Den richtigen Ansprechpartner für eine Influencer-Kooperation zu finden, ist oft schwerer als die Pitch-Mail selbst. Auf einer Markenwebsite stehen Presse, Kundenservice, Vertrieb und allgemeine Kontaktadressen nebeneinander. Für dich zählt deshalb zuerst nicht der Name einer Person, sondern die Aufgabe: Wer betreut Creator, Social Media, Partnerschaften oder Kampagnen?
Mit einem festen Rechercheweg vermeidest du zwei Extreme: blind an „info@“ schreiben oder einzelne Mitarbeitende auf privaten Kanälen suchen. Beides ist unnötig. Meist kommst du über öffentlich angebotene geschäftliche Kontaktwege ans Ziel.
Ansprechpartner für Influencer-Kooperationen: welche Rolle ist wahrscheinlich zuständig?
Je nach Unternehmen kann dieselbe Aufgabe in unterschiedlichen Teams liegen. Deshalb ist eine Rollenliste hilfreicher als die Suche nach einer einzigen Berufsbezeichnung.
| Was du anbieten willst | Plausibler Einstieg | Woran du die Zuständigkeit erkennst |
|---|---|---|
| Social-Media-Content auf deinem Kanal | Social Media oder Influencer Marketing | Die Rolle betreut Creator-Kampagnen oder Social-Kanäle |
| längerfristige Markenpartnerschaft | Partnerships, Brand Marketing oder Influencer Marketing | Die Person arbeitet an Kooperationen und Kampagnen |
| Einladung zu Launch oder Event | PR, Communications oder Events | Die Abteilung organisiert Presse, Gäste oder Veranstaltungen |
| regionale Kooperation | lokales Marketing oder Standort-Marketing | Die Person betreut Aktionen für eine Region oder Filiale |
| fachlicher B2B-Content | Marketing, Partnerships oder Communications | Der Schwerpunkt liegt auf Zielgruppen und Inhalten statt Endkundenservice |
Diese Zuordnung ist keine feste Organigramm-Regel. Sie hilft dir nur, den ersten sinnvollen Eingang zu wählen. Kleine Unternehmen bündeln mehrere Aufgaben bei einer Person; größere Unternehmen verteilen sie auf Teams.

Der Rechercheweg: von der offiziellen Website zur richtigen Person
Arbeite von außen nach innen. Das schützt dich davor, nach Namen zu suchen, bevor du überhaupt weißt, welche Abteilung relevant ist.
Erster Halt: die Website der Marke. Öffne Kontakt, Presse, Unternehmen, Partnerschaften oder Karriere. Nicht jede Seite nennt Influencer ausdrücklich. Eine Adresse des Marketing- oder Kommunikationsteams ist trotzdem oft ein besserer Start als der Kundenservice.
Zweiter Halt: geschäftliche Social-Profile. Manche Marken nennen in ihrer Bio oder in hervorgehobenen Informationen eine Adresse für Presse oder Kooperationen. Nutze nur öffentlich bereitgestellte geschäftliche Angaben.
Dritter Halt: LinkedIn. Such dort nach der Marke und Rollen wie Social Media, Influencer Marketing, Brand Marketing, Partnerships oder PR. Du musst eine gefundene Person nicht sofort direkt anschreiben. Oft reicht der Name, um zu verstehen, wie das Team aufgebaut ist und welche allgemeine Firmenadresse der richtige Eingang ist.
Vierter Halt: eine kurze Weiterleitungsfrage. Wenn du immer noch keine eindeutige Person findest, schreib an den allgemeinen Kontakt. Nicht mit deinem kompletten Pitch, sondern mit einer klaren Frage.
Vorlage: um Weiterleitung an den richtigen Kontakt bitten
Du musst nicht so tun, als kennst du die interne Struktur. Eine kurze, präzise Anfrage wirkt professioneller als ein geratenes „Hallo Marketing-Team“.
Betreff: Zuständiger Kontakt für Influencer-Kooperationen
Hallo zusammen,
ich bin Jona Wiese und erstelle Content rund um Outdoor-Alltag und Wochenendtouren. Ich habe eine konkrete Kooperationsidee für eure Marke und möchte sie gern an die Person schicken, die Creator- oder Social-Media-Partnerschaften betreut.
Könnt ihr mir sagen, an welche geschäftliche E-Mail-Adresse ich mich dafür am besten wende oder meine Nachricht intern weiterleiten?
Vielen Dank und viele Grüße
Jona
Die Nachricht funktioniert auch über ein Kontaktformular. Sie verlangt keine interne Information außer dem passenden geschäftlichen Eingang und hält den eigentlichen Pitch zurück, bis klar ist, wer ihn bearbeiten kann.
So erkennst du, dass du beim falschen Team gelandet bist
Manchmal bekommst du eine freundliche Antwort, die aber nicht weiterhilft. Drei Situationen kommen häufig vor.
Der Kundenservice antwortet mit einer Standardnachricht. Dann formuliere noch einmal präzise, dass es nicht um ein Produktproblem, sondern um eine geschäftliche Creator-Kooperation geht. Bitte um Weiterleitung, statt deinen ganzen Pitch erneut zu schicken.
Die Presseadresse verweist auf Marketing. Das ist kein Scheitern, sondern eine brauchbare Information. Trag den neuen Kontakt ein und antworte dort mit einem frischen, kurzen Einstieg: „Euer Presseteam hat mich an euch verwiesen.“
Eine Person sagt, sie sei nicht zuständig. Frag einmal, ob sie die passende Rolle oder allgemeine Adresse nennen kann. Kommt keine Antwort, such nicht dieselbe Person auf mehreren Kanälen. Wechsel zurück zu öffentlichen Firmenkontakten.
Bau dir eine kleine Kontaktliste statt eines chaotischen Postfachs
Schon bei wenigen Pitches verliert man schnell den Überblick. Eine einfache Tabelle reicht am Anfang. Sie sollte nicht möglichst viele Daten sammeln, sondern den nächsten Schritt sichtbar machen.
| Marke | Rolle oder Team | Kontaktquelle | Letzter Kontakt | Nächster Schritt |
|---|---|---|---|---|
| Avorae | Social Media | Kontaktseite | Pitch gesendet | Wiedervorlage setzen |
| Kalmira | PR | Pressebereich | Weiterleitung erhalten | Pitch an Marketing senden |
| Velune | Partnerships | LinkedIn + Firmenadresse | Ansprechpartner gefunden | Mail vorbereiten |
Die Markennamen im Beispiel sind erfunden. Wichtig ist die Logik: Du dokumentierst nur geschäftlich notwendige Informationen. Private Telefonnummern, private Profile oder persönliche Details gehören nicht in deine Liste.
Wenn du die Marke gefunden hast, aber noch keine passende Nachricht formuliert hast, führt dich der Ratgeber Marken anschreiben als Influencer durch den Pitch. Wie Agenturen Creator gegenüber Marken vorstellen, zeigt ergänzend Pitch an Marken.
Welche Kontaktwege du bewusst nicht mischst
Ein häufiger Fehler entsteht aus Ungeduld: erst Mail, dann Direktnachricht, dann persönliches LinkedIn-Profil, dann Kommentar unter einem Beitrag. Für die empfangende Person sieht das nicht nach guter Organisation aus, sondern nach mehreren parallelen Anfragen.
Wähl einen geschäftlichen Hauptkanal. Wenn du später wechselst, sag warum. Zum Beispiel: „Ich hatte letzte Woche über das Kontaktformular geschrieben und wurde an diese Adresse verwiesen.“ So bleibt der Verlauf verständlich.
Öffentliche Direktnachrichten können ein Einstieg sein, wenn die Marke dort ausdrücklich Kooperationen entgegennimmt. Ein vollständiges Angebot lässt sich per E-Mail meist leichter intern weiterleiten. Entscheidend ist nicht der Kanal an sich, sondern ob die Marke ihn für geschäftliche Anfragen sichtbar anbietet.
Bevor du den Kontakt anschreibst: drei Dinge vorbereiten
Wenn du endlich die richtige Person findest, solltest du nicht erst anfangen, deinen Pitch zu bauen. Halte vorher drei Bausteine bereit:
Eine konkrete Idee. Ein Satz reicht, aber er muss zeigen, was die Marke in deinem Content sehen würde.
Ein aktuelles Media-Kit. Es liefert die Zahlen und Arbeitsproben, die du in der Mail nur kurz erwähnst. Der Ratgeber Media-Kit erstellen zeigt den Aufbau.
Ein realistischer nächster Schritt. Willst du erst Interesse prüfen, ein Briefing erhalten oder direkt ein Angebot schicken? Schreib genau das. Ein Kontakt kann leichter reagieren, wenn klar ist, was du von ihm brauchst.
Mit Management: was für dich sichtbar bleibt
Wenn du mit einem Management arbeitest, übernimmt es oft die Markenkommunikation. Nutzt das Management CreatorOffice, siehst du im Creator-Portal nicht seine internen Pitch-Listen oder Angebote. Du siehst stattdessen das, was für deine Zusammenarbeit relevant ist:
- deine bestätigten Deals je Monat,
- deinen Anteil an der Kooperation,
- Briefings und Abgabefristen,
- Verträge, die du unterschreiben sollst,
- Content-Freigaben und Korrekturen,
- Rechnungen mit ihrem Bearbeitungsstand,
- Nachrichten direkt an der Kooperation.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Auf Für Creator siehst du, wie dieser Bereich aufgebaut ist.
Häufige Fragen
Wer ist bei einer Marke für Influencer-Kooperationen zuständig?
Das hängt von der Organisation ab. Häufig liegen Creator-Kooperationen bei Social Media, Influencer Marketing, Brand Marketing, Partnerships oder PR. Such deshalb nach der Aufgabe und nicht nur nach einer bestimmten Berufsbezeichnung.
Darf ich einfach an eine allgemeine Kontaktadresse schreiben?
Ja, wenn keine speziellere geschäftliche Adresse angegeben ist. Formuliere dann kurz, worum es geht, und bitte um Weiterleitung an die zuständige Person. Schick nicht zwingend schon das ganze Angebot mit.
Wie finde ich einen Marketing-Kontakt, ohne private Daten zu suchen?
Nutze offizielle Kontaktseiten, Pressebereiche, geschäftliche Social-Profile und öffentlich sichtbare Rollen auf LinkedIn. Für den Pitch brauchst du keine privaten Telefonnummern oder persönlichen Profile.
Was mache ich, wenn mir jemand sagt, dass er nicht zuständig ist?
Bedank dich und frag einmal nach der richtigen Rolle oder einer allgemeinen Adresse. Danach arbeitest du mit diesem Hinweis weiter. Mehrere Nachrichten an dieselbe Person auf verschiedenen Kanälen bringen selten zusätzliche Klarheit.
Soll ich zuerst den Kontakt suchen oder schon den Pitch schreiben?
Die Idee und die wichtigsten Belege solltest du vorher vorbereiten. Den finalen Einstieg passt du an, sobald du weißt, welches Team du anschreibst. So bleibt die Mail konkret, ohne von einer falschen Zuständigkeit auszugehen.
CreatorOffice für Creator
CreatorOffice hilft dir nicht dabei, private Markenansprechpartner zu sammeln. Wenn dein Management das System nutzt, bündelt dein Creator-Portal stattdessen die bestätigten Deals, Fristen, Unterlagen und Nachrichten, die dich direkt betreffen.


