Willst du dich bei einer UGC-Agentur bewerben, brauchst du vier Dinge: einen Portfolio-Link, eine kurze Vorstellung, klare Angaben zu Formaten und Lieferzeit und ein paar gute Fragen. Eine UGC-Agentur vermittelt Aufträge von Marken an einen Pool von Creatorn, begleitet Briefing und Lieferung und rechnet mit der Marke ab.
Für dich lohnt das, wenn du weniger akquirieren und mehr drehen willst. Es lohnt sich nur, wenn die Bedingungen passen. Dieser Ratgeber zeigt, was Agenturen sehen wollen, wie eine Bewerbung aussieht und wie du zwei Angebote vergleichst.
Was UGC-Agenturen von Creatorn brauchen
Eine Agentur muss Marken schnell passende Creator vorschlagen. Dafür braucht sie von dir Angaben, die sie in ihren Pool übernehmen kann:
| Angabe | Warum die Agentur danach fragt |
|---|---|
| Arbeitsproben je Format | Sie sieht, ob du Talking Head, Demo oder Unboxing beherrschst |
| Produktbereiche | Marken suchen Creator, die ihr Produkt glaubhaft zeigen |
| Verfügbarkeit | Wie viele Aufträge pro Monat schaffst du? |
| Lieferzeit | In wie vielen Werktagen nach Briefing und Produkt lieferst du? |
| Sprachen | Viele Briefings verlangen Deutsch, manche Englisch |
| Drehumgebung | Wohnung, Küche, Garten, Büro: Das entscheidet, welche Produkte passen |
Je klarer deine Angaben, desto leichter kann die Agentur dich einplanen. Eine Zeile „drehe alles, melde dich einfach“ hilft ihr nicht.
Bei einer UGC-Agentur bewerben: Unterlagen und Vorlage
Deine Unterlagen passen auf eine Seite:
- Portfolio-Link mit sechs bis neun Videos. Wie du ihn aufbaust, steht im Ratgeber UGC-Portfolio erstellen.
- Kurzvorstellung in drei Sätzen: Produktbereiche, Formate, Drehumgebung.
- Eckdaten als kleine Tabelle: Lieferzeit, Aufträge pro Monat, Sprachen.
Vorlage: Bewerbung bei einer UGC-Agentur
Betreff: Bewerbung als UGC-Creatorin für Haushalt und Küche
Hallo Studio Nordlicht,
ich bin Noa Feldmann und drehe UGC für Haushalts- und Küchenprodukte. Mein Portfolio findet ihr hier: [Link].
Eckdaten: Talking Head, Demo und Unboxing · Lieferung in 7 Werktagen nach Briefing und Produkt · bis zu 6 Aufträge pro Monat · Deutsch und Englisch · Dreh in der eigenen Küche.
Ich würde mich freuen, in euren Creator-Pool aufgenommen zu werden. Was braucht ihr noch von mir?
Viele Grüße Noa Feldmann
Schick die Bewerbung an die Adresse, die die Agentur für Creator nennt. Gibt es ein Formular, nutz das Formular. Passen deine Angaben nicht in die Felder, ergänze die Eckdaten im freien Feld.
Gute Fragen an die Agentur, bevor du zusagst
Eine Aufnahme ist keine Pflicht. Du entscheidest mit, ob die Zusammenarbeit zu dir passt. Frag in drei Bereichen:
Aufträge
- Wie verteilt ihr Aufträge: nach Produktbereich, Reihenfolge oder Bewerbung auf Briefings?
- Wie oft melden sich Marken im Schnitt bei Creatorn meines Bereichs? (Eine ehrliche Agentur nennt dir keine Garantie.)
- Darf ich daneben direkt mit Marken arbeiten?
Ablauf
- Wer ist meine Ansprechperson, und wie läuft das Briefing?
- Gibt es eine Skript-Freigabe vor dem Dreh?
- Wie viele Korrekturschleifen sind üblich, und wer sammelt das Feedback?
- Wie lade ich Dateien hoch, und wer bestätigt den Eingang?
Geld
- Wie hoch ist die Vergütung je Video, und was zählt als Extra: Hooks, Rohmaterial, Fotos?
- Wann zahlt ihr: nach fester Frist oder erst, wenn die Marke gezahlt hat?
- Welchen Nutzungsumfang deckt der Preis ab?
Eine faire Agentur beantwortet diese Fragen gern. Sie sind für sie Alltag, denn sie müssen auch ihren Marken Umfang und Lieferung zusagen. Wie ein Auftrag mit einer Agentur im Ganzen läuft, zeigt der Ratgeber Zusammenarbeit mit UGC-Agenturen.
Konditionen vergleichen: ein Rechenbeispiel
Zwei Agenturen machen dir ein Angebot. Die Zahlen sind frei gewählt, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern. Du schätzt für ein Video 5 Stunden Arbeit und eine Stunde je Korrekturschleife.
| Agentur A | Agentur B | |
|---|---|---|
| Vergütung je Video | 220 € | 180 € |
| Korrekturschleifen enthalten | 1 | 3 |
| Nutzung | 30 Tage | 90 Tage |
| Auszahlung | 14 Tage nach Freigabe | nach Zahlungseingang der Marke |

Der Aufwand je Video: Bei A sind es 5 + 1 = 6 Stunden, bei B 5 + 3 = 8 Stunden. Je Stunde bleiben bei A 220 € ÷ 6 ≈ 36,67 € und bei B 180 € ÷ 8 = 22,50 €.
Das Ergebnis ist nur ein Teil der Antwort. Bei B läuft die Nutzung länger, und du weißt nicht, wann das Geld kommt. Bei A ist der Termin klar. Frag deshalb, ob sich bei B der Preis für drei Monate Nutzung anpassen lässt. Exklusivität und die Bedingungen im Vertrag klärst du mit einer Kanzlei.
Deine eigene Rechnung machst du mit dem Rechner UGC-Vergütung berechnen: Aufwand, Stundensatz und Nutzung eintragen, Ergebnis mit dem Angebot vergleichen.
Nach dem Absenden: was du erwarten kannst
Agenturen bekommen viele Bewerbungen und antworten nicht immer sofort. Ein typischer Verlauf sieht so aus:
- Eingangsbestätigung: manchmal automatisch, manchmal gar nicht.
- Sichtung: Die Agentur schaut sich dein Portfolio an und prüft, ob dein Produktbereich gerade gefragt ist.
- Rückfrage oder Probeauftrag: Manche Agenturen wollen ein weiteres Video sehen oder bitten um ein Gespräch.
- Aufnahme: Du bekommst Zugang zum Pool und erfährst, wie Briefings bei dir ankommen.
Hast du nach zwei Wochen nichts gehört, schreib eine kurze Nachfrage: „Hallo, ich wollte kurz nachfragen, ob meine Bewerbung vom [Datum] angekommen ist. Gern schicke ich weitere Arbeitsproben.“ Eine zweite Nachfrage ist nicht nötig. Keine Antwort heißt oft nur, dass im Moment kein Bedarf besteht.
Hast du eine Absage, frag, ob du dich später mit neuen Arbeitsproben wieder melden darfst. Viele Agenturen suchen in Wellen, je nachdem, welche Marken gerade Content brauchen.
Nach der Aufnahme: im Pool bleiben
Aufgenommen zu sein, ist der Anfang. Agenturen empfehlen die Creator, bei denen alles glatt läuft. Das kannst du beeinflussen:
Fair gesagt: Eine Agentur kann keinen Auftrag versprechen. Sie ist von den Marken abhängig. Sie zeigt dir aber, wie viele Anfragen in deinem Bereich eingehen, wenn du fragst.
Wie eine Agentur aus ihrer Sicht arbeitet, siehst du im Ratgeber UGC-Agentur gründen. Er hilft dir zu verstehen, warum sie bestimmte Angaben von dir braucht.
Mit Agentur: Deals, Fristen und Anteil im Creator-Portal
Nutzt deine UGC-Agentur CreatorOffice, bekommst du per Einladung Zugang zum Creator-Portal. Dort siehst du am Handy:
- Deine Deals: jeder Auftrag je Monat mit Stand, deinem Anteil und Frist
- Briefings: was die Marke wünscht, je Kooperation oder je Beitrag
- Kalender: Termine und Fristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Verträge: Unterschrift per Link, mit Stand je Vertrag
- Deinen Anteil: den siehst du immer, auch wenn die Agentur sonst wenig freigibt
- Rechnungen: du reichst sie ein und siehst Prüfung, Freigabe und Zahlung
Den Zugang bekommst du per Einladung deiner Agentur. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.

Häufige Fragen
Wie bewerbe ich mich bei einer UGC-Agentur?
Schick Portfolio-Link, eine kurze Vorstellung und deine Eckdaten an die Adresse, die die Agentur für Creator nennt. Nutz das Bewerbungsformular, wenn es eines gibt. Die Vorlage oben kannst du anpassen.
Welche Unterlagen brauche ich?
Einen Link zu sechs bis neun Arbeitsproben, drei Sätze Vorstellung und Eckdaten zu Formaten, Lieferzeit, Verfügbarkeit, Sprachen und Drehumgebung. Ein Lebenslauf oder Zahlen zur Reichweite werden bei UGC selten gebraucht.
Muss ich schon Aufträge haben, um aufgenommen zu werden?
Nicht immer. Manche Agenturen nehmen Creator mit starken Beispielvideos auf, andere wollen erste Referenzen sehen. Frag nach, wenn die Anforderungen nicht klar sind.
Darf ich neben einer Agentur noch selbst Marken anschreiben?
Das hängt von der Vereinbarung ab. Frag vor der Zusage, ob es Einschränkungen gibt, und lass dir das schriftlich geben. Was ein Vertrag dazu genau bedeutet, klärst du mit einer Kanzlei.
Wie erkenne ich eine faire UGC-Agentur?
Sie nennt dir Vergütung, Auszahlungstermin, Zahl der Korrekturschleifen und Nutzungsumfang vor der Zusage. Sie beantwortet Fragen ohne Druck und verlangt kein Geld für die Aufnahme. Wenn dir etwas fehlt, frag nach, bevor du unterschreibst.
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