Influencer-Marketing-KPIs sind die Kennzahlen, an denen du den Erfolg einer Kooperation misst: Reichweite, Impressionen, Interaktionen, Engagement-Rate, Klicks und Kosten. Eine KPI ist eine Kennzahl, die du vorher zum Ziel erklärst. Nicht jede Zahl ist eine KPI. Sie wird es erst, wenn jemand sagt, was sie aussagen soll.
Viele Missverständnisse entstehen, weil Begriffe verwechselt werden. Die Marke fragt nach „Reichweite“ und meint Impressionen, der Creator liefert die Zahl der Follower. Hier siehst du jede Kennzahl mit Definition, ein durchgerechnetes Beispiel und eine Regel, welche Zahl zu welchem Ziel passt.
Influencer-Marketing-KPIs im Überblick: die wichtigsten Kennzahlen
Diese Begriffe brauchst du im Alltag. Die Namen unterscheiden sich je nach Plattform, die Bedeutung nicht:
| Kennzahl | Was sie zählt | Wofür du sie nutzt |
|---|---|---|
| Follower | Konten, die dem Creator folgen | Größe der Community, nicht des Beitrags |
| Reichweite | verschiedene Personen, die den Beitrag gesehen haben | Bekanntheit |
| Impressionen | wie oft der Beitrag eingeblendet wurde | Sichtbarkeit insgesamt |
| Aufrufe | wie oft das Video gestartet wurde | Interesse am Video |
| Interaktionen | Likes, Kommentare, Speicherungen, Weiterleitungen | Reaktion der Community |
| Engagement-Rate | Interaktionen im Verhältnis zu einer Basis | Vergleich von Beiträgen |
| Klicks | Aufrufe eines Links | Handlung |
| TKP | Kosten je 1.000 Impressionen | Preis im Verhältnis zur Sichtbarkeit |
Welche Zahlen eine Plattform bereitstellt, ist unterschiedlich. Frage den Creator, welche er liefern kann, und halte das vor der Kampagne fest.
Reichweite oder Impressionen? Der Unterschied am Beispiel
Reichweite zählt Personen, Impressionen zählen Einblendungen. Sieht eine Person den Beitrag zweimal, zählt sie bei der Reichweite einmal, bei den Impressionen zweimal. Impressionen sind deshalb mindestens so hoch wie die Reichweite.
Ein Beitrag der Creatorin Elin Berg, mit frei gewählten Zahlen:
- 40.000 Follower
- 12.000 Personen haben den Beitrag gesehen: Reichweite 12.000
- Er wurde 15.000 Mal eingeblendet: Impressionen 15.000
- 600 Interaktionen
- 150 Klicks auf den Link
- Honorar 900 €
Aus Reichweite und Impressionen folgt eine nützliche Zahl: 15.000 geteilt durch 12.000 ergibt 1,25. Im Schnitt hat jede Person den Beitrag 1,25 Mal gesehen. Liegt der Wert deutlich höher, wird der Beitrag oft wiederholt gesehen, etwa weil er gespeichert oder erneut abgespielt wird.

Beachte: Nicht alle Follower sehen einen Beitrag. In diesem Beispiel erreicht er 12.000 von 40.000, also 30 von 100 Followern. Das ist kein Maßstab, nur die Rechnung für dieses Beispiel.
Engagement-Rate verstehen: zwei Basen, zwei Ergebnisse
Die Engagement-Rate zeigt, wie stark die Community reagiert. Die Formel lautet: Interaktionen geteilt durch Basis, mal 100. Die Basis ist entweder die Zahl der Follower oder die Reichweite des Beitrags. Das Ergebnis ändert sich stark:
- Basis Follower: 600 geteilt durch 40.000 mal 100 ergibt 1,5 Prozent.
- Basis Reichweite: 600 geteilt durch 12.000 mal 100 ergibt 5,0 Prozent.
Beide Werte sind richtig. Sie sagen aber etwas anderes. Der erste vergleicht die Reaktion mit der ganzen Community, der zweite mit den Personen, die den Beitrag wirklich gesehen haben. Wenn eine Marke sagt „die Engagement-Rate soll bei X liegen“, frage nach der Basis. Ohne diese Angabe sind zwei Zahlen nicht vergleichbar.
Zum Nachrechnen mit deinen eigenen Werten gibt es den Rechner zur Engagement-Rate berechnen. Welche Zahl du als „gut“ ansiehst, gibt es nicht als allgemeinen Wert. Vergleiche Beiträge desselben Creators miteinander und über die Zeit.
Kleine und große Creator vergleichen
Ein zweites Beispiel zeigt, warum eine einzelne Zahl täuscht. Jona Wiese hat 10.000 Follower. Sein Beitrag erreicht 4.000 Personen, 5.000 Impressionen, 300 Interaktionen, das Honorar liegt bei 250 €. Frei gewählte Zahlen:
| Kennzahl | Elin Berg | Jona Wiese |
|---|---|---|
| Follower | 40.000 | 10.000 |
| Reichweite | 12.000 | 4.000 |
| Impressionen | 15.000 | 5.000 |
| Interaktionen | 600 | 300 |
| Engagement-Rate (Basis Follower) | 1,5 % | 3,0 % |
| Engagement-Rate (Basis Reichweite) | 5,0 % | 7,5 % |
| Honorar | 900 € | 250 € |
| TKP | 60 € | 50 € |
Jona hat die höhere Engagement-Rate, Elin die größere Reichweite. Welcher Beitrag „besser“ ist, hängt vom Ziel ab. Will die Marke möglichst viele Personen erreichen, ist Elin stärker. Soll die Community reagieren, überzeugt Jona. Die Tabelle zeigt, dass es nicht reicht, nur nach einer Zahl zu sortieren.
Mehrere Beiträge zusammenrechnen: wo Vorsicht nötig ist
Läuft eine Kampagne über mehrere Beiträge, willst du eine Gesamtzahl. Nicht jede Kennzahl lässt sich einfach addieren:
- Impressionen und Interaktionen kannst du addieren. Jede Einblendung und jede Reaktion zählt einzeln.
- Reichweite darfst du nicht addieren. Dieselbe Person kann mehrere Beiträge gesehen haben und würde doppelt zählen. Die Summe der Einzelwerte ist nur eine Obergrenze.
- Engagement-Rate rechnest du neu aus den Summen, nicht als Mittelwert der Einzelraten.
Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Drei Beiträge der Kampagne haben 15.000, 12.000 und 9.000 Impressionen, zusammen also 36.000. Die Interaktionen liegen bei 600, 450 und 300, zusammen 1.350. Das gesamte Honorar beträgt 2.400 €. Der TKP für die Kampagne ist dann 2.400 geteilt durch 36.000 mal 1.000, also rund 66,67 €. Die Einzelreichweiten von 12.000, 10.000 und 7.000 ergeben höchstens 29.000 erreichte Personen, vermutlich weniger.
Welche Kennzahl für welches Ziel?
Lege vor der Kampagne fest, was gemessen wird. Eine einfache Zuordnung:
| Ziel der Marke | Passende Kennzahlen | Frage dazu |
|---|---|---|
| Bekanntheit | Reichweite, Impressionen, TKP | Wie viele Personen haben die Marke gesehen? |
| Interesse | Interaktionen, Speicherungen, Engagement-Rate | Wie stark hat die Community reagiert? |
| Handlung | Klicks, Kosten pro Klick, Verkäufe mit Code | Wie viele sind dem Link gefolgt? |
Mische die Ziele nicht. Eine Kampagne für Bekanntheit an Klicks zu messen, führt zu falschen Schlüssen. Eine Verkaufsaktion nur an Impressionen zu messen, auch.
Kosten ins Verhältnis setzen: TKP und Kosten pro Klick
Zwei Zahlen setzen das Honorar in Beziehung zum Ergebnis:
- TKP (Tausend-Kontakt-Preis): Honorar geteilt durch Impressionen, mal 1.000. Für Elin: 900 geteilt durch 15.000 mal 1.000 ergibt 60 €.
- Kosten pro Klick: Honorar geteilt durch Klicks. Für Elin: 900 geteilt durch 150 ergibt 6 €.
Mit dem Rechner für den TKP berechnen setzt du deine eigenen Zahlen ein. Der TKP ist ein Vergleichswert, kein Urteil. Ein höherer TKP kann sich lohnen, wenn die Zielgruppe genau passt. Gib keine Richtwerte weiter, wenn du keine Quelle hast.
So hältst du Kennzahlen sauber fest
Damit sich Zahlen später nachvollziehen lassen, notierst du zu jeder:
Ein Screenshot ist Beleg und Gedächtnis zugleich. Wie du daraus einen Bericht für die Marke baust, steht im Ratgeber zum Influencer-Reporting. Für das Media-Kit zeigt der Ratgeber zum Media Kit erstellen, welche Kennzahlen dort hineingehören.
Typische Fehler mit Kennzahlen
Follower gelten als Erfolg
Follower sagen etwas über die Größe des Kanals, nicht über den Beitrag. Frage nach Reichweite und Interaktionen.
Zahlen ohne Basis
„Die Engagement-Rate liegt bei 5 Prozent“ ist unvollständig. Nenne Basis, Zeitraum und Stand.
Äpfel mit Birnen
Aufrufe eines Videos und Impressionen eines Fotos sind nicht dasselbe. Vergleiche nur Zahlen mit gleicher Definition.
Zu früh gemessen
Ein Beitrag erreicht in den ersten Stunden nur einen Teil seiner Personen. Lege den Messzeitpunkt fest und halte ihn für alle Beiträge gleich.
Zahlen als Versprechen
Reichweiten schwanken. Verspreche keine Zahl, die du nicht beeinflussen kannst. Nenne stattdessen frühere Werte mit Stand und lass die Marke entscheiden.
So bildet CreatorOffice Kennzahlen ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. Kennzahlen trägst du von Hand ein, mit Stand. Für die Arbeit mit Kennzahlen sind diese Funktionen belegt:
- Kennzahlen je Plattform mit Stand im Media-Kit des Creators, neben Kurzprofil auf Deutsch und Englisch, Themen, auf Wunsch Preisen und Referenzen. Ab Tarif Team.
- Versand als Link: persönlich, befristet und jederzeit widerrufbar; die Marke öffnet ihn mit ihrer E-Mail-Adresse.
- Bericht für die Marke: aus Kennzahlen und Screenshots, die du von Hand einträgst. Er steht im Browser und als PDF bereit.
- Creator melden Beiträge: mit Link und Datum.

CreatorOffice liest keine Kennzahlen automatisch aus den Plattformen aus. Du trägst sie ein, und der Stand bleibt sichtbar. Mehr zum Bereich auf der Seite CRM für Influencer-Agenturen, die Tarife findest du bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Reichweite und Impressionen?
Reichweite zählt die verschiedenen Personen, die einen Beitrag gesehen haben. Impressionen zählen, wie oft er eingeblendet wurde. Sieht jemand ihn zweimal, zählt er bei der Reichweite einmal und bei den Impressionen zweimal.
Wie berechne ich die Engagement-Rate?
Interaktionen geteilt durch die Basis, mal 100. Die Basis ist entweder die Follower-Zahl oder die Reichweite des Beitrags. Nenne die Basis dazu, denn sie verändert das Ergebnis stark.
Welche Kennzahlen sind im Influencer-Marketing am wichtigsten?
Das hängt vom Ziel ab. Für Bekanntheit sind es Reichweite und Impressionen, für Interesse Interaktionen und Engagement-Rate, für Handlung Klicks. Lege die Kennzahl vor der Kampagne fest.
Was ist ein guter Wert für die Engagement-Rate?
Es gibt keinen allgemeinen Wert. Er hängt von Plattform, Format, Basis und Zielgruppe ab. Vergleiche Beiträge desselben Creators miteinander und achte auf den Verlauf.
Wann messe ich die Kennzahlen eines Beitrags?
Lege einen festen Zeitpunkt fest, zum Beispiel sieben Tage nach der Veröffentlichung, und wende ihn auf alle Beiträge an. So bleiben die Werte vergleichbar. Trage Datum und Zeitraum bei jeder Zahl ein.
Kann CreatorOffice Kennzahlen automatisch abrufen?
Nein. Kennzahlen trägst du von Hand ein, mit Stand. Sie erscheinen im Media-Kit und im Bericht für die Marke, der im Browser und als PDF verfügbar ist.
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