Ein Angebot für Social-Media-Betreuung wird unklar, sobald nur „monatliche Betreuung“ darin steht. Für dich bedeutet das vielleicht Planung und Veröffentlichung, der Kunde denkt zusätzlich an spontane Storys, Community-Antworten, Fotos, Auswertungen und tägliche Rückfragen. Ein gutes Angebot macht deshalb Mengen, Takt und Zuarbeit sichtbar.
Am besten gliederst du nicht nach hübschen Paketnamen, sondern nach Arbeitsblöcken: Planung, Erstellung oder Koordination, Veröffentlichung, Community-Betreuung, Abstimmung und Bericht. Danach setzt du für jeden Block konkrete Mengen oder Regeln ein.
Angebot Social-Media-Betreuung: Leistung nach Arbeitsart gliedern
Ein möglicher Aufbau beginnt mit der Planung: Themen und Redaktionskalender. Danach folgt Erstellung oder Koordination: Texte, vorhandenes Bildmaterial aufbereiten oder externe Produktion einplanen. Veröffentlichung ist ein eigener Block. Community-Betreuung gehört nur hinein, wenn du sie wirklich übernimmst. Zum Schluss kommen Abstimmung und Bericht.
So erkennt der Kunde, dass „acht Beiträge“ nicht automatisch Fotoshooting, Kommentarbetreuung und Kampagnenplanung enthält. Gleichzeitig kannst du deine eigene Zeit später denselben Blöcken zuordnen.
Mengen und Takt statt schwammiger Formulierungen
Schreib nicht „regelmäßige Posts“, sondern zum Beispiel „bis zu acht vorbereitete Beiträge pro Monat für einen Kanal, verteilt nach gemeinsamem Redaktionsplan“. Schreib nicht „Community inklusive“, sondern „Antworten auf eingehende Kommentare an drei vereinbarten Werktagen pro Woche“ – falls genau das deine Leistung ist.
Mengen schützen nicht nur dich. Der Kunde kann dadurch prüfen, ob dein Angebot zu seinem Bedarf passt. Wenn er doppelt so viele Inhalte benötigt, merkt ihr es vor dem Start statt in Woche drei.
Kundenzuarbeit ist ein Teil des Angebots
Ein Monatsplan funktioniert nur, wenn Material und Entscheidungen rechtzeitig kommen. Nenne deshalb, was du vom Kunden brauchst: Produktinformationen, Bildmaterial, Termine, Freigaben und eine feste Ansprechperson. Schreib auch, bis wann diese Zuarbeit erforderlich ist, wenn sie einen Veröffentlichungstermin beeinflusst.
Eine einfache Formulierung lautet: „Der Kunde liefert benötigte Produktinformationen und Bildmaterial bis zum vereinbarten Redaktionsstichtag. Rückmeldungen werden von einer Ansprechperson gebündelt.“ So wird aus „der Kunde muss mitarbeiten“ eine überprüfbare Voraussetzung. Wie die Abstimmung danach läuft, beschreibt Content-Freigabe mit Kunden.
Rechenbeispiel: Monatsumfang aus sechs Zeitblöcken
Nehmen wir einen frei gewählten Beispielkunden mit einem Kanal. Du planst monatlich:
| Block | Zeit |
|---|---|
| Themen- und Redaktionsplanung | 3 Stunden |
| Text und Aufbereitung | 8 Stunden |
| Veröffentlichung | 2 Stunden |
| Community-Betreuung | 3 Stunden |
| Abstimmung und Freigabe | 3 Stunden |
| Monatsbericht | 1,5 Stunden |
Das sind 20,5 Stunden. Frei gewählt, keine Marktpreise, ohne Steuern: Bei einem eigenen internen Satz von 50 € pro Stunde ergibt sich 20,5 × 50 € = 1.025 €. Dieser Wert gilt nur für den angenommenen Umfang im Beispiel.

Die Grafik fasst dieselben Blöcke wie die Tabelle zusammen. Wenn du Community-Betreuung nicht anbietest, fällt dieser Block in deinem echten Angebot weg. Für deinen eigenen Stundensatz hilft dir die Kalkulationshilfe in der kostenlosen Preisliste-Vorlage. Wenn du auf dieser Grundlage einen stabilen Monatsumfang hast, leitest du daraus eine Monatspauschale für Social Media ab.
Zusatzleistungen ausdrücklich neben den Monatsumfang stellen
Typische Extras können ein zusätzlicher Drehtag, eine umfangreiche Kampagne, ein weiterer Kanal oder kurzfristige Wochenendbetreuung sein. Nenne solche Punkte als optionale Leistungen oder als „nach separater Abstimmung“, statt sie still in den Monatspreis einzubauen.
Kommt später eine neue Aufgabe hinzu, vergleichst du sie mit dem bestätigten Umfang. Ist sie nicht enthalten, schickst du eine kurze Ergänzung: „Die zusätzliche Kampagnenseite und die vier dazugehörigen Beiträge sind im laufenden Monatsumfang nicht enthalten. Ich kann sie als Zusatzblock übernehmen und sende euch dafür eine Ergänzung.“
Vertragsklauseln klärst du mit einer Kanzlei; steuerliche Angaben besprichst du mit deiner Steuerberatung.
Angebotsvariante statt unklarem Mischpaket
Ein Kunde schwankt zwischen reiner Planung und kompletter Betreuung. Statt beide Möglichkeiten in einer Summe zu vermischen, stellst du zwei klar getrennte Varianten gegenüber. Variante A umfasst Themenplanung, Redaktionskalender und monatliche Abstimmung. Variante B ergänzt Textaufbereitung, Veröffentlichung und den vereinbarten Bericht. So kann der Kunde eine Leistung auswählen, ohne später Teile der größeren Variante in der kleineren zu erwarten.
Für dich hat die Gegenüberstellung einen zweiten Vorteil: Jeder Block bekommt eine eigene Zeitannahme. Entscheidet sich der Kunde später für mehr Betreuung, kannst du exakt benennen, welcher Arbeitsblock hinzukommt.
Was bei einer spontanen Zusatzanfrage passiert
Ein Monatsangebot wird besonders dann geprüft, wenn mitten im Monat etwas Neues dazukommt. Stell dir vor, der Kunde möchte kurzfristig zwei zusätzliche Beiträge zu einer Aktion. Bevor du zusagst, prüfst du nicht nur die Zahl der Inhalte. Frag auch, ob neues Material produziert werden muss, wer die Informationen liefert und welcher bereits geplante Beitrag dafür verschoben werden soll.
Du kannst die Entscheidung in drei Wege teilen: innerhalb des bestehenden Umfangs tauschen, als Zusatzleistung ergänzen oder auf den nächsten Monat verschieben. Diese drei Möglichkeiten machen die Abstimmung konkret. Wenn ein geplanter Beitrag entfällt und durch einen gleich aufwendigen Inhalt ersetzt wird, kann ein Tausch passen. Kommt zusätzlicher Aufwand hinzu, braucht er einen eigenen Umfang. Fehlt die Zeit vollständig, ist Verschieben die ehrlichste Lösung.
So schützt du die Monatspauschale davor, zu einer offenen Flatrate zu werden, ohne bei jeder kleinen Änderung kompliziert zu reagieren.
Häufige Fragen
Muss in einem Social-Media-Angebot jede einzelne Aufgabe stehen?
Nicht jede Mikrotätigkeit, aber alle relevanten Arbeitsblöcke, Mengen und Grenzen. Der Kunde sollte verstehen, was monatlich enthalten ist und was separat abgestimmt wird.
Wie beschreibe ich Community-Betreuung sinnvoll?
Mit Zeitraum, Häufigkeit und Art der Aufgabe. „Community inklusive“ ist zu offen. Nenne lieber, wann du Kommentare oder Nachrichten sichtest und welche Fälle an den Kunden zurückgehen.
Was mache ich, wenn der Kunde Material zu spät liefert?
Lege im Angebot fest, dass Veröffentlichungen von rechtzeitiger Zuarbeit abhängen. Bei Verzögerung bestätigst du einen neuen realistischen Termin statt still alles zu verschieben.
Kann ich mehrere Kanäle in ein Angebot packen?
Ja, wenn für jeden Kanal Umfang und Aufgaben sichtbar bleiben. Ein zweiter Kanal kann andere Formate und deutlich mehr Abstimmung erzeugen und sollte nicht nur als Nebensatz auftauchen.
Wie oft sollte ich den bestätigten Monatsumfang überprüfen?
Vergleiche regelmäßig deine echte Zeit mit den angenommenen Blöcken. Wenn Zusatzaufgaben dauerhaft wiederkehren, gehören sie entweder in einen neuen Umfang oder müssen ausdrücklich draußen bleiben.
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