UGC ohne Gesicht ist möglich, und viele Marken buchen es ausdrücklich. Du zeigst Hände, die ein Produkt benutzen, eine Demo auf dem Tisch oder eine Bildschirmaufnahme und sprichst bei Bedarf aus dem Off. UGC steht für „User Generated Content“: Videos und Fotos im Stil normaler Nutzerinnen und Nutzer, die eine Marke selbst einsetzt.
Marken kaufen den Inhalt, nicht dein Aussehen. Entscheidend ist, dass du ehrlich beschreibst, was du lieferst, und dass dein Preis nicht kleiner wird, nur weil kein Gesicht im Bild ist.
UGC ohne Gesicht: fünf Formate im Überblick
Faceless UGC, wie es manchmal heißt, ist kein Notbehelf. Jedes Format löst eine andere Aufgabe für die Marke. Jona Wiese dreht für Küchenzubehör und nutzt alle fünf. So ordnet er sie ein:
| Format | Das zeigst du | Das braucht die Marke dafür |
|---|---|---|
| Hände mit Produkt | Auspacken, Anwenden, Vorher und Nachher | Ein Produkt, das man gut in der Hand zeigt |
| Demo am Tisch | Das Produkt in Ablauf und Größe, von oben gefilmt | Erklärungsbedürftige Produkte, kleine Geräte |
| Stimme aus dem Off | Bilder vom Produkt, dazu ein gesprochener Text | Eine Aussage, die sich erzählen lässt |
| Bildschirmaufnahme | Eine App oder Website in Benutzung | Ein digitales Produkt mit klaren Schritten |
| Detailaufnahme | Material, Verschluss, Textur, Größe | Bilder für Anzeigen und Produktseite |

UGC nur mit Händen: worauf es ankommt
Hände sind sichtbar, auch wenn das Gesicht fehlt. Achte auf gepflegte, ruhige Bewegungen und darauf, dass du jede Handlung langsam genug zeigst. Ein Auspack-Video wirkt besser, wenn du das Produkt kurz still hältst, bevor du es drehst. Plane mehr Wiederholungen ein als bei einem Sprechvideo, denn jede kleine Bewegung fällt auf.
UGC mit Stimme aus dem Off: so klingt es natürlich
Schreib den Text zuerst, nimm ihn danach separat auf und lege ihn unter die Bilder. So kannst du jeden Satz einzeln wiederholen. Sprich, wie du einem Freund das Produkt erklären würdest. Lies den Text vor der Aufnahme laut und kürze, was holpert. Frag in der Anfrage, ob die Marke Untertitel braucht.
Bildschirmaufnahme und Detailaufnahme
Bei Apps zeigst du den Weg von der ersten Aktion bis zum Ergebnis, ohne Umwege. Räum vorher Benachrichtigungen und private Konten vom Bildschirm. Bei Details helfen Licht von der Seite und ein ruhiger Hintergrund. Den Ablauf eines Probedrehs findest du im Ratgeber UGC-Beispielvideos drehen.
Wo Marken ein Gesicht erwarten
Nicht jede Anfrage passt zu einem Angebot ohne Gesicht. Lies das Briefing auf diese Signale:
- „Erfahrungsbericht“ oder „Testimonial“: Hier soll eine Person erzählen, wie das Produkt bei ihr wirkt. Ohne Gesicht fehlt die Hauptsache.
- „Reaktion“ oder „Gesichtsausdruck“: Die Marke will Überraschung oder Freude sehen.
- Anwendung am Körper: Bei Pflege, Kleidung oder Schmuck wird das Ergebnis oft am Gesicht oder Körper gezeigt.
- Hinweis auf „authentisch, echte Person“: Frag nach, ob eine Stimme aus dem Off genügt.
Passt das Briefing nicht, sag es früh und freundlich. Eine kurze Antwort reicht:
Hallo [Name], danke für das Briefing. Ich arbeite ohne Gesicht im Bild: Ich zeige Hände, Produkt und Details und spreche auf Wunsch aus dem Off. Wenn ihr für dieses Video eine Person im Bild braucht, bin ich nicht die Richtige. Passt ein Video ohne Gesicht, schicke ich gern ein Angebot.
Manchmal gibt es einen Mittelweg. Will die Marke „eine echte Stimme“, aber kein Gesicht, genügt oft Off-Ton zu Handaufnahmen. Will sie ausdrücklich Mimik, gibt es ihn nicht. Entscheide das vor dem Angebot, nicht beim Dreh. Wer zu spät merkt, dass die Marke ein Gesicht erwartet, dreht am Ende doppelt oder liefert etwas anderes als bestellt.
Portfolio und Angebot ehrlich beschriften
Falsche Erwartungen entstehen meist durch fehlende Angaben. Beschrifte deshalb jede Arbeitsprobe mit drei Dingen: Format, Sprecher und Lieferumfang.
| Arbeitsprobe | Beschriftung |
|---|---|
| Video 1 | „Tisch-Demo, 30 Sekunden, Stimme aus dem Off von mir, kein Gesicht im Bild“ |
| Video 2 | „Nur Hände, 20 Sekunden, mit Untertiteln, ohne Ton“ |
| Video 3 | „Bildschirmaufnahme, 25 Sekunden, Text eingesprochen“ |
Im Angebot wiederholst du das in einer Zeile: „Format: Tisch-Demo mit Stimme aus dem Off, ohne Gesicht.“ Ergänze, was du nicht liefern kannst: „Nicht enthalten: Person im Bild, Gesichtsreaktionen.“ So kann die Marke vorab Nein sagen, und du vermeidest einen Nachdreh. Wie du Arbeitsproben insgesamt aufbaust, steht im Ratgeber zu den UGC-Paketen.
Der Preis: kein Abschlag fürs fehlende Gesicht
Ein Video ohne Gesicht ist nicht automatisch weniger Arbeit. Du rechnest wie bei jedem Video: Aufwand, Varianten, Nutzung. Das Beispiel nutzt frei gewählte Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern.
Jona liefert ein Tisch-Demo-Video mit Off-Stimme und zwei Hook-Versionen. Ein Hook ist der Einstieg, also die ersten Sekunden, in denen sich entscheidet, ob jemand weiterschaut.
| Schritt | Aufwand |
|---|---|
| Skript und Text | 1 Stunde |
| Aufbau und Dreh von oben | 2 Stunden |
| Stimme aufnehmen | 1 Stunde |
| Schnitt | 2 Stunden |
| 2 Hook-Versionen à 1 Stunde | 2 Stunden |
| 1 Korrekturschleife | 1 Stunde |
Zusammen sind das 9 Stunden. Bei 40 € je Stunde sind das 360 €. Dazu kommt ein Aufschlag von 25 % für 30 Tage Nutzung in Anzeigen: 25 % von 360 € sind 90 €. Das Angebot liegt bei 450 €.
Ob dein Stundensatz passt, prüfst du mit den Zeiten aus echten Aufträgen, wie im Ratgeber UGC-Zeitaufwand pro Video beschrieben. Die Summe legst du im Rechner UGC-Vergütung berechnen daneben. Er rechnet im Browser, ohne zu speichern, und gibt keinen Preis vor.
Die Drehumgebung neutral halten
Ohne Gesicht verrät das Umfeld mehr, als du denkst. Geh vor dem Dreh diese Liste durch:
Was du zusätzlich zu Personen im Bild beachten musst, etwa das Recht am eigenen Bild bei Mitbewohnern, klärst du mit einer Kanzlei.
Mit Management: Abgabe und Fristen im Creator-Portal
Arbeitest du mit einem Management oder einer Agentur, die CreatorOffice nutzt, hast du im Creator-Portal am Handy diese Punkte beisammen:
- Deal im Detail: Was du abgibst, auf welcher Plattform, wie lange die Marke den Inhalt nutzt und bis wann.
- Content hochladen: Du lädst deine Entwürfe hoch, das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an. CreatorOffice zählt die vereinbarten Korrekturschleifen mit.
- Briefings: Das Briefing je Kooperation oder je Beitrag steht beim Deal, auch die Hinweise zum Format.
- Nachrichten: Rückfragen zu Format und Stimme stellst du im Chat an der Kooperation.
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Kann ich UGC ohne Gesicht verkaufen?
Ja. Marken buchen Hände mit Produkt, Demos, Bildschirmaufnahmen und Detailbilder für Anzeigen und Produktseiten. Wichtig ist, dass du im Angebot genau sagst, was im Bild zu sehen ist und wer spricht.
Was ist Faceless UGC?
So nennt man UGC-Inhalte, in denen keine Gesichter zu sehen sind. Der Inhalt zeigt Produkt, Hände oder Bildschirm, gesprochen wird auf Wunsch aus dem Off. Es ist ein Format, kein Mangel.
Muss ich ohne Gesicht günstiger anbieten?
Nein. Der Preis folgt Aufwand, Varianten und Nutzungsumfang. Ein Tisch-Demo-Video mit Stimme und Hooks kann mehr Arbeit machen als ein kurzes Sprechvideo.
Was mache ich, wenn die Marke doch ein Gesicht will?
Frag, ob eine Stimme aus dem Off genügt. Wenn nicht, sag freundlich ab oder empfiehl, dass die Marke eine andere Person für das Video bucht. Dreh nichts, was nicht zu deinem Angebot passt.
Wie halte ich meine Wohnung aus dem Bild?
Dreh vor einem neutralen Hintergrund, nimm Post und Fotos weg und prüf Spiegelungen mit einer Testaufnahme. Bei Bildschirmaufnahmen schaltest du Benachrichtigungen aus.
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