Transparenz zwischen Management und Creator bedeutet, dass der Creator nachvollziehen kann, wie aus dem Budget der Marke sein Anteil wird: was die Marke zahlt, welche Provision und Gebühren die Agentur erhält, welche Auslagen erstattet werden und wann das Geld kommt. Wie viel davon du zeigst, ist eine bewusste Entscheidung. Den eigenen Anteil und seine Berechnung sollte jeder Creator immer sehen.
Misstrauen entsteht in Managements selten wegen hoher Provisionen, sondern wegen Unklarheit: Der Creator erfährt zufällig, was die Marke wirklich gezahlt hat, oder wartet Wochen auf Geld, ohne zu wissen, ob die Marke schon bezahlt hat. Dieser Ratgeber zeigt drei Stufen der Offenheit, ein Rechenbeispiel mit Agenturgebühr und Formulierungen, mit denen du Provision und Gebühren erklärst.
Warum Transparenz gegenüber Creatorn wichtig ist
Creator sprechen miteinander. Sie vergleichen Honorare, Provisionen und Wartezeiten. Wer nichts zeigt, wird mit Vermutungen verglichen. Wer offen ist, kann erklären, was das Management leistet.
Transparenz hilft auch im Alltag:
- Weniger Nachfragen: „Hat die Marke schon gezahlt?“ beantwortet sich selbst.
- Weniger Streit: Eine nachvollziehbare Abrechnung lässt wenig Raum für Missverständnisse.
- Bessere Bindung: Creator, die das Gefühl haben, alles zu wissen, bleiben länger. Mehr dazu im Ratgeber Creator binden.
Drei Stufen der Offenheit
| Stufe | Was der Creator sieht | Passt, wenn |
|---|---|---|
| 1: Anteil | eigenen Anteil je Kooperation und Monat, Auslagen, Auszahlungstermin | Agentur arbeitet mit Pauschalen oder eigenem Einkauf |
| 2: Anteil und Provision | dazu Honorar und Provisionssatz der Agentur | übliches Provisionsmodell, klarer Satz |
| 3: alles | dazu Budget der Marke, Gebühren und Zahlungsstand der Marke | maximale Offenheit, Vertrauen ist zentrales Versprechen |
Keine Stufe ist falsch. Wichtig ist, dass der Creator vorher weiß, welche gilt, und dass sie für alle Creator gleich ist. Unterschiedliche Regeln je Creator sprechen sich herum.
Was nie geteilt wird
Unabhängig von der Stufe bleiben intern:
- Notizen des Teams und Einschätzungen zur Marke
- Anfragen und Angebote, bevor sie zugesagt sind, wenn andere Creator betroffen sind
- Honorare und Konditionen anderer Creator
- Zahlen anderer Marken
Rechenbeispiel: der Deal von der Marke bis zum Creator
Die Zahlen sind frei gewählt, ohne Umsatzsteuer. Studio Nordlicht vermittelt Mara Linden an die Marke Lunava. Vereinbart sind ein Honorar von 5.000 € und eine Agenturgebühr von 15 % auf das Honorar, die die Marke zusätzlich zahlt. Mara hat 200 € Auslagen für Requisiten. Die Managementprovision beträgt 20 % auf das Honorar.
Was die Marke zahlt:
- Honorar: 5.000 €
- Agenturgebühr 15 %: 750 €
- Auslagen: 200 €
- Rechnung an die Marke: 5.950 €
Wie es verteilt wird:
- Provision 20 % vom Honorar: 1.000 €
- Anteil von Mara am Honorar: 5.000 € − 1.000 € = 4.000 €
- Auslagen an Mara, ohne Abzug: 200 €
- Auszahlung an Mara: 4.200 €
- bei der Agentur: Provision 1.000 € + Agenturgebühr 750 € = 1.750 €
Was Mara je nach Stufe sieht:
| Angabe | Stufe 1 | Stufe 2 | Stufe 3 |
|---|---|---|---|
| Auszahlung 4.200 € (Anteil 4.000 € + Auslagen 200 €) | ✓ | ✓ | ✓ |
| Honorar 5.000 € und Provision 20 % | ✓ | ✓ | |
| Agenturgebühr 750 € und Rechnungsbetrag 5.950 € | ✓ | ||
| Zahlungsstand der Marke | ✓ |
Die Agenturgebühr ist der Punkt, an dem Transparenz am heikelsten ist. Sieht Mara sie erst später, fühlt sie sich übergangen. Erklärst du sie vorher, ist sie ein normaler Teil des Geschäftsmodells. Wie Agenturgebühren funktionieren, beschreibt der Ratgeber Agenturgebühr bei Influencer-Kooperationen.
Provision und Gebühren erklären: Formulierungen
Viele Talent-Manager scheuen das Gespräch über ihre eigene Vergütung. Diese Sätze helfen:
- Provision: „Von jedem Honorar behalten wir 20 %. Dafür verhandeln wir, schreiben Verträge und Rechnungen, fassen nach und zahlen dich aus.“
- Agenturgebühr: „Bei manchen Marken berechnen wir zusätzlich eine Gebühr für Kampagnenplanung und Abstimmung. Die zahlt die Marke obendrauf, sie geht nicht von deinem Honorar ab.“
- Auslagen: „Auslagen wie Reisekosten bekommst du ohne Abzug erstattet.“
- Wartezeit: „Wir zahlen 14 Tage nach Zahlungseingang der Marke aus. Ob die Marke bezahlt hat, siehst du jederzeit.“
Wie du schwierige Nachrichten insgesamt überbringst, steht im Ratgeber Kommunikation mit Creatorn.
Transparenz im Ablauf: wann der Creator was erfährt
Offenheit ist nicht nur eine Frage der Zahlen, sondern auch des Zeitpunkts:
- Anfrage: Der Creator erfährt Marke, Leistung und Zeitraum und wird gefragt, ob er Interesse hat.
- Angebot: Der Creator kennt den Preis, den ihr nennt, und seinen voraussichtlichen Anteil.
- Vertrag: Der Creator sieht den Vertrag mit allen Leistungen und Nutzungsrechten, bevor er unterschreibt.
- Rechnung: Der Creator sieht, wann die Rechnung an die Marke rausging und wann sie fällig ist.
- Zahlung: Der Creator sieht, wann die Marke gezahlt hat, je nach Stufe.
- Auszahlung: Der Creator bekommt eine Gutschrift oder bestätigt seine Rechnung und sieht den Auszahlungstermin.
Wenn ein Creator mehr sehen will
Manchmal fragt ein Creator nach Zahlen, die eure Stufe nicht vorsieht, etwa nach dem Budget der Marke. Reagiere nicht ausweichend. Zwei Wege sind fair:
- Regel erklären: „Wir zeigen allen Creatorn Honorar, Provision und ihren Anteil. Das Budget der Marke enthält bei uns Planungsleistungen, die wir mit der Marke getrennt abrechnen. Wenn du möchtest, erkläre ich dir an deinem letzten Deal, wie sich das zusammensetzt.“
- Regel überdenken: Fragen mehrere Creator nach denselben Zahlen, ist das ein Zeichen, die Stufe für alle anzuheben. Kündige eine Änderung an und passe den Managementvertrag an.
Eine Ausnahme nur für einen Creator ist keine Lösung. Sie spricht sich herum und schafft neue Fragen.
Checkliste: Wie transparent ist dein Management?
Typische Fehler
Unterschiedliche Regeln je Creator
Der eine sieht alles, der andere nur seinen Anteil. Das fällt auf. Wähle eine Regel für alle.
Agenturgebühr verschweigen
Erfährt der Creator später davon, wirkt jede Zahl unglaubwürdig. Erkläre sie vorher.
Zahlen per Screenshot
Abrechnungen als Screenshot aus einer Tabelle sind schwer nachzuvollziehen. Gib dem Creator eine klare Aufstellung je Kooperation.
Transparenz nur auf Nachfrage
Wer erst fragen muss, fühlt sich nicht informiert. Zeig die Zahlen von selbst.
So bildet CreatorOffice Transparenz gegenüber Creatorn ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. Belegt sind diese Funktionen:
- Was Creator sehen: drei Stufen für alle Creator der Agentur, vom eigenen Anteil bis zu Budget, Provision und Zahlungsstand der Marke. Den eigenen Anteil sehen Creator immer.
- Getrennte Daten: Interne Notizen, Anfragen und Angebote an Marken sowie Daten anderer Creator sieht ein Creator nie.
- Aufschlüsselung im Portal: Nettohonorar, Provision und Auszahlung je nach Stufe, jede Rechnung zeigt ihren Weg bis zur Auszahlung.
- Gutschriften bestätigen: Creator bestätigen sie im Portal mit „Passt so“ oder widersprechen mit Grund. Gutschriften ab Tarif Team.
- Auslagen provisionsfrei: getrennt vom Honorar erstattet.
- Verträge, Briefings und Fristen: für Creator im Portal, auch am Handy.
Mehr dazu auf den Seiten Provisionen und Auszahlungen an Creator und Für Creator. Was in welchem Tarif steckt, steht bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Sollte ein Management dem Creator das Budget der Marke zeigen?
Das ist eine Entscheidung des Managements. Viele zeigen mindestens Honorar und Provision, manche auch Budget und Zahlungsstand der Marke. Wichtig ist eine einheitliche Regel für alle Creator, die im Vertrag steht.
Was muss ein Creator immer sehen?
Seinen eigenen Anteil, wie er berechnet wurde, erstattete Auslagen und wann er ausgezahlt wird.
Wie erkläre ich eine Agenturgebühr?
Vor dem Deal und als zusätzliche Leistung, die die Marke zahlt, nicht als Abzug vom Honorar des Creators. Ein Rechenbeispiel mit seinen Zahlen hilft.
Was sollte ein Creator nicht sehen?
Interne Notizen, Konditionen anderer Creator, Verhandlungsstände mit anderen Marken und Daten, die andere Creator betreffen.
Wie oft sollte ich mit Creatorn über Zahlen sprechen?
Laufend über das Portal oder die Abrechnung und einmal im Jahr ausführlich im Jahresgespräch.
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