UGC-Korrekturen begrenzt du mit einer Zahl im Angebot und einer Regel für das Feedback. Eine Korrekturrunde ist eine gebündelte Rückmeldung zu einer Fassung. Im Beispiel dieses Ratgebers sind zwei Runden enthalten, jede weitere ist ein Zusatz mit eigenem Preis.
Ohne diese Regel kommen Änderungswünsche einzeln, zu verschiedenen Zeiten und von verschiedenen Personen. Dann schneidest du ein Video fünf Mal für fünf Kleinigkeiten. Hier siehst du, wie du Runden festlegst, was nicht als Korrektur zählt, wie du Feedback sammelst und was eine weitere Runde kostet.
UGC-Korrekturen im Angebot festlegen
Schreib die Regeln dorthin, wo die Marke sie bei der Zusage sieht, nämlich ins Angebot. Vier Angaben genügen:
- Zahl der Runden je Video, zum Beispiel zwei.
- Frist für das Feedback, zum Beispiel 5 Werktage nach Lieferung der Fassung.
- Eine Ansprechperson, die das Feedback der Marke sammelt.
- Was nicht als Korrektur zählt, damit klar ist, wo die Runden enden.
Ein Textbaustein für dein Angebot:
Korrekturen: Enthalten sind 2 Korrekturrunden je Video. Eine Runde ist eine gebündelte Rückmeldung zu einer Fassung, gesammelt von einer Ansprechperson und innerhalb von 5 Werktagen nach Lieferung. Neue Wünsche zu Skript, Produkt oder Umfang sowie weitere Runden biete ich gern als Zusatz an und setze sie nach eurer Bestätigung um.
Wie das ganze Angebot aufgebaut ist, zeigt der Ratgeber UGC-Angebot schreiben. Das Thema aus Sicht von Agenturen und Influencer-Kooperationen behandelt Korrekturschleifen begrenzen.
Was zählt als Korrektur und was nicht?
Viele Streitfälle entstehen, weil niemand weiß, ob ein Wunsch noch zur Runde gehört. Diese Tabelle hilft dir bei der Einordnung:
| Wunsch der Marke | Einordnung | Warum |
|---|---|---|
| „Der Text im Bild soll später erscheinen.“ | Korrektur | Änderung am Schnitt der gelieferten Fassung |
| „Die Musik ist zu laut.“ | Korrektur | Änderung am Ton |
| „Im Video ist ein Tippfehler.“ | Fehler von dir, zählt nicht als Runde | Du korrigierst ohne Aufpreis |
| „Könnt ihr zusätzlich eine kürzere Version machen?“ | Zusatz | Das ist eine Variante, kein Feedback |
| „Wir haben das Produkt geändert, bitte noch einmal drehen.“ | Neuer Dreh | Siehe UGC-Nachdreh |
| „Statt des freigegebenen Skripts hätten wir jetzt gern einen anderen Text.“ | Zusatzauftrag | Das Skript war freigegeben |
Die Regel dahinter: Korrekturen verbessern, was geliefert wurde. Alles, was den Umfang oder die Grundlage verändert, ist neue Arbeit.

Feedback gebündelt einholen
Eine Marke gibt besseres Feedback, wenn du ihr zeigst, wie es aussehen soll. Schick die Fassung deshalb mit einer kurzen Anleitung:
Hallo [Name],
hier ist Fassung 1 von [Titel]: [Link]. Bitte schickt mir euer Feedback gesammelt in einer Nachricht, ideal mit Zeitmarke, zum Beispiel „0:04 Text größer“. Schreibt dazu, was ihr unbedingt braucht und was ein Wunsch ist. Enthalten sind 2 Runden, das Feedback erbitte ich bis [Datum]. Danach erhaltet ihr Fassung 2.
Viele Grüße Piet
Das Beispiel stammt vom Creator Piet Sundal, der für die Marke Velune ein Video über Pflanzentöpfe gedreht hat. Drei Dinge helfen ihm dabei:
- Eine Ansprechperson. Mehrere Absender erzeugen widersprüchliche Wünsche. Bitte die Marke, intern zu sammeln.
- Zeitmarken. „Das Ende ist zu lang“ ist vage. „0:21 bis 0:25 kürzen“ lässt sich sofort ausführen.
- Prioritäten. Unterscheide „muss“ von „wäre schön“. So weißt du, was du zuerst machst, wenn die Zeit knapp ist.
Weniger Korrekturen durch bessere Vorarbeit
Am wenigsten Arbeit macht die Korrekturrunde, die du gar nicht brauchst. Zwei Dinge senken ihre Zahl deutlich. Erstens: Lass das Skript vor dem Dreh freigeben, wie es der Ratgeber UGC-Skript-Freigabe zeigt. Dann kommen die meisten inhaltlichen Wünsche, bevor du schneidest. Zweitens: Prüf jede Fassung selbst, bevor du sie schickst.
Checkliste vor dem Versand:
Jede Kleinigkeit, die du vorher findest, spart der Marke eine Rückmeldung und dir eine Runde. Auch die Marke profitiert: Je sauberer die erste Fassung ist, desto eher bleibt das Feedback bei den Dingen, die nur sie entscheiden kann, etwa Tonalität und Auswahl der Szenen. Das ist die Art von Rückmeldung, für die Runden gedacht sind.
Widersprüchliches Feedback und neue Wünsche
Zwei Personen der Marke wünschen Gegensätzliches, etwa „länger“ und „kürzer“? Entscheide nicht selbst. Schreib beiden eine Nachricht und bitte um eine gemeinsame Entscheidung:
Hallo [Name], zu Fassung 1 habe ich zwei Rückmeldungen, die sich widersprechen: Einmal soll das Video länger werden, einmal kürzer. Könnt ihr euch intern auf eine Richtung einigen? Dann arbeite ich sie in Fassung 2 ein.
Kommen mitten in einer Runde neue Wünsche, schreib sie in eine Liste für die nächste Runde. Arbeite nicht jeden einzeln ab, sonst verlierst du die Übersicht. Hat die Marke ihre Runden verbraucht, sagst du das freundlich und nennst den Preis für eine weitere.
Was eine weitere Runde kostet
Eine Runde ist Arbeit: Feedback lesen, schneiden, exportieren, hochladen, prüfen. Rechne sie wie jeden anderen Posten. Ein Beispiel mit frei gewählten Zahlen, keine Marktpreise, alle Beträge ohne Steuern: Piet schätzt 1,5 Stunden je Runde und rechnet mit 40 € je Stunde. 1,5 × 40 € sind 60 €. Eine dritte Runde kostet also 60 €.
So kündigst du sie an, bevor du etwas tust:
Hallo [Name], die enthaltenen 2 Runden sind erledigt. Für eine dritte Runde rechne ich 60 € zusätzlich. Wenn ihr zustimmt, liefere ich Fassung 3 bis [Datum]. Passt das?
Ohne diese Zeile wird die dritte Runde schnell zur vierten und fünften. Die Summe prüfst du auch im Rechner UGC-Vergütung berechnen, der weitere Korrekturschleifen mitrechnet. Er rechnet im Browser und gibt keinen Preis vor.
Mit Management: Freigabe und Korrektur im Creator-Portal
Läuft der Auftrag über ein Management oder eine Agentur, die CreatorOffice nutzt, hast du im Creator-Portal:
- Content hochladen: Du lädst deine Fassung hoch, das Team gibt frei oder fordert eine Korrektur an
- Korrekturschleifen: CreatorOffice zählt die vereinbarten Schleifen mit
- Kalender: Entwurfsfristen, auf Wunsch mit Erinnerung am Vortag per Mail
- Nachrichten: Chat direkt an der Kooperation für Rückfragen zum Feedback
Den Zugang bekommst du per Einladung deines Managements. Wie das Portal aussieht, zeigt die Seite Für Creator.
Häufige Fragen
Was ist eine Korrekturrunde bei UGC?
Eine Korrekturrunde ist eine gebündelte Rückmeldung der Marke zu einer Fassung des Videos, die du in einem Durchgang einarbeitest. Einzelne Nachrichten zu verschiedenen Zeiten zählen zusammen als eine Runde, wenn sie zur selben Fassung gehören und innerhalb der Frist kommen.
Wie viele Korrekturen sollte ich im Angebot anbieten?
Dafür gibt es keinen festen Wert. Lege fest, wie viele Runden du für den vereinbarten Preis zeitlich schaffst. Im Beispiel dieses Ratgebers sind es zwei Runden je Video. Jede weitere bietest du mit Preis an.
Zählt ein Fehler von mir als Korrekturrunde?
Nein. Hast du etwas falsch geschnitten oder falsch geschrieben, korrigierst du das ohne Aufpreis und ohne eine Runde zu verbrauchen. Die Runden gelten für Wünsche der Marke.
Was mache ich bei widersprüchlichem Feedback?
Triff die Entscheidung nicht allein. Bitte die Ansprechperson der Marke, sich intern zu einigen, und arbeite erst danach ein. So vermeidest du Runden, die sich gegenseitig aufheben.
Darf die Marke nach der Freigabe noch etwas ändern lassen?
Eine Änderung nach der Freigabe ist ein neuer Auftrag mit eigenem Angebot, sofern ihr nichts anderes vereinbart habt. Halte deshalb die Endfreigabe schriftlich fest.
CreatorOffice für Creator
Arbeitest du mit einem Management, das CreatorOffice nutzt, siehst du Entwürfe, Freigaben, Fristen, Rechnungen und deinen Anteil an einem Ort. Zeig CreatorOffice deinem Management, wenn Feedback bei dir bisher in vielen Nachrichten verstreut ist.


