-Version,
- weiteres Format,
- zusätzliche Feedbackrunde,
- Eventteilnahme,
- zusätzliche Auswertung.
So kannst du später erklären, warum ein geänderter Umfang zu einer geänderten Kalkulation führt.
B2B-Kundenbudget zu klein? Drei Alternativen
Wenn ein Kunde weniger Budget hat als dein kalkulierter Umfang, musst du nicht automatisch denselben Auftrag günstiger machen.
1. Format vereinfachen
Aus einem Dokument-Post wird ein Fachpost ohne zusätzliche Gestaltung.
2. Zusatzleistung streichen
Ein zweites Video oder eine zusätzliche Reporting-Zusammenfassung entfällt.
3. Abstimmung begrenzen
Der Kunde bündelt Feedback intern und bleibt bei der vereinbarten Korrekturrunde.
Eine mögliche Antwort:
Danke für die Budgetinfo. Der besprochene Umfang passt so nicht in euren Rahmen. Wenn wir die zweite Version und die zusätzliche Freigaberunde herausnehmen, bleibt ein schlankerer Fachpost übrig. Soll ich euch dafür ein konkretes Angebot schreiben?
So verhandelst du über Leistung. Der Ratgeber Honorar verhandeln mit Marken zeigt weitere Gesprächswege.
Lege dir eine interne Kalkulationskarte an
Speichere zu jedem Angebot die Rechnung, aus der dein Preis entstanden ist.
| Feld | frei gewähltes Beispiel |
|---|---|
| Grundformat | Fachpost |
| Grundzeit | 6,5 h |
| eigener Stundensatz | 90 € |
| Grundwert | 585 € |
| Zusatz | 1,5 h Stakeholder-Schleife |
| Zusatzwert | 135 € |
| Gesamtkalkulation | 720 € |
Wenn du später einen ähnlichen Auftrag bekommst, hast du deine eigenen Erfahrungswerte. Das ist wertvoller als eine fremde Rate Card, weil es deine reale Arbeitsweise abbildet.
Vergiss Produktionsrisiken nicht
Eine Kalkulation ist kein Stundenprotokoll auf die Minute. Sie soll dich davor schützen, regelmäßig Leistungen zu vergessen. Plane deshalb bei neuen Formaten realistisch und kontrolliere nach dem Projekt, ob deine Annahmen gestimmt haben.
Wenn du bei einem neuen Format noch keine Erfahrungswerte hast, kannst du einen kleinen internen Puffer einplanen. Wird aus normaler Abstimmung dagegen eine neue Aufgabe, gehört sie nicht in diesen Puffer, sondern als Zusatz in die nächste Abstimmung.
Drei Kalkulationsszenarien, die nicht denselben Preis ergeben müssen
Ein einzelner LinkedIn-Post ist als Leistungsbeschreibung zu grob. Für deine interne Rechnung hilft es, vor dem Angebot zu prüfen, welche Arbeit tatsächlich hinter dem Format steckt. Drei frei gewählte Beispiele zeigen den Unterschied.
Szenario A: Fachpost mit vorhandenem Input
Der Kunde liefert ein klares Briefing, zwei belastbare Quellen und einen freigegebenen Ansprechpartner. Du entwickelst daraus einen Fachpost, stimmst eine Korrekturrunde ab und veröffentlichst ihn. Deine frei gewählte interne Planung könnte so aussehen:
| Block | Zeit |
|---|---|
| Briefing prüfen | 0,5 h |
| Konzept und Text | 2,0 h |
| eine Korrekturrunde | 0,75 h |
| Veröffentlichung und Nachbereitung | 0,5 h |
| Gesamt | 3,75 h |
Bei einem frei gewählten eigenen Stundensatz von 90 € ergibt das 3,75 h × 90 € = 337,50 € als internen Arbeitswert. Das ist keine Preisempfehlung, sondern dein Rechenbeispiel.
Szenario B: Dokument-Post mit mehreren Fachabteilungen
Jetzt soll aus demselben Thema ein mehrseitiger Dokument-Post entstehen. Zusätzlich liefern Produktteam und Vertrieb Input, der zuerst zusammengeführt werden muss. Du planst frei gewählt 7 Stunden. Bei demselben Beispiel-Stundensatz ergibt sich 7 h × 90 € = 630 €.
Der Unterschied entsteht nicht, weil ein Dokument-Post grundsätzlich „mehr wert“ wäre. Er entsteht in diesem Beispiel durch zusätzlichen Struktur-, Gestaltungs- und Abstimmungsaufwand. Genau diese Logik solltest du intern dokumentieren.
Szenario C: Video mit Eventtermin
Für ein Video kommen Skript, Aufnahme, Schnitt und ein fester Termin hinzu. Wenn du außerdem zwei Stunden bei einem Kundenevent eingeplant hast, trenne die Blöcke sichtbar. Frei gewählt: 8,5 Stunden Gesamtaufwand. Das ergibt 8,5 h × 90 € = 765 €. Reisezeit oder weitere Vor-Ort-Leistungen gehören nur dann dazu, wenn du sie tatsächlich zugesagt und in deiner Kalkulation berücksichtigt hast.
Diese drei Rechnungen helfen dir vor allem bei einer Frage: Welche Leistung verändert den Aufwand? Genau dort solltest du im Angebot präziser werden.
Was du bei einer Änderung des Umfangs neu rechnen solltest
Ein B2B-Auftrag kann sich nach der ersten Zusage verändern. Ein zusätzlicher Ansprechpartner kommt dazu, aus einem Post werden zwei Varianten oder der Kunde möchte nach der Freigabe noch eine neue Botschaft einbauen. Dann brauchst du keine Grundsatzdiskussion über deinen gesamten Preis. Du prüfst nur den veränderten Teil.
Nutze dafür diese kleine Entscheidungsregel:
- Ist die neue Bitte bereits ausdrücklich im bestätigten Umfang enthalten? Dann bleibt sie in der bestehenden Kalkulation.
- Ersetzt sie eine andere Leistung vollständig? Dann prüfst du nur, ob der Aufwand vergleichbar ist.
- Kommt sie zusätzlich hinzu? Dann schätzt du den neuen Zeitblock und rechnest ihn separat.
- Verändert sie einen bereits freigegebenen Inhalt grundlegend? Dann behandelst du die neue Ausarbeitung als neuen Arbeitsblock statt als normale Korrektur.
Eine kurze Formulierung an den Kunden kann so aussehen:
Die neue zweite Version war im bisherigen Umfang noch nicht enthalten. Ich rechne dafür einen zusätzlichen Arbeitsblock ein und sende euch die angepasste Kalkulation, bevor ich sie umsetze.
Damit bleibt die Diskussion sachlich. Du musst weder jede Minute rechtfertigen noch Zusatzarbeit still mittragen. Entscheidend ist, dass Leistungsbeschreibung und interne Rechnung wieder zusammenpassen.
Mit Management: Preisverhandlung und Portalansicht unterscheiden
Ein Management kann das Honorar mit dem Kunden verhandeln. Wenn es CreatorOffice nutzt, siehst du anschließend:
- deinen Anteil am bestätigten Deal,
- Leistung und Briefing,
- Fristen für Entwurf und Posting,
- Content-Status und Korrekturen,
- Vertrag und Signaturstand,
- Rechnung und Zahlungsstatus,
- Nachrichten mit deinem Management.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Die Creator-Ansicht findest du auf Für Creator. Weitere B2B-Themen stehen unter Für LinkedIn-Creator.
Häufige Fragen
Wie berechne ich den Preis für eine LinkedIn-Kooperation?
Zerlege den Auftrag in konkrete Arbeitsphasen, schätze deine eigene Zeit und multipliziere sie mit deinem persönlichen Stundensatz. Ergänze zusätzliche Formate, Abstimmungsrunden oder Eventleistungen separat.
Soll ich für einen LinkedIn-Post immer denselben Preis nehmen?
Nicht zwingend. Zwei Posts können sehr unterschiedlichen Recherche-, Produktions- und Freigabeaufwand haben. Entscheidend ist der tatsächliche Leistungsumfang.
Wie rechne ich mehrere Ansprechpartner ein?
Plane Zeit für die vereinbarte Freigabe ein und verlange gebündeltes Feedback. Zusätzliche Runden, die über den vereinbarten Umfang hinausgehen, kannst du separat kalkulieren.
Was mache ich, wenn der Kunde mein Budget nicht erreicht?
Schlag einen kleineren oder einfacheren Umfang vor. Das ist transparenter, als denselben Auftrag mit unverändertem Aufwand zu einem deutlich niedrigeren Preis anzunehmen.
Muss ich dem Kunden meinen Stundensatz nennen?
Nein. Die Stundenrechnung ist deine interne Kalkulation. Im Angebot kannst du den Gesamtpreis und den klaren Leistungsumfang nennen, ohne jede interne Rechenzeile offenzulegen.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, siehst du deinen Anteil und die operative Umsetzung des bestätigten LinkedIn-Deals im Creator-Portal. Deine interne B2B-Kalkulation bleibt dein eigenes Arbeitsinstrument.

