Wenn du Social-Media-Freelancer werden willst, musst du zuerst entscheiden, was „Betreuung“ bei dir konkret bedeutet. Manche Kunden erwarten nur Planung und Veröffentlichung, andere zusätzlich Text, Abstimmung, Community-Betreuung und einen monatlichen Bericht. Ohne Grenze verkaufst du schnell ein Sammelwort, hinter dem jeden Monat ein anderer Arbeitsumfang steckt.
Der sinnvollste Start ist deshalb nicht ein möglichst breites Angebot. Wähle eine Zielkundengruppe, wenige wiederkehrende Aufgaben und einen Ablauf, den du von der Monatsplanung bis zum Bericht erklären kannst. Erst dann kannst du deinen tatsächlichen Aufwand messen und eine persönliche Kalkulationsbasis aufbauen.
Zielkunden nach interner Situation auswählen
Eine kleine lokale Marke ohne eigenes Marketingteam hat andere Bedürfnisse als ein Unternehmen mit interner Content-Person. Im ersten Fall kann mehr Struktur und Zuarbeit bei dir liegen, im zweiten eher Planung, Koordination und Veröffentlichung. Entscheide, welche Situation du gut bedienen kannst.
Eine klare Zielgruppe hilft auch beim Portfolio. Ein Beispiel-Redaktionsplan für eine kleine Dienstleistungsfirma kann sinnvoller sein als fünf hübsche, aber zusammenhanglose Posts. Du willst zeigen, dass du einen Monat organisieren kannst, nicht nur einzelne Motive gestalten.
Drei Arbeitsproben zeigen mehr als ein fiktiver Feed
Für den Einstieg kannst du drei unterschiedliche Arbeitsproben bauen. Erstens einen kleinen Redaktionsplan mit Themen, Datum, Format und Freigabestatus. Zweitens eine Beispielauswertung, in der du erklärst, welche Inhalte im nächsten Monat fortgeführt, verändert oder gestrichen würden. Drittens einen Freigabeablauf vom Entwurf bis zur Veröffentlichung.
Damit zeigst du Planung, Bewertung und Organisation. Vermeide Fantasie-Kundennamen. Schreib lieber „Beispiel für einen regionalen Dienstleister“ oder „Testfall für einen kleinen Onlineshop“. Die Aufgabe soll realistisch sein, aber nicht wie ein echter Kunde wirken.
Monatlichen Aufwand in fünf Blöcke zerlegen
Für deine Kalkulation brauchst du eine eigene Zeitbasis. Teile den Monat mindestens in diese fünf Bereiche:
- Planung: Themen, Kalender und Prioritäten.
- Erstellung: Texte, einfache Aufbereitung oder Koordination von Material.
- Abstimmung: Rückfragen und gebündeltes Kundenfeedback.
- Veröffentlichung: finale Prüfung und eingeplante Beiträge.
- Bericht: Ergebnisse zusammenfassen und nächste Entscheidungen vorbereiten.

Miss diese Blöcke in den ersten Monaten getrennt. Wenn Abstimmung doppelt so viel Zeit kostet wie Erstellung, weißt du, dass nicht dein Content-Tempo, sondern der Kundenprozess deine Kalkulation verändert.
Erstes Rechenmodell aus dem eigenen Monat bauen
Rechenbeispiel, frei gewählt, keine Marktpreise, ohne Steuern: Du planst monatlich vier Stunden Themenplanung, acht Stunden Erstellung und Vorbereitung, drei Stunden Abstimmung, zwei Stunden Veröffentlichung sowie zwei Stunden Bericht. Das sind 19 Stunden. Mit einem frei gewählten internen Satz von 46 € ergibt sich 19 × 46 € = 874 € als persönlicher Rechenwert für genau diesen angenommenen Umfang.
Der Betrag ist kein Preisvorschlag für den Markt. Er zeigt nur die Logik: Leistung zuerst definieren, eigene Zeit schätzen, mit der eigenen Basis rechnen und später mit echten Stunden vergleichen. Für deinen eigenen Stundensatz hilft dir die Kalkulationshilfe in der kostenlosen Preisliste-Vorlage.
Formale Gründung und Abgaben klärst du mit deiner Steuerberatung. Für deine operative Kalkulation zählt dagegen, welche Aufgaben in deinem Monat tatsächlich stecken.
Freigabe und Zuarbeit als feste Termine behandeln
Eine Kanalbetreuung gerät oft nicht wegen fehlender Ideen ins Stocken, sondern weil Bilder, Informationen oder Freigaben zu spät kommen. Schreib deshalb schon beim Start, wann der Kunde Material liefert, wer Entscheidungen bündelt und bis wann ein Entwurf bestätigt sein muss.
Ein einfacher Monatsrhythmus könnte sein: Themenabstimmung in Woche eins, Zuarbeit bis zu einem festen Datum, Freigabe der ersten Inhalte danach und Monatsauswertung am Ende. Die konkreten Tage bestimmst du mit dem Kunden; wichtig ist die Wiederholung.
Wenn du tiefer in den Angebotsumfang einsteigen willst, hilft Angebot für Social-Media-Betreuung. Für die Kundengewinnung danach ist Social-Media-Freelancer Kunden finden die passende nächste Stufe.
Ein Startangebot in einem Absatz
Ich übernehme die monatliche Themenplanung für einen Kanal, bereite die vereinbarte Anzahl Beiträge vor, sammle Rückmeldungen über eine feste Ansprechperson und plane freigegebene Inhalte zur Veröffentlichung ein. Zum Monatsende fasse ich die wichtigsten Beobachtungen und offenen Entscheidungen kurz zusammen. Zusätzliche Produktionen oder weitere Kanäle werden separat abgestimmt.
Dieser Absatz ist absichtlich enger als eine lange Leistungsbroschüre. Er zeigt, welche Art Arbeit wiederkehrt und wo zusätzliche Aufgaben beginnen.
Kapazität vor dem zweiten Kunden prüfen
Bevor du einen weiteren Betreuungskunden annimmst, schaust du auf deinen ersten echten Monat. Welche Aufgaben lagen an festen Tagen, welche konnten flexibel erledigt werden und welche Rückfragen kamen unerwartet? Zwei Kunden mit jeweils zwanzig Stunden Aufwand sind nicht automatisch vierzig problemlos planbare Stunden, wenn beide Freigaben und Veröffentlichungen an denselben Tagen verlangen.
Baue deshalb eine kleine Wochenansicht aus wiederkehrenden Terminen: Planung, Freigaben, Veröffentlichungen und Bericht. Erst wenn du sie nebeneinander siehst, kannst du entscheiden, ob der nächste Kunde in deinen Kalender passt. Kapazität ist damit nicht nur eine Stundensumme, sondern auch eine Frage von Terminkollisionen.
Häufige Fragen
Muss ich als Social-Media-Freelancer auch Fotos und Videos produzieren?
Nein. Du kannst Produktion selbst anbieten, koordinieren oder vollständig aus deinem Betreuungspaket herauslassen. Entscheidend ist, dass der Kunde weiß, wer das benötigte Material liefert.
Wie viele Kanäle sollte ich zum Start gleichzeitig betreuen?
So viele, wie du mit deinem tatsächlichen Zeitbudget zuverlässig organisieren kannst. Miss zuerst den Aufwand eines realen Kundenmonats, bevor du deine Kapazität hochrechnest.
Was gehört in eine erste Arbeitsprobe ohne Kunden?
Ein nachvollziehbarer Redaktionsplan, eine kleine Auswertung und ein Freigabeablauf zeigen mehr von deiner Betreuungsarbeit als einzelne gestaltete Posts ohne Zusammenhang.
Wann sollte ich Zusatzleistungen getrennt anbieten?
Wenn sie nicht regelmäßig im bestätigten Monatsumfang vorkommen, etwa ein zusätzlicher Drehtag, eine umfangreiche Kampagne oder ein weiterer Kanal. Dann bleibt die Basisleistung vergleichbar.
Wie erkenne ich, ob mein monatlicher Umfang zu groß ist?
Wenn regelmäßig ungeplante Stunden entstehen, prüfe, welcher Block ausufert: Erstellung, Abstimmung, Freigabe oder Bericht. Passe zuerst den Leistungsumfang oder Prozess an, bevor du nur schneller arbeiten willst.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, können deine Creator-Kooperationen und Fristen im Portal erscheinen; den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Die Creator-Ansicht findest du unter Für Creator. Ohne Management gibt es ein eigenes Creator-Konto.



Social-Media-Freelancer werden beginnt mit einer Leistungsgrenze
Trenne zuerst laufende Kanalbetreuung von einzelnen Kreativleistungen. Wenn du einen Redaktionsplan erstellst, Beiträge einplanst und Veröffentlichungen koordinierst, ist das laufende Betreuung. Ein einzelnes Fotoshooting, ein Logo oder ein einmaliger Videoschnitt kann dagegen als eigener Produktionsbaustein danebenstehen.
Formuliere deine Startleistung in Tätigkeiten: „monatliche Themenplanung, zwölf vorbereitete Beiträge, Abstimmung mit einer Ansprechperson, Veröffentlichung nach Freigabe und kurzer Monatsbericht.“ Solch ein Satz ist kalkulierbarer als „vollständiges Social-Media-Management“.