Ein LinkedIn-Media-Kit sollte einem Firmenkunden nicht nur sagen, wie viele Menschen dir folgen. Es muss zeigen, welches berufliche Thema du besetzt, welche Zielgruppe du erreichst und welche Formate ein Unternehmen bei dir sinnvoll buchen kann. Für B2B-Creator ist diese Einordnung wichtiger als eine lange Sammlung von Screenshots.
Der praktischste Aufbau ist ein kompaktes Dokument mit Positionierung, Zielgruppenbeschreibung, realen Plattformdaten, Arbeitsbeispielen und klaren Formaten.
LinkedIn-Media-Kit: Positionierung vor Kennzahlen
Auf LinkedIn kommen Firmen selten nur wegen einer nackten Reichweitenzahl. Sie wollen wissen, welche Menschen dir bei welchem Thema zuhören. Deshalb gehört die fachliche Positionierung ganz nach vorn.
Eine klare Formel lautet:
Ich erkläre [Themenfeld] für [berufliche Zielgruppe] mit [deiner Perspektive oder Art der Aufbereitung].
Beispiel mit einer erfundenen Creatorin:
Nora Stein erklärt Vertriebsprozesse für kleine B2B-Teams und macht aus komplexen Abläufen kurze Entscheidungsmodelle und Praxisbeispiele.
Dieser Satz hilft dem Kunden mehr als eine Liste von fünf Schlagwörtern. Er verbindet Thema, Zielgruppe und Arbeitsweise.
Zielgruppe im B2B-Kontext: lieber präzise als groß
Zeig nur Informationen, die du tatsächlich kennst. Wenn du reale Daten zu Berufsrollen, Regionen oder Unternehmensgrößen hast, kannst du sie aufnehmen. Wenn nicht, erfinde keine Struktur aus einzelnen Kommentaren.
Ein gutes Feld im Media-Kit kann so aussehen:
| Bereich | So formulierst du ihn sauber |
|---|---|
| Fachthemen | Vertriebsprozesse, Kundenkommunikation, Teamorganisation |
| Zielgruppe | Menschen, die in kleinen B2B-Teams Verantwortung tragen |
| Plattformdaten | reale Werte mit Zeitraum |
| Content-Schwerpunkte | Fachposts, Dokument-Posts, Videos |
| Stand | Monat und Jahr |
Schreib bei Kennzahlen immer dazu, aus welchem Zeitraum sie stammen. Ein Wert ohne Kontext wirkt größer, als er vielleicht ist, und hilft dem Kunden bei der Einordnung wenig.
Buchbare Formate: aus Plattformformaten werden Leistungen
„LinkedIn-Post“ beschreibt nur die Oberfläche. Ein Auftraggeber muss wissen, was dahinter steckt.
Zum Beispiel:
| Format | Inhalt der Leistung | mögliche Zusatzpunkte |
|---|---|---|
| Fachpost | Themenabstimmung, Ausarbeitung, Veröffentlichung | zusätzliche Version, weitere Freigaberunde |
| Dokument-Post | Konzept, Seitenstruktur, Text, Veröffentlichung | weitere Seiten, zusätzliche Gestaltung |
| Video | Konzept, Aufnahme, Schnitt, Veröffentlichung | zweite Fassung, zusätzlicher Dreh |
| Event-Content | Anwesenheit, vereinbarte Inhalte, Veröffentlichung | Reise, weitere Beiträge, Nachbereitung |
So wird aus einem B2B-Creator-Media-Kit eine echte Entscheidungsgrundlage.

Arbeitsbeispiele brauchen Kontext
Ein Firmenkunde erkennt an einem Screenshot selten, warum ein Beitrag gut zu seinem Projekt passen könnte. Ergänze deshalb zu jedem Beispiel drei kurze Angaben:
- Worum ging es fachlich?
- Welches Format hast du gewählt?
- Was zeigt das Beispiel über deine Arbeitsweise?
Beispiel:
Thema: Übergaben im Vertrieb. Format: Dokument-Post mit fünf Seiten. Stärke des Beispiels: komplexe Prozessfrage in eine einfache Checkliste übersetzt.
Damit zeigst du nicht nur, dass du bereits Content hast, sondern wie du Probleme strukturierst.
Der allgemeine Ratgeber Media-Kit erstellen enthält die Grundregeln. Für B2B-Creator lohnt zusätzlich die Übersichtsseite Für LinkedIn-Creator, weil dort weitere kooperationsspezifische Themen gebündelt sind.
Kennzahlen: nicht alles, was messbar ist, muss ins Deck
Wähle Kennzahlen danach aus, ob sie einem Firmenkunden bei der Entscheidung helfen. Eine lange Zahlenwand wirkt nicht automatisch professioneller.
Mögliche Angaben sind:
- reale Reichweite einzelner Formate mit Zeitraum,
- Interaktionen auf relevanten Beiträgen,
- Followerzahl mit Stand,
- Beispiele für Themen, die regelmäßig Resonanz bekommen,
- sofern wirklich verfügbar: reale Zielgruppeninformationen aus deiner Plattformansicht.
Schreib keine vermeintlichen Branchenvergleiche dazu. Das Media-Kit dokumentiert deine Daten, nicht einen behaupteten Standard.
Preisangaben: drei saubere Varianten
Du kannst Preise in deinem Media-Kit unterschiedlich lösen:
Variante A: ohne Preise
Du zeigst nur Formate und kalkulierst nach Briefing. Das ist sinnvoll, wenn Abstimmungsaufwand stark schwankt.
Variante B: klar definierte Startpakete
Du nennst nur dann einen Preis, wenn der Umfang wirklich standardisiert ist und du intern weißt, was enthalten ist.
Variante C: „auf Anfrage“ plus benötigte Angaben
Statt einer Zahl erklärst du, welche Informationen du für ein Angebot brauchst: Format, Termin, Freigabeweg, zusätzliche Nutzung und gewünschtes Reporting.
Für den Rechenweg selbst ist LinkedIn-Kooperation-Preis berechnen die bessere Stelle.
So könnte ein dreiseitiges LinkedIn-Media-Kit aussehen
Seite 1: Positionierung
- Name und ein klarer Positionierungssatz,
- zwei bis vier Themenfelder,
- Zielgruppe in verständlicher Sprache,
- aktuelles Foto oder sachliche Profilansicht.
Seite 2: Belege und Formate
- reale Kennzahlen mit Stand,
- zwei bis drei Arbeitsbeispiele,
- drei bis fünf buchbare Formate mit Leistungsumfang.
Seite 3: Zusammenarbeit
- welche Angaben du für ein Angebot brauchst,
- Kontakt,
- Aktualisierungsdatum,
- optional Link zu weiteren Beispielen.
Mehr Seiten sind möglich, aber jede Seite sollte eine konkrete Frage beantworten. Wenn eine Folie nur Selbstbeschreibung wiederholt, kannst du sie meistens streichen.
Ein B2B-Media-Kit sollte auch den nächsten Schritt erklären
Viele Decks enden mit einer Kontaktadresse und lassen offen, welche Informationen ein Unternehmen für eine konkrete Anfrage schicken soll. Gerade im B2B-Bereich hilft eine kleine „So starten wir“-Box. Sie kann zum Beispiel vier Punkte enthalten:
- gewünschtes Format oder Ziel der Kooperation,
- grober Zeitraum,
- Ansprechpartner für Briefing und Freigabe,
- besondere Anforderungen an Produktion oder Reporting.
Damit verschiebst du die erste Rückfrage von „Was kostet ein Post?“ zu einer sinnvolleren Projektbeschreibung. Gleichzeitig machst du deutlich, dass dein Preis vom tatsächlichen Umfang abhängt.
Eine Formulierung für die letzte Seite könnte lauten:
Für ein konkretes Angebot brauche ich Format, Zeitraum, gewünschte Leistung und den vorgesehenen Freigabeweg. Schickt mir diese Eckdaten gern zusammen mit eurem Briefing oder einer kurzen Projektbeschreibung.
Ein gutes Media-Kit soll nicht nur beeindrucken, sondern den nächsten geschäftlichen Schritt erleichtern.
Prüfe das Deck aus Sicht einer fremden Person
Öffne die Datei nach dem Export einmal auf dem Handy und einmal am Desktop. Kann jemand, der dich noch nicht kennt, innerhalb kurzer Zeit drei Dinge beantworten: Wofür stehst du, welche B2B-Zielgruppe erreichst du und welches Format kann er anfragen? Wenn eine Antwort erst auf Seite fünf auftaucht, gehört sie weiter nach vorn.
Media-Kit und Pitch müssen zusammenpassen
Ein häufiger Bruch entsteht, wenn der Pitch sehr konkret ist, das Media-Kit aber nur allgemein „Business, Karriere, Lifestyle“ zeigt. Prüfe deshalb vor dem Versand:
- Findet der Kunde das gepitchte Thema im Deck wieder?
- Gibt es mindestens ein Beispiel, das deine Eignung für die Idee zeigt?
- Ist das angebotene Format beschrieben?
- Sind die Kennzahlen aktuell?
Ein Beispiel: Du pitchst einen Dokument-Post zu Vertriebsübergaben. Dann sollte dein Deck mindestens einen eigenen Dokument-Post zeigen, auch wenn er zu einem anderen Thema entstanden ist. Fehlt so ein Beleg, aktualisiere das Deck vor dem Versand. Ein passendes Media-Kit unterstützt den Pitch; es soll ihn nicht durch Masse ersetzen.
Mit Management: welche Daten du im Portal wirklich siehst
Ein Management kann dein Media-Kit im Vertrieb einsetzen. Nutzt es CreatorOffice, siehst du nach bestätigten Kooperationen im Creator-Portal:
- Deals je Monat mit Stand und eigenem Anteil,
- Briefings und vereinbarte Leistungen,
- Fristen im Kalender,
- Content zum Hochladen und Korrekturstatus,
- Verträge mit Signaturstand,
- Rechnungen mit Prüfung, Freigabe und Zahlung,
- Nachrichten direkt an der Kooperation.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal für Creator aufgebaut ist, siehst du unter Für Creator.
Häufige Fragen
Was gehört in ein LinkedIn-Media-Kit?
Positionierung, Zielgruppe, reale Kennzahlen mit Stand, buchbare Formate, Arbeitsbeispiele und Kontakt. Bei B2B-Creatorn sollte außerdem klar sein, welche fachlichen Themen sie regelmäßig behandeln.
Muss ich Unternehmensgrößen oder Jobtitel meiner Follower zeigen?
Nur wenn du diese Informationen tatsächlich aus verlässlichen eigenen Daten ableiten kannst. Wenn du sie nicht kennst, beschreibst du lieber deine inhaltliche Zielgruppe statt etwas zu schätzen.
Wie viele Arbeitsbeispiele sollte ich zeigen?
Wenige unterschiedliche Beispiele reichen oft aus. Wähle Beiträge, die verschiedene Fähigkeiten zeigen, etwa einen Fachpost, ein Dokumentformat und ein Video. Jeder Screenshot sollte kurz erklärt werden.
Gehören Preise in ein B2B-Media-Kit?
Nicht zwingend. Wenn Umfang, Abstimmung und Produktion je Kooperation stark variieren, ist eine individuelle Kalkulation oft sinnvoller. Wichtig ist, dass der Kunde versteht, welche Formate er bei dir anfragen kann.
Wie oft sollte ich mein LinkedIn-Media-Kit aktualisieren?
Immer dann, wenn zentrale Kennzahlen, Positionierung, Formate oder Beispiele nicht mehr aktuell sind. Ein sichtbares Stand-Datum hilft dir und dem Empfänger, die Version einzuordnen.
CreatorOffice für Creator
Dein LinkedIn-Media-Kit ist dein Verkaufsdokument. Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, findest du die Informationen zum bestätigten Deal anschließend im Creator-Portal.



