UGC-Beispielvideos drehen heißt, Arbeitsproben ohne Auftrag zu produzieren, damit Marken sehen, was du liefern kannst. Dafür brauchst du keinen Kunden, aber einen Plan: wenige Videos, klare Formate, ehrliche Beschriftung.
Der Plan hat vier Teile. Du wählst die Formate, suchst passende Produkte, begrenzt die Zeit und beschriftest die Videos so, dass niemand eine Zusammenarbeit vermutet. Am Ende hast du vier Arbeitsproben, die zugleich der Anlass für deine ersten Anschreiben sind.
UGC-Beispielvideos drehen: erst die Formate festlegen
Der häufigste Fehler am Anfang: Du drehst, was dir Spaß macht, und merkst später, dass du es nicht verkaufen willst. Dreh umgekehrt. Überleg dir, welche Formate du Marken anbieten möchtest, und mach von jedem genau eine Arbeitsprobe.
| Format | Was die Arbeitsprobe zeigt |
|---|---|
| Talking Head | Du sprichst direkt in die Kamera: Aufbau deiner Aussage, Ton, Licht |
| Produktdemo | Ein Handgriff am Produkt, gut sichtbar und ohne Umwege |
| Unboxing | Auspacken und erster Eindruck, mit Tempo erzählt |
| Anleitung | Drei Schritte, klar erklärt, am Ende ein Ergebnis |
Ein Format, das du ungern machst, gehört nicht ins Portfolio. Marken buchen genau das, was sie sehen. Wer keine Anleitungen drehen möchte, zeigt auch keine.
Möchtest du nicht selbst im Bild sein, findest du Formate mit Händen, Stimme oder Bildschirm im Ratgeber UGC ohne Gesicht. Wie du deine Auswahl auf wenige Produktbereiche ausrichtest, steht in UGC-Nische finden.
Welche Produkte du für Arbeitsproben nimmst
Du hast drei Möglichkeiten, jede mit eigener Vorsicht:
| Produktquelle | Vorteil | Darauf achtest du |
|---|---|---|
| Eigene Produkte aus dem Alltag | kostet nichts, wirkt echt | Nur Produkte zeigen, die du wirklich benutzt |
| Gekaufte Produkte | passend zur Zielmarke wählbar | Kosten vorab ins Zeitbudget und Budget rechnen |
| Neutrale Produkte ohne Logo | passt zu vielen Marken | Keine Schriftzüge im Bild, die Fragen aufwerfen |
Wichtig ist, dass keine Zusammenarbeit vorgetäuscht wird. Dein Video darf nicht aussehen, als hätte die Marke es bestellt. Ob du Markennamen und Logos zeigen darfst, klärst du mit einer Kanzlei.
Das Zeitbudget für Beispielvideos
Ohne Grenze verschwindet viel Zeit in einem Video, das nie fertig wird. Leg deshalb vor dem ersten Dreh fest, was die Arbeitsproben kosten dürfen. Ein Rechenbeispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, ohne Steuern:
| Beispielvideo | Geplante Zeit |
|---|---|
| Talking Head | 4 h |
| Produktdemo | 4 h |
| Unboxing | 3 h |
| Anleitung | 5 h |
| Zusammen | 16 h |
Dazu kommen drei gekaufte Haushaltsartikel zu je 20 €, also 60 €. Verteilt über zwei Wochen sind das 8 Stunden je Woche.
Rechne das einmal als Gegenwert durch: Läge dein späterer Stundensatz bei 40 €, entsprächen 16 Stunden 640 €, mit den Produkten 700 €. Das ist die Summe, die du in Kundensuche steckst. Frag dich ehrlich, ob dir das den Einstieg wert ist.

Stopp-Regel: Dauert ein Video doppelt so lang wie geplant, wird es nicht schöner, sondern teuer. Nimm die Fassung, die sauber genug ist, und dreh das nächste Format. Eine ordentliche Arbeitsprobe schlägt eine perfekte, die nie online geht.
Zwei Wochen, fünf Termine
Ein fester Ablauf hält dich beim Plan. Dieser Zeitplan passt zu den vier Videos oben:
| Wann | Was |
|---|---|
| Tag 1 | Vier Formate wählen und je eine Zielmarke notieren |
| Tag 2 | Produkte kaufen oder aus dem Alltag auswählen, je Video eine kurze Skizze |
| Woche 1 | Talking Head und Produktdemo drehen und schneiden |
| Woche 2 | Unboxing und Anleitung drehen und schneiden |
| Tag 14 | Videos beschriften, ins Portfolio stellen, erste Anschreiben vorbereiten |
Sieh dir jedes Video vor dem Hochladen so an, wie es eine Marke tun würde: Ist das Produkt von Anfang an sichtbar? Versteht man dich auch ohne Kopfhörer, etwa dank Untertiteln? Passt der Einstieg zum Rest? Bleibt der Hintergrund ruhig? Zwei Nein bei diesen Fragen heißen: noch einmal schneiden, nicht noch einmal drehen.
Beispielvideos als Gesprächsanlass nutzen
Eine Arbeitsprobe wirkt am stärksten, wenn sie zur Marke passt. Willst du etwa die Marke Velune anschreiben, die Küchenzubehör verkauft, dreh die Produktdemo mit einem ähnlichen Küchenhelfer. Dann kannst du in der Nachricht auf ein Video verweisen, das genau ihr Umfeld zeigt.
Vorlage: Satz mit Beispielvideo im Anschreiben
Hallo [Name], ich habe mir euer [Produkt] angesehen und dazu ein kurzes Beispielvideo gedreht, ohne Auftrag und nur als Arbeitsprobe: [Link]. Falls ihr für eure Produktseiten Videos in diesem Stil sucht, schicke ich euch gern ein Angebot.
Den ganzen Aufbau einer ersten Nachricht findest du im Ratgeber Marken anschreiben für UGC. Dort steht auch, was du bei Antworten tust.
So beschriftest du Arbeitsproben im Portfolio
Marken sollen auf einen Blick erkennen, was sie sehen. Schreib deshalb unter jedes Beispielvideo eine feste Zeile:
Eigene Arbeitsprobe ohne Auftrag · Talking Head · 25 Sekunden · Produkt selbst gekauft
Die Zeile nennt das Format, die Länge und die Herkunft. Ersetze die Beschriftung durch den Namen des Kunden erst, wenn du ein Video tatsächlich im Auftrag gedreht hast und ihr vorab geklärt habt, ob du es zeigen darfst. Das klärst du mit deinem Kunden und bei Fragen mit einer Kanzlei.
Checkliste vor dem Hochladen:
Wie du die Videos zu einer Seite mit Leistungen und Kontakt ordnest, zeigt der Ratgeber UGC-Portfolio erstellen. Welche Pakete aus deinen Formaten entstehen, rechnest du im Rechner UGC-Vergütung berechnen; er rechnet im Browser, ohne zu speichern.
Mit Management: spätere Auftragsvideos im Creator-Portal
Kommen die ersten Aufträge über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, wechselt deine Arbeit vom Probevideo zum Deal:
- Deal im Detail: Umfang, Plattform, Nutzungsdauer und Termin der Content-Abgabe
- Content hochladen: Du lädst deine Fassung hoch, das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an
- Kalender: Fristen für Entwürfe, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Nachrichten: Rückfragen zu Formaten klärst du im Chat direkt an der Kooperation
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Wie viele UGC-Beispielvideos brauche ich für den Start?
Plane mit einer Arbeitsprobe je Format, das du verkaufen willst, also etwa drei bis vier. Wichtiger als die Zahl ist, dass jedes Video ein Format klar zeigt und sauber gemacht ist.
Kann ich ein Portfolio ganz ohne Kunden aufbauen?
Ja. Marken kaufen Content und keine Referenzlisten. Ein UGC-Portfolio ohne Kunden besteht aus eigenen Arbeitsproben, die du ehrlich als Beispiele ohne Auftrag beschriftest. Mit den ersten echten Aufträgen tauschst du Beispiele nach und nach aus.
Darf ich Produkte echter Marken in Beispielvideos zeigen?
Das hängt davon ab, wie du es zeigst und beschriftest. Wichtig ist, dass keine Zusammenarbeit vorgetäuscht wird. Ob Namen und Logos im Video erlaubt sind, klärst du mit einer Kanzlei.
Wie lange darf ein Beispielvideo dauern?
Bis zu einer Länge, die dein Format trägt. Eine kurze, klare Arbeitsprobe ist besser als eine lange. Wie viele Stunden du investierst, legst du vorab fest, im Beispiel dieses Ratgebers sind es frei gewählte 16 Stunden für vier Videos.
Soll ich Beispielvideos später löschen?
Ersetze sie, sobald du bessere Arbeiten hast, vor allem Videos aus Aufträgen, die du zeigen darfst. Die Formate, die du verkaufen willst, sollten im Portfolio immer mit mindestens einem Beispiel vertreten sein.
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