Ein Micro-Influencer-Media-Kit sollte nicht erklären, warum dein Account „trotz“ kleiner Reichweite interessant ist. Es soll zeigen, welche Nische du besetzt, wer dir folgt, welche Formate du verlässlich produzierst und welche Beispiele zu einer Marke passen.
Dadurch wird das Media-Kit zur Entscheidungshilfe. Es bündelt die Informationen, die eine Marke sonst aus Profil, Nachrichten und Screenshots zusammensuchen müsste.
Micro-Influencer-Media-Kit: eine Seite braucht eine klare Hierarchie
Ob dein Dokument eine oder mehrere Seiten hat, ist weniger wichtig als die Reihenfolge. Auf den ersten Blick sollten Nische, Plattformen und Kontakt erkennbar sein. Danach folgen Community, Kennzahlen und Beispiele.
Vermeide einen Einstieg mit einem großen Followerwert als alleiniger Aussage. Bei einem Micro-Account ist die konkrete Zielgruppe meist erklärungsbedürftiger und deshalb wichtiger.
Das Media-Kit eines kleinen Accounts steht auf vier Säulen:
- Nische: Der Schwerpunkt muss in einem kurzen Satz verständlich sein.
- Community: Beschreibe Interessen und Zielregion so konkret, dass eine Marke ihren Fit prüfen kann.
- Kennzahlen: Zeig wenige aktuelle Werte mit Stand oder Zeitraum statt einer Zahlenwand.
- Beispiele: Wähle Arbeiten, die Stil, Markenintegration und zuverlässige Umsetzung sichtbar machen.

Community konkret beschreiben statt „engagiert“ nennen
Schreib, welche Themen Menschen zu dir bringen und welche Fragen wiederkehren. Bei einem regionalen Account gehört die Region dazu; bei einem Fachthema die konkrete Interessenlage.
Du brauchst dafür keine erfundenen Prozentwerte. Wenn du demografische Daten aus der Plattform zeigst, nenne den aktuellen Stand. Ergänze nur Informationen, die für Kooperationen wirklich relevant sind.
Kennzahlen mit Kontext machen kleine Accounts verständlich
Nenne Follower, Reichweite oder Aufrufe nicht ohne Zeitraum. Wenn du verschiedene Formate anbietest, wähle die Kennzahlen passend dazu.
Die Aufgabe des Media-Kits ist nicht, jede Zahl zu zeigen. Es soll eine Marke schnell verstehen lassen, was sie bei einer Zusammenarbeit erwarten kann. Eine kleine, sauber beschriftete Auswahl wirkt professioneller als zehn unkommentierte Screenshots.
Arbeitsproben: zwei gute Beispiele schlagen acht mittelmäßige
Wähle Beispiele, die deine geplante Arbeit zeigen. Ein Beitrag kann für Bildsprache stehen, einer für Erklärung und einer für Community-Interaktion. Unter jedem Link schreibst du kurz, warum du ihn ausgewählt hast.
Wenn du noch keine bezahlten Kooperationen hast, nimm freien Content. Der allgemeine Ratgeber Media-Kit erstellen zeigt die Grundstruktur; hier zählt besonders die klare Nischen-Erklärung.
Ausgeschriebenes Beispiel für die Textblöcke
Die Textblöcke müssen nicht lang sein. Sie sollten nur so konkret sein, dass eine Marke die Nische und die Community ohne Rückfrage versteht. Eine ausgeschriebene Version kann so aussehen:
Mara Linden – Wohnideen für kleine Stadtwohnungen
Ich zeige einfache Einrichtungslösungen für wenig Platz, mit Fokus auf Stauraum, flexible Möbel und ruhige Vorher-nachher-Formate.
Community: Viele Rückfragen drehen sich um schmale Flure, kleine Küchen und Lösungen, die ohne großen Umbau funktionieren.
Buchbare Formate: kurze Reels mit einer konkreten Alltagssituation, Story-Sequenzen mit Erklärung und kompakte Foto-Serien.
Beispiel 1: Vorher-nachher-Video zu einem kleinen Eingangsbereich; zeigt meinen ruhigen Erklärstil.
Beispiel 2: Foto-Serie zu Stauraum in einer kleinen Küche; zeigt Detailaufnahmen und praktische Nutzung.
Kontakt: Mara Linden, E-Mail über das Profil.
Diese Version rechtfertigt keine Followerzahl. Sie macht Thema, Community und Arbeitsweise sichtbar. Für Gespräche über Accountgröße hilft dir zusätzlich Kleine Reichweite bei Marken erklären.
Media-Kit pflegen, bevor eine Anfrage kommt
Setze dir einen festen monatlichen Termin für Kennzahlen und Beispiele. Entferne alte Inhalte, die deine aktuelle Nische nicht mehr zeigen. Aktualisiere auch Formate, die du nicht mehr anbietest.
Wenn du das Media-Kit aktiv verschickst, sollte die erste Nachricht trotzdem eine konkrete Idee enthalten. Den Ablauf dafür findest du unter Micro-Influencer-Kooperationen finden.
Ein Beispiel für die Kennzahlen-Zeile im Media-Kit: „Instagram, Stand 1. Oktober 2026: Reels der letzten 30 Tage mit Aufrufen und gespeicherten Beiträgen, dazu die drei häufigsten Fragen aus den Kommentaren.“ Das Media-Kit liefert die Belege, der Pitch die konkrete Idee. Mehr dazu in Kleine Reichweite bei Marken erklären.
Häufige Fragen
Braucht ein Micro-Influencer überhaupt ein Media-Kit?
Es ist besonders hilfreich, wenn du aktiv Marken anschreibst oder regelmäßig Anfragen bekommst. Es bündelt Nische, Kennzahlen und Beispiele in einer verständlichen Form.
Sollte ich meine Preise im Media-Kit nennen?
Das ist eine Arbeitsentscheidung. Wenn Leistungen stark variieren, kannst du Preise auch erst nach einem konkreten Briefing kalkulieren.
Wie aktuell müssen Kennzahlen sein?
So aktuell, dass sie dein heutiges Profil sinnvoll beschreiben. Schreib immer den Stand oder Zeitraum dazu.
Was zeige ich ohne bezahlte Referenzen?
Freie Beiträge, die dein Format, deine Bildsprache und deinen Umgang mit relevanten Produkten oder Themen zeigen.
Muss ich für jede Marke ein neues Media-Kit bauen?
Nein. Eine gute Grundversion reicht. Du kannst Beispiele oder Reihenfolge anpassen, wenn dadurch der Marken-Fit klarer wird.
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