Ein Auftrag ist abgeschlossen. Die Marke hat das Video ohne Korrektur freigegeben, es dann 30 Tage in Anzeigen genutzt und die Nutzung verlängert. Davon steht in deinem Portfolio nichts. UGC-Ergebnisse zu zeigen heißt, solche Belege zu sammeln und so aufzubereiten, dass neue Marken sehen: Mit dieser Creatorin läuft ein Auftrag verlässlich.
Hier erfährst du, welche Ergebnisse es gibt, wann und wie du Marken danach fragst, wie du eine kurze Fallbeschreibung baust und die Zustimmung der Marke einholst. Dazu kommen Hinweise, wo du die Ergebnisse einsetzt und was du lieber weglässt.
UGC-Ergebnisse zeigen: welche Ergebnisse es gibt
Ergebnisse sind nicht nur Zahlen. Auch Abläufe, die gut funktioniert haben, überzeugen neue Marken. Diese fünf Arten gibt es:
| Ergebnis | Woran du es merkst | Wie du es belegst |
|---|---|---|
| Freigabe ohne Korrektur | Die Marke gibt das Video beim ersten Mal frei | die Freigabe-Nachricht der Marke |
| Verlängerung der Nutzung | Die Marke bittet, das Video länger zu nutzen | die Anfrage und dein Angebot dazu |
| Folgeauftrag | Die Marke bucht erneut | die neue Auftragsbestätigung |
| Rückmeldung in Worten | Die Marke lobt Zusammenarbeit oder Video | die Nachricht, mit Erlaubnis zitiert |
| Kennzahlen der Marke | Die Marke teilt freiwillig, wie das Video lief | ihre Mitteilung, mit Zustimmung genutzt |
Sei ehrlich bei der Einordnung. Läuft ein Video in Anzeigen gut, liegt das auch am Produkt, am Budget und an der Zielgruppe. Schreib deshalb nicht „Mein Video hat X bewirkt“, sondern was du belegen kannst: „Die Marke hat das Video freigegeben und die Nutzung verlängert.“ Wie du Kennzahlen einordnest, zeigt der Rechner Engagement-Rate berechnen. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern.
Ergebnisse erfragen: wann und wie
Marken liefern selten von allein. Du musst zum richtigen Zeitpunkt fragen, und zwar einfach genug, dass die Antwort in einer Minute geschrieben ist.
| Zeitpunkt | Was du fragst | Warum dann |
|---|---|---|
| Bei der Abnahme | Wie zufrieden seid ihr, und darf ich einen Satz zitieren? | Die Marke ist zufrieden und hat den Eindruck frisch |
| Nach einer Verlängerung oder einem Folgeauftrag | Nichts. Du hältst das Ergebnis fest | Das Ergebnis liegt schon schriftlich vor |
| Einige Wochen nach der Veröffentlichung | Wofür habt ihr das Video genutzt, und gibt es etwas, das ihr teilen möchtet? | Dann liegen erste Erfahrungen vor |
Vorlage: Bitte um Rückmeldung
Hallo [Name], danke für die gute Zusammenarbeit an [Produkt]. Ich möchte mein Portfolio um Rückmeldungen ergänzen und habe drei kurze Fragen:
1. Was hat euch an der Zusammenarbeit gefallen? 2. Wofür habt ihr das Video genutzt? 3. Darf ich einen Satz aus eurer Antwort zitieren, mit eurem Markennamen?
Ein Satz genügt. Falls ihr Zahlen teilen möchtet, freue ich mich, sage euch aber vorher Bescheid, wie ich sie nutze.
Die Nachricht macht es der Marke leicht: drei Fragen, ein Satz reicht, die Verwendung wird angekündigt.

Die Fallbeschreibung in drei Teilen
Eine Fallbeschreibung, oft Case Study genannt, ist ein kurzer Text zu einem Auftrag. Drei Teile reichen, jeder in ein bis zwei Sätzen:
- Aufgabe: Was wollte die Marke? Produkt, Umfang, Zweck.
- Umsetzung: Was hast du gemacht? Ablauf, Besonderheiten, Zeit.
- Ergebnis: Was ist herausgekommen? Nur Belegtes.
Beispiel (mit erfundenen Namen):
Aufgabe: Die Marke Velune suchte ein Video für ihre neue Trinkflasche, dazu drei verschiedene Einstiege für einen Anzeigentest.
Umsetzung: Skript am ersten Tag abgestimmt, Dreh am zweiten, Lieferung am dritten Werktag nach dem Produkt. Eine Korrekturrunde mit gebündeltem Feedback.
Ergebnis: Freigabe ohne weitere Änderungen. Velune hat die Nutzung von 30 auf 90 Tage verlängert und ein weiteres Video für den Herbst gebucht.
Der Text enthält keine Zahlen zu Reichweite oder Umsatz. Er zeigt, was du verantwortest: Ablauf, Termintreue und Wirkung auf die Zusammenarbeit. Das reicht, um Vertrauen aufzubauen.
Bist du neu und hast noch keine Verlängerung oder Folgeaufträge, zählt auch das Interne: eine Frist, die du eingehalten hast, eine Korrekturrunde statt drei, ein sauber übergebener Ordner. Wie du die Verlängerung einer Nutzung anbietest, zeigt der Ratgeber UGC-Nutzung verlängern.
Zustimmung der Marke einholen, bevor du sie nennst
Eine Marke zu nennen, ihre Worte zu zitieren oder Zahlen zu zeigen, sollte nie ohne ihre Zustimmung passieren. Frag deshalb vor der Veröffentlichung, was du nutzen darfst:
Vorlage: Zustimmung einholen
Hallo [Name], ich möchte gern einen kurzen Fall zur Zusammenarbeit an [Produkt] in meinem Portfolio zeigen. Im Anhang findet ihr den Entwurf. Bitte sagt mir, ob ich - euren Markennamen nennen darf, - das Zitat „[Satz]“ verwenden darf, - die Zahl [Wert] zeigen darf.
Wenn ihr etwas ändern oder streichen wollt, passe ich es an. Ich veröffentliche erst nach eurer Rückmeldung.
Halte die Antwort schriftlich fest, zum Beispiel in der Nachricht selbst. Ob und wie du Marken nennen und Zahlen zeigen darfst, klärst du mit einer Kanzlei. Hast du keine Zustimmung, zeig den Fall anonym: „Eine Marke für Trinkflaschen“ statt des Namens, ohne Zitate und ohne Zahlen.
Wo du Ergebnisse einsetzt
Dieselben Ergebnisse arbeiten an mehreren Stellen, jeweils in anderer Länge:
| Stelle | Was du zeigst |
|---|---|
| Portfolio | kurze Fälle neben den Arbeitsproben, wie im Ratgeber UGC-Portfolio erstellen beschrieben |
| Profil | ein Satz, etwa „Zwei Marken haben die Nutzung verlängert“ |
| Anschreiben | eine Zeile mit einem passenden Fall: „Für Velune lieferte ich ein Video mit drei Hooks, freigegeben ohne Korrektur.“ |
| Angebot | ein Verweis auf einen ähnlichen Fall, wenn die Marke den Bereich kennt |
Wähle für jede Marke den Fall, der zu ihr passt. Eine Küchenmarke interessiert sich weniger für einen Fall aus dem Garten, selbst wenn er besser lief.
Was du lieber nicht zeigst
- Vertrauliche Zahlen: Preise, Budgets und Umsätze der Marke. Wenn du Zahlen zeigst, dann nur mit Zustimmung und ohne Konditionen.
- Marken ohne Zustimmung: Dann bleibt der Fall anonym.
- Überhöhte Aussagen: „Mein Video hat den Absatz verdoppelt“ ist kaum belegbar und riskant, wenn die Marke es nicht bestätigt.
- Rückmeldungen aus dem Zusammenhang gerissen: Ein Zitat bleibt wörtlich oder wird gar nicht gezeigt.
- Zahlen ohne Quelle: Frag, woher eine Kennzahl stammt, bevor du sie nutzt. Wie Kennzahlen für Kampagnen aufbereitet werden, steht im Ratgeber Kampagnen-Reporting für Influencer.
Mit Management: Deals und Fristen im Creator-Portal
Läuft ein Teil deiner Aufträge über ein Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du im Creator-Portal am Handy:
- Deine Deals: je Monat mit Stand, deinem Anteil und der Frist
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Rechnungen: Du reichst deine Rechnung ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
- Nachrichten: Chat mit dem Team direkt an der Kooperation, auch für Fragen zu Rückmeldungen der Marke
Ob du im Namen einer Marke etwas zeigen darfst, besprichst du mit deinem Management, denn dort liegt die Beziehung zur Marke. Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Wie zeige ich UGC-Ergebnisse, wenn ich noch wenige Kunden habe?
Zeig, was du belegen kannst: Termine eingehalten, Freigabe nach einer Korrekturrunde, sauber übergebene Dateien. Auch ein Satz aus der Abnahme zählt. Die Zahl der Kunden ist weniger wichtig als die Verlässlichkeit, die du belegst.
Wie bitte ich eine Marke um eine Rückmeldung?
Mit drei kurzen Fragen kurz nach der Abnahme, wie in der Vorlage oben. Kündige an, wie du die Antwort nutzt, und bitte um Zustimmung, bevor du etwas veröffentlichst.
Darf ich Kennzahlen der Marke zeigen?
Nur mit ihrer Zustimmung und mit klarer Quelle. Rechtliche Fragen dazu klärst du mit einer Kanzlei. Ohne Zustimmung zeigst du den Fall ohne Zahlen.
Was ist eine UGC-Case-Study?
Ein kurzer Text zu einem Auftrag mit Aufgabe, Umsetzung und Ergebnis. Er zeigt neuen Marken, wie du arbeitest und was dabei herauskommt.
Was tue ich, wenn die Marke nicht antwortet?
Frag einmal freundlich nach. Kommt keine Antwort, verwende nur das, was du ohnehin zeigen darfst, etwa Arbeitsproben ohne Marke. Nenn nichts, was du nicht abgestimmt hast.
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