Die Marke fragt nach der Story-Kooperation: „Wie viele haben auf den Link geklickt?“ Du öffnest die Statistik, findest bei der zweiten Slide eine Zahl unter „Link-Klicks“ und bei der dritten eine andere unter „Sticker-Taps“. Welche davon gehört in den Bericht? Und warum zeigt die Marke selbst eine ganz andere Zahl an Besuchen?
Story-Klicks gehören zu den wenigen Werten, die zeigen, ob deine Empfehlung jemanden zum Handeln gebracht hat. Gerade deshalb lohnt es sich, sie sauber zu erfassen. Dieser Artikel erklärt, wo du die Zahlen findest, wie du sie sicherst und wie du sie so einordnest, dass die Marke sie versteht.
Wo du die Link-Klicks findest
Statistiken gibt es nur für professionelle Konten, also Creator- oder Unternehmenskonten. Öffne die Story, solange sie läuft, und wische nach oben, oder geh nach Ablauf über dein Archiv zur betreffenden Slide. Dort siehst du je Slide unter anderem Aufrufe, erreichte Konten, Interaktionen und, wenn ein Link-Sticker darauf war, die Link-Klicks. Im professionellen Dashboard findest du die Stories außerdem gesammelt in der Übersicht deiner Inhalte.
Zwei Begriffe werden gern verwechselt. Link-Klicks zählen das Antippen des Link-Stickers. Sticker-Taps zählen Interaktionen mit anderen Stickern, etwa einer Erwähnung, einem Hashtag oder einem Standort. Für die Frage „Wie viele wollten zur Marke?“ zählen die Link-Klicks. Ein Tap auf die Erwähnung der Marke ist ebenfalls ein Signal, führt aber zum Profil und nicht in den Shop.
| Kennzahl | Was sie zählt | Gehört in den Bericht? |
|---|---|---|
| Aufrufe | wie oft die Slide angesehen wurde, Mehrfachansichten eingeschlossen | ja, als Basis |
| Erreichte Konten | wie viele verschiedene Konten die Slide gesehen haben | ja, als Basis |
| Link-Klicks | Antippen des Link-Stickers | ja, Kernwert |
| Sticker-Taps | Antippen von Erwähnung, Hashtag, Standort und Ähnlichem | ja, getrennt ausgewiesen |
| Weiter, Zurück, Verlassen | Navigation in der Story | nur zur eigenen Auswertung |
Die Bezeichnungen in der App ändern sich gelegentlich. Notiere im Bericht deshalb den Namen so, wie er auf deinem Screenshot steht.
Wann du die Zahlen sicherst
Stories sind nach 24 Stunden weg, ihre Statistiken nicht sofort. Trotzdem solltest du nicht wochenlang warten. Instagram zeigt Story-Werte nicht beliebig lange bequem an, und je nach Ansicht stehen ältere Stories nur noch eingeschränkt zur Verfügung. Eine einfache Regel: Sichere die Zahlen am Tag nach Ablauf der letzten Slide, spätestens innerhalb einer Woche.
Ein Screenshot pro Slide reicht, wenn darauf Datum, Slide und die Kennzahlen zu sehen sind. Noch besser ist eine kurze Bildschirmaufnahme, in der du vom Profil über das Archiv zur Statistik wischst. Damit siehst du sofort, dass die Zahlen zu deinem Konto gehören. Manche Marken verlangen das ausdrücklich, mehr dazu im Artikel Insights-Screenshots anfordern und prüfen.
Die Klickrate richtig rechnen
Eine absolute Zahl wie „84 Klicks“ sagt der Marke wenig, solange sie nicht weiß, wie viele die Slide gesehen haben. Rechne deshalb eine Klickrate. Die übliche Basis ist die Slide mit dem Link-Sticker, nicht die ganze Story-Sequenz.
Beispiel mit frei gewählten Zahlen: Die Slide mit dem Link-Sticker erreichte 3.200 Konten, der Sticker wurde 84 Mal angetippt. Die Klickrate beträgt 84 ÷ 3.200 = 2,6 %. Hast du mehrere Slides mit Link, rechnest du jede einzeln und nennst zusätzlich die Summe der Klicks.
Schreib dazu, welche Basis du genommen hast. Erreichte Konten und Aufrufe liefern unterschiedliche Raten, und beide sind legitim, solange sie benannt sind. Die gleiche Logik erklärt der Artikel über Kennzahlen im Influencer-Marketing für die Engagement-Rate.
Warum die Marke weniger Besuche sieht
Fast jede Marke meldet nach einer Story weniger Besuche in ihrer Webanalyse, als du Klicks hast. Das ist kein Hinweis auf geschönte Zahlen, sondern hat technische Gründe:
- Ein Klick öffnet zuerst den Browser in der App. Wer sofort wieder schließt, wird oft gar nicht als Besuch erfasst.
- Wer das Cookie-Banner der Marke ablehnt, taucht in vielen Auswertungen nur eingeschränkt oder gar nicht auf.
- Fehlt am Link die Kennung der Kampagne, ordnet die Webanalyse den Besuch vielleicht einer anderen Quelle zu.
- Mehrfaches Antippen derselben Person zählt in der App mehrfach, in der Webanalyse oft nur einmal.
Du kannst einiges davon abfangen, indem du nur den Link nutzt, den die Marke oder dein Management dir gibt. Ist er mit UTM-Parametern getaggt, ordnet die Marke erfasste Besuche deinem Beitrag zu. Erfasst wird aber nicht jeder Besuch: Die Messung auf Seiten der Marke braucht in der Regel die Einwilligung der Besucher (§ 25 TDDDG), und wer sie im Cookie-Banner nicht gibt, fehlt in der Auswertung. Mehr dazu im Artikel Tracking, Cookies und Consent. Wenn du selbst keinen getaggten Link bekommst, frag vor dem Posting danach.
Was du der Marke nach der Story schickst
Ein kurzer, vollständiger Block wirkt professioneller als eine lange Mail. Er passt auch als Abschnitt in dein Reporting nach der Kooperation:
| Angabe | Beispiel |
|---|---|
| Veröffentlichung | Story-Sequenz mit 3 Slides am 12.11., 18 Uhr |
| Datenstand | 13.11., 19 Uhr, Screenshots anbei |
| Erreichte Konten Slide 2 (mit Link) | 3.200 |
| Link-Klicks Slide 2 | 84 |
| Klickrate Slide 2 | 2,6 % auf erreichte Konten |
| Sticker-Taps (Erwähnung der Marke) | 41 |
| Antworten und Reaktionen | 17 Nachrichten, überwiegend Fragen zur Anwendung |
Die Zahlen im Beispiel sind frei gewählt. Wenn die Marke dir im Gegenzug ihre Besuche oder Verkäufe nennt, notiere sie dir. Für die nächste Verhandlung über deinen Story-Preis sind eigene, belegte Klickwerte ein besseres Argument als jede Followerzahl.
Mehr Klicks ohne Tricks
Ob jemand klickt, entscheidet vor allem, ob du einen Grund nennst. Ein paar Dinge helfen zuverlässig:
- Sag, was hinter dem Link wartet. „Hier kommst du direkt zum Set, das ich benutze“ funktioniert besser als ein stummer Sticker.
- Gib dem Sticker Platz. Nicht in die Ecke, nicht unter Text, nicht über das Gesicht.
- Ein Link pro Sequenz. Mehrere Ziele verteilen die Aufmerksamkeit.
- Plane den Reminder ein. Eine zweite Story am Folgetag holt die ab, die beim ersten Mal keine Zeit hatten. Das ist eine eigene Leistung und gehört ins Angebot.
Kennzeichne die Story wie jede andere bezahlte Werbung auf jeder Slide. Wie das im DACH-Raum aussieht, steht im Artikel Werbung kennzeichnen.
Checkliste für jede Story mit Link
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Link-Klicks und Sticker-Taps?
Link-Klicks zählen das Antippen des Link-Stickers. Sticker-Taps zählen Interaktionen mit anderen Stickern wie Erwähnung, Hashtag oder Standort.
Wie lange sehe ich die Statistiken einer Story?
Nach Ablauf findest du die Story im Archiv, die Statistik bleibt noch eine Weile abrufbar. Verlass dich nicht darauf und sichere die Werte am Tag nach Ablauf, spätestens innerhalb einer Woche.
Was ist eine gute Klickrate für Stories?
Eine feste Norm gibt es nicht, sie hängt von Produkt, Angebot und Community ab. Vergleiche deine Rate vor allem mit deinen eigenen früheren Stories mit Link.
Warum zählt die Marke weniger Besuche als ich Klicks?
Weil abgebrochene Ladevorgänge, abgelehnte Cookies und fehlende Kampagnenkennungen Besuche in der Webanalyse verschwinden lassen. Ein getaggter Link sorgt dafür, dass erfasste Besuche deinem Beitrag zugeordnet werden. Besuche ohne Einwilligung fehlen trotzdem.
Muss ich Story-Statistiken überhaupt teilen?
Nur wenn es vereinbart ist. Schreib ins Angebot, welche Kennzahlen und Screenshots du lieferst, dann ist das Reporting Teil der Leistung.
CreatorOffice für Creator
Wenn dein Management CreatorOffice nutzt, siehst du im Creator-Portal je Kooperation, was vereinbart ist und bis wann du lieferst, und reichst deine Entwürfe dort direkt ein.





