Ein Streamer Media Kit soll einem Sponsor nicht beweisen, dass du „groß“ bist. Es soll in wenigen Minuten erklären, was du streamst, wer dir zuschaut, welche realen Kanalwerte du belegen kannst und welche Sponsorplätze sich in deinem Format tatsächlich buchen lassen. Genau diese vier Dinge entscheiden, ob aus einem ersten Interesse ein konkretes Gespräch werden kann.
Wenn dein Dokument nur aus Followerzahl, Logo und drei Screenshots besteht, fehlt der geschäftliche Teil. Ein gutes Media-Kit verbindet Zahlen mit einem klaren Angebot: Was kann die Marke bei dir sinnvoll machen?
Streamer Media Kit: die sechs Seiten, die wirklich etwas erklären
Du brauchst kein langes Deck. Eine kompakte Struktur mit sechs klaren Seiten oder Abschnitten reicht für viele Gespräche:
- Kanalprofil: Wer bist du und was ist dein wiederkehrendes Streamformat?
- Community: Wer schaut zu und welche Themen verbinden diese Menschen?
- Kennzahlen: Welche realen Leistungsdaten kannst du zeigen?
- Sponsoring-Formate: Welche Integrationen lassen sich buchen?
- Beispiele: Welche Inhalte zeigen deinen Stil am besten?
- Kontakt: Wie geht es nach dem Lesen weiter?
Diese Reihenfolge hat einen Vorteil: Die Marke sieht zuerst den Kontext, dann die Zahlen und erst danach das Angebot. So werden Kennzahlen nicht zum einzigen Argument.

Seite 1: Beschreibe deinen Kanal ohne Werbesprache
Der erste Satz sollte so konkret sein, dass eine Person den Kanal einordnen kann, ohne dich zu kennen.
Zu breit wäre:
„Ich bin Gaming-Creator und streame mit einer tollen Community.“
Konkreter wäre:
„Ich streame dreimal pro Woche taktische Multiplayer-Formate und baue jeden Donnerstag einen festen Community-Abend mit offenen Runden ein.“
Der zweite Satz kann erklären, was deine Zuschauer besonders an deinem Kanal nutzen: etwa gemeinsame Sessions, neue Spiele entdecken, lange Challenge-Streams oder ruhige Abendformate. Bleib bei beobachtbaren Eigenschaften und vermeide Aussagen, die du nicht belegen kannst.
Ein Media-Kit ist kein Lebenslauf. Persönliche Details gehören nur hinein, wenn sie für die Zusammenarbeit relevant sind.
Seite 2: Beschreibe die Community so, dass ein Sponsor den Fit versteht
„Gaming-affin“ ist selten genug. Frag dich stattdessen: Welche wiederkehrenden Interessen, Formate und Verhaltensweisen sehe ich tatsächlich?
Du kannst deine Community zum Beispiel über drei Ebenen beschreiben:
| Ebene | Mögliche Information |
|---|---|
| Inhalt | welche Spiele, Kategorien oder Streamarten besonders häufig vorkommen |
| Nutzung | ob Zuschauer eher lange Sessions, Community-Abende oder kurze Events verfolgen |
| Interaktion | welche Fragen, Abstimmungen oder Chat-Formate regelmäßig genutzt werden |
Wenn du Plattformdaten zu Alter, Region oder anderen Merkmalen nutzt, übernimm sie nur so, wie sie dir tatsächlich vorliegen. Vermische nicht Vermutungen aus dem Chat mit gemessenen Daten.
Seite 3: Zeig Streamer-Mediadaten mit Zeitraum
Sponsoren brauchen Zahlen, aber Zahlen ohne Zeitraum sind schwer einzuordnen. Schreib deshalb nicht nur einen Wert hin, sondern immer auch, worauf er sich bezieht.
Mögliche Kennzahlen sind zum Beispiel:
- mittlere gleichzeitige Zuschauerzahl über einen selbst gewählten Zeitraum,
- typische Streamdauer,
- Spitzenwert einzelner Streams,
- Zahl der Streams im betrachteten Zeitraum,
- Chat-Aktivität, wenn du sie zuverlässig aus deinen eigenen Daten ablesen kannst,
- relevante Zielgruppenmerkmale aus deinen Plattformdaten.
Wähle nicht jede verfügbare Zahl. Zeig die Kennzahlen, die für dein Sponsoring-Angebot etwas erklären. Für ein mehrstündiges Live-Segment kann die stabile Zuschauerschaft während eines Streams relevanter sein als eine große Profilzahl ohne Bezug zum Liveformat.
Wenn du mehrere Werte zusammenfasst, notiere die Methode. „Letzte zwölf Streams, jeweils vollständige Live-Zeit“ ist hilfreicher als eine Zahl ohne Herkunft.
CreatorOffice zieht keine Streaming-Kennzahlen automatisch ein. Wenn du mit Management arbeitest, gibst du dem Team deshalb deine aktuellen Zahlen separat. Das Portal übernimmt bei bestätigten Deals die Organisation, nicht die Messung deiner Streaming-Reichweite.
Seite 4: Mach aus Sponsoring-Ideen buchbare Formate
Viele Media-Kits verlieren an dieser Stelle an Wert. Sie zeigen Zahlen, aber nicht, was eine Marke tatsächlich buchen kann.
Beschreibe drei bis vier Formate, die zu deinem Kanal passen. Zum Beispiel:
Moderiertes Live-Segment: klar begrenzter Abschnitt innerhalb eines bestehenden Streams, mit vorab abgestimmten Kernbotschaften.
Kurzer Callout: eine kompakte Erwähnung an einem definierten Punkt im Ablauf.
Overlay-Integration: sichtbare Einblendung für vereinbarte Streamabschnitte.
Mehrteilige Livestream-Aktion: wiederkehrende Integration über mehrere Termine mit gemeinsamem Kampagnenrahmen.
Zu jedem Format gehören drei Angaben: Was passiert? Wie lange oder wie oft? Was bekommt der Sponsor danach?
Du musst im Media-Kit nicht jede Variante bepreisen. Wenn du Preise aufführst, sollten sie auf deiner eigenen Kalkulation beruhen und regelmäßig geprüft werden. Wie du das machst, erklärt Streamer-Sponsoring-Preis berechnen.
Seite 5: Zeig Arbeitsproben, die deine Integrationsidee beweisen
Ein Sponsor braucht keine zufällige Sammlung deiner erfolgreichsten Clips. Nützlicher sind Beispiele, die zeigen, wie du sprichst, Übergänge baust, Produkte oder Themen erklärst und mit dem Chat umgehst.
Wähle wenige Beispiele und schreibe jeweils einen Satz dazu:
- Was sieht man?
- Warum ist das Beispiel für eine Sponsoring-Integration relevant?
- Welcher Teil deines Stils wird sichtbar?
Hast du noch keine bezahlte Zusammenarbeit, kannst du normale Streamausschnitte verwenden. Erfinde keine Referenzen. Ein sauber ausgewählter Ausschnitt aus deinem echten Format ist glaubwürdiger als eine angebliche Markenarbeit, die nie stattgefunden hat.
Seite 6: Beende das Media-Kit mit einem klaren nächsten Schritt
Auf der letzten Seite sollten Kontaktweg und nächste Handlung stehen. Ein Sponsor muss nicht raten, ob er dir ein Briefing, eine Terminanfrage oder nur eine allgemeine Nachricht schicken soll.
Ein möglicher Abschluss lautet:
„Für Sponsoring-Anfragen schickt mir bitte Zeitraum, gewünschtes Format und eine kurze Beschreibung der Kampagne. Ich antworte mit Verfügbarkeit und einem konkreten Angebot.“
Wenn du mit Management arbeitest, setzt du dessen geschäftlichen Kontakt ein. Stimmen Name und Kontakt im Media-Kit nicht mehr, verliert das ganze Dokument sofort an Wert.
Für die allgemeine Struktur eines Creator-Dokuments kannst du zusätzlich Media-Kit erstellen nutzen. Dein Streamer-Media-Kit braucht aber deutlich mehr Live-Kontext als ein allgemeines Creator-Dokument.
Zwei Beispielpakete ohne Preisangabe
Manchmal hilft es Sponsoren, im Media-Kit bereits zwei mögliche Richtungen zu sehen. Du kannst zum Beispiel so formulieren:
Paket „Live-Moment“
- ein moderiertes Sponsorsegment in einem bestehenden Stream,
- ein kurzer Reminder später im Stream,
- ein vereinbarter Nachweis mit Link und Zeitstempeln.
Paket „Stream-Serie“
- wiederkehrendes Segment in mehreren Terminen,
- einheitliche Kernbotschaft mit variabler Live-Umsetzung,
- Zwischenstand nach dem ersten Termin,
- gebündelter Abschlussnachweis.
Die Pakete zeigen Struktur, ohne einen fremden Standard zu behaupten. Den Preis leitest du aus deinem Aufwand, deinen eigenen Leistungsdaten und dem tatsächlichen Umfang ab.
So hältst du das Media-Kit aktuell
Ein veraltetes Media-Kit ist schlimmer als ein schlichtes. Baue deshalb eine kleine Aktualisierungsroutine ein.
Monatlich oder nach einer deutlichen Veränderung: Zahlen prüfen, Standdatum aktualisieren, neue Formate ergänzen.
Nach einer guten Kampagne: Arbeitsprobe austauschen, sofern du sie zeigen darfst, und das Format präziser beschreiben.
Vor einem wichtigen Pitch: Kontakt, Verfügbarkeit und Links testen.
Schreib das Standdatum direkt neben deine Kennzahlen. So sieht die Gegenseite, dass die Daten nicht aus einer unbekannten Vergangenheit stammen. Wenn du das Dokument anschließend aktiv einsetzen willst, hilft dir die Akquise-Logik aus Streamer-Sponsoren finden.
Mit Management: Media-Kit und Deal nicht vermischen
Ein Management kann dein Media-Kit für Pitches verwenden, aber das Dokument selbst ist nicht dein laufender Dealbereich. Nutzt das Management CreatorOffice, findest du im Creator-Portal stattdessen die Informationen zu bestätigten Kooperationen:
- Deals: mit Stand, Frist und deinem Anteil,
- Briefings: passend zur jeweiligen Kooperation,
- Kalender: für anstehende Termine,
- Verträge: mit aktuellem Status,
- Content: Upload und Rückmeldung zur Freigabe,
- Nachrichten: direkt an der Kooperation,
- Rechnungen: mit Prüfung, Freigabe und Zahlung.
Zum Portal kommst du per Einladung deines Managements. Ohne Management gibt es das eigene Creator-Konto. Einen Überblick gibt Für Creator.
Häufige Fragen
Was gehört in ein Streamer Media Kit?
Mindestens eine klare Kanalbeschreibung, eine verständliche Community-Beschreibung, reale Kennzahlen mit Zeitraum, buchbare Sponsoring-Formate, wenige passende Arbeitsproben und ein eindeutiger Kontakt. Alles Weitere ist optional und sollte nur hinein, wenn es eine Sponsorentscheidung erleichtert.
Wie lang sollte ein Media-Kit für Streamer sein?
Es sollte so kurz sein, dass die wichtigsten Informationen schnell erfasst werden können. Statt eine feste Seitenzahl zu übernehmen, streich alles, was weder Fit, Leistung noch Beleg erklärt. Eine kompakte Struktur ist leichter aktuell zu halten.
Welche Streamer-Kennzahlen interessieren Sponsoren?
Das hängt von der Kampagne ab. Zeig reale Werte, die deine Live-Reichweite und dein Format verständlich machen, und gib immer Zeitraum und Kontext dazu. Vermeide eine lange Liste von Zahlen, die mit dem geplanten Sponsoring nichts zu tun haben.
Muss ich Preise ins Streamer-Media-Kit schreiben?
Nein. Du kannst buchbare Formate beschreiben und den Preis erst nach Briefing und Umfang kalkulieren. Wenn du Preise nennst, sollten sie aus deiner eigenen Kalkulation stammen und zum aktuell angebotenen Leistungsumfang passen.
Kann ich ein Media-Kit ohne bisherige Sponsoren erstellen?
Ja. Nutze eigene Streamausschnitte als Arbeitsproben und beschreibe die Sponsoring-Formate, die du sinnvoll anbieten kannst. Erfinde keine bisherigen Markenkooperationen; dein echter Kanal reicht als Ausgangspunkt.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, bleibt dein Media-Kit dein Verkaufsdokument für die Akquise, während bestätigte Deals, Briefings, Fristen, Verträge und Rechnungen im Creator-Portal organisiert werden. Den Zugang zum Portal erhältst du per Einladung deines Managements.



