Die Auszahlung an Creator folgt im Management einer von zwei Regeln: Entweder zahlt die Agentur nach einer festen Frist, etwa 14 Tage nach der Rechnung, oder erst, wenn die Marke bezahlt hat. Welche Auszahlungsfrist gilt, steht im Managementvertrag. Steht dort nichts Klares, entsteht genau die Frage, die jedes Management kennt: „Wann kommt mein Geld?“
Hier erfährst du, welche Regeln es gibt und was sie für Agentur und Creator bedeuten, wie lange es realistisch vom Posting bis zur Auszahlung dauert, was rechtlich zu beachten ist und wie du die Regel so formulierst, dass sie im Alltag trägt.
Welche Auszahlungsregeln gibt es im Management?
| Regel | So klingt sie im Vertrag | Für den Creator | Für die Agentur |
|---|---|---|---|
| feste Frist ab Rechnung an die Marke | „14 Tage nach Rechnungsstellung“ | planbar | Vorleistung, wenn die Marke später zahlt |
| feste Frist ab Beleg des Creators | „10 Tage nach Eingang der Creator-Rechnung“ | planbar, wenn er schnell abrechnet | wie oben |
| nach Zahlungseingang der Marke | „7 Werktage nach Zahlungseingang“ | hängt von der Marke ab | kein Vorleistungsrisiko |
| feste Auszahlungstermine | „am 5. und 20. des Monats für alle fälligen Beträge“ | klarer Rhythmus | Läufe planbar |
| Mischform | „nach Zahlungseingang, spätestens 45 Tage nach Rechnung“ | Obergrenze für das Warten | begrenzte Vorleistung |
Die Termine lassen sich mit jeder Regel kombinieren. „Nach Zahlungseingang, ausgezahlt am nächsten 5. oder 20.“ ist eine häufige und gut verständliche Form. Wie viel Vorleistung deine Agentur verkraftet, rechnest du mit der Liquiditätsplanung für Influencer-Agenturen durch.
Wie lange dauert es vom Posting bis zum Geld?
Die Daten sind frei gewählt. Mara Linden postet am 3. Oktober ein Reel für Lumen Skincare. Studio Nordlicht hat mit der Marke 30 Tage Zahlungsziel vereinbart und zahlt Creator nach Zahlungseingang zum nächsten Auszahlungstermin (5. oder 20.).
| Datum | Schritt |
|---|---|
| 3. Oktober | Reel ist online, Mara meldet den Beitrag |
| 6. Oktober | Studio Nordlicht stellt die Rechnung an Lumen Skincare |
| 5. November | Rechnung ist fällig (30 Tage nach dem 6. Oktober) |
| 12. November | Lumen Skincare zahlt, eine Woche zu spät |
| 13. November | Gutschrift an Mara ist erstellt und bestätigt |
| 20. November | Auszahlung im Lauf, Geld am Folgetag bei Mara |
Vom Posting bis zur Auszahlung vergehen 28 Tage im Oktober plus 20 Tage im November, also 48 Tage. Mit einer festen Frist von 14 Tagen nach Rechnung hätte Mara ihr Geld am 20. Oktober bekommen. Die Agentur hätte dann vom 20. Oktober bis zum 12. November, also 23 Tage, mit dem Betrag in Vorleistung gestanden.
Der größte Hebel liegt vorne: Jeder Tag, den die Rechnung an die Marke später rausgeht, verlängert das Warten des Creators. Wie du Zahlungsziele mit Marken verhandelst, erklärt der Ratgeber Zahlungsziel mit Marken vereinbaren.
Was gilt rechtlich bei Zahlungsfristen?
Zwei Vorschriften aus dem BGB tauchen bei Zahlungsfristen zwischen Unternehmen immer wieder auf. Sie betreffen die Frist, die dir eine Marke setzt, und die Frist, die du einem Creator zusagst, wenn er als Unternehmer abrechnet:
- § 271a BGB: Eine vereinbarte Zahlungsfrist von mehr als 60 Tagen nach Empfang der Leistung ist nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart wurde und den Gläubiger nicht grob unbillig benachteiligt. Ist die Zahlung erst nach einer Prüfung oder Abnahme fällig, liegt die Grenze für diese Prüffrist bei 30 Tagen.
- § 286 Absatz 3 BGB: Wer eine Entgeltforderung nicht innerhalb von 30 Tagen nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung bezahlt, kommt spätestens dann in Verzug.
Was das für deine Verträge bedeutet, etwa für eine Regel „Auszahlung nach Zahlungseingang“ ohne Obergrenze, klärst du mit deiner Kanzlei. Für die Praxis gilt: Je klarer die Regel im Vertrag steht, desto weniger Diskussion gibt es später.
Was in den Managementvertrag gehört
Eine gute Auszahlungsregel beantwortet fünf Fragen. Dieser Formulierungsvorschlag ist ein Beispiel, die rechtliche Fassung prüft deine Kanzlei:
Die Agentur zahlt dem Creator seinen Anteil an einer Kooperation innerhalb von 7 Werktagen nach Zahlungseingang der Marke aus, frühestens nach Bestätigung der Gutschrift beziehungsweise nach Eingang einer prüffähigen Rechnung des Creators. Ausgezahlt wird am 5. und 20. eines Monats. Bei Teilzahlungen der Marke wird der entsprechende Anteil ausgezahlt. Gerät die Marke in Zahlungsverzug, informiert die Agentur den Creator und übernimmt das Mahnwesen.
Die fünf Fragen dahinter:
- Auslöser: Rechnung, Beleg des Creators oder Zahlungseingang der Marke?
- Frist: Wie viele Tage oder Werktage danach?
- Termin: Gibt es feste Auszahlungstage?
- Teilzahlungen: Was passiert, wenn die Marke nur einen Teil zahlt?
- Verzug der Marke: Wer mahnt, und wie erfährt der Creator davon?
Ein vollständiges Muster mit weiteren Klauseln findest du im Ratgeber Managementvertrag für Creator.
Wenn die Marke zu spät zahlt: die Nachricht an den Creator
Gilt „Auszahlung nach Zahlungseingang“, wartet der Creator mit. Er sollte das nicht erst bemerken, wenn der Auszahlungstag verstreicht. Eine kurze Nachricht am Tag nach der Fälligkeit reicht:
Hallo Mara, die Rechnung an Lumen Skincare war gestern fällig, die Zahlung ist noch nicht da. Wir haben heute erinnert. Sobald das Geld eingeht, kommt dein Anteil mit dem nächsten Auszahlungslauf am 5. oder 20. Wir melden uns, wenn sich etwas tut. Viele Grüße, Alex
Mehr zu festen Kanälen und Antwortzeiten steht im Ratgeber Kommunikation mit Creatorn.
Wann eine Ausnahme sinnvoll ist
Manche Creator brauchen ihr Geld früher, etwa nach einer großen Produktion mit eigenen Kosten. Dann kannst du einzelne Auszahlungen vorziehen, bevor die Marke zahlt. Mach das bewusst und mit Begründung, nicht stillschweigend. Welche Regeln und Risiken dabei gelten, zeigt der Artikel zum Vorschuss an Creator.
Typische Fehler bei Auszahlungsfristen
Die Regel steht nur im Kopf
„Wir zahlen, wenn das Geld da ist“ ist keine Regel, sondern eine Absicht. Schreib Auslöser, Frist und Termin in den Vertrag.
Rechnungen an Marken gehen gesammelt am Monatsende raus
Dann wartet der Creator unnötig lange. Rechne ab, sobald die Leistung erbracht ist.
Der Creator schickt seine Rechnung spät
Bei Rechnung des Creators beginnt die Frist oft erst mit seinem Beleg. Fordere die Rechnung aktiv an oder arbeite mit Gutschriften, die du selbst ausstellst.
Teilzahlungen werden nicht weitergegeben
Zahlt die Marke die Hälfte, kann auch der halbe Anteil fällig sein. Lege fest, wie du damit umgehst.
Ausnahmen werden zur Regel
Wer einem Creator früher auszahlt, wird bald von allen gefragt. Halte Ausnahmen fest und begründe sie.
Checkliste: Auszahlungsfrist festlegen
So bildet CreatorOffice Auszahlungsfristen ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. In CreatorOffice hängt alles an der Kooperation: Rechnung an die Marke, Zahlungseingang, Gutschrift und Auszahlung. Belegt sind diese Funktionen:
- Auszahlungsregel: nach fester Frist oder erst nach Zahlungseingang der Marke. Bei einer Teilzahlung ist der passende Anteil auszahlbar, vorher auszahlen geht nur mit Begründung.
- Auszahlungen: Alle freigegebenen Rechnungen und Gutschriften stehen an einem Ort, fällige sind vorgewählt, je Beleg mit Zahlungsstand der Marke.
- Auszahlungsläufe mit SEPA-Datei: ab Tarif Team. CreatorOffice selbst überweist kein Geld.
- Creator-Portal: Jede Rechnung zeigt dem Creator ihren Weg bis zur Auszahlung. Ob Creator auch den Zahlungsstand der Marke sehen, legst du fest.
- Mahnwesen: CreatorOffice erkennt überfällige Rechnungen an Marken und bereitet die nächste Mahnung vor, Versand per Klick. In jedem Tarif.
- Liquiditätsvorschau: Forderungen und fällige Auszahlungen je Woche, ab Tarif Agentur.
Mehr dazu auf der Seite Provisionen und Auszahlungen an Creator, die Tarife findest du bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Wann bekommen Creator im Management ihr Geld?
Das hängt von der Regel im Managementvertrag ab. Üblich sind eine feste Frist nach der Rechnung an die Marke oder die Auszahlung einige Tage nach Zahlungseingang der Marke, oft zu festen Terminen im Monat.
Was ist besser: feste Frist oder Auszahlung nach Zahlungseingang?
Eine feste Frist ist für Creator planbar, die Agentur trägt aber die Vorleistung, wenn Marken spät zahlen. Die Auszahlung nach Zahlungseingang schützt die Agentur, der Creator wartet mit. Eine Mischform mit Obergrenze verbindet beides.
Wie lange dauert es vom Posting bis zur Auszahlung?
Bei 30 Tagen Zahlungsziel und Auszahlung nach Zahlungseingang vergehen oft sechs bis acht Wochen. Wer die Rechnung an die Marke sofort nach dem Posting stellt, verkürzt die Zeit am stärksten.
Darf eine Marke 90 Tage Zahlungsziel verlangen?
Nach § 271a BGB ist eine Frist von mehr als 60 Tagen nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart ist und den Gläubiger nicht grob unbillig benachteiligt. Ob das in deinem Fall zutrifft, klärst du mit deiner Kanzlei.
Was sage ich einem Creator, wenn die Marke nicht zahlt?
Informiere ihn kurz nach der Fälligkeit, dass die Zahlung fehlt, dass ihr erinnert habt und wann er mit seinem Anteil rechnen kann. Ein fester Auszahlungstermin macht die Antwort einfacher.
Kann CreatorOffice erst auszahlen, wenn die Marke gezahlt hat?
Ja, mit der Einstellung „Auszahlung erst nach Zahlungseingang der Marke“. Bei Teilzahlungen ist der passende Anteil auszahlbar, vorher auszahlen geht nur mit Begründung.
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