Eine Pitch-Liste mit Creatorn ist eine kurze, auf eine Marke zugeschnittene Auswahl aus deinem Roster: drei bis acht Talente, je Person ein Satz, warum sie passt, dazu die wichtigsten Zahlen und ein Link zum Media-Kit. Sie beantwortet die Frage der Marke „Wen schlagt ihr uns vor?“, bevor jemand ein Angebot rechnet.
Viele Managements schicken stattdessen das ganze Roster als PDF. Die Marke muss dann selbst suchen, und meist sucht sie nicht. Hier liest du, wie du die Auswahl triffst, welche Angaben auf die Liste gehören, wie du sie verschickst und nachfasst und woran du nach drei Monaten erkennst, ob deine Listen funktionieren.
Was ist eine Pitch-Liste mit Creatorn, und wann brauchst du sie?
Die Pitch-Liste ist der Schritt zwischen Erstkontakt und Angebot. Sie kommt in drei Situationen zum Einsatz:
| Situation | Auslöser | Ziel der Liste |
|---|---|---|
| Anfrage einer Marke | Marke fragt nach Creatorn für eine Kampagne | passende Talente schnell zeigen, Rückfragen klären |
| Eigene Akquise | du sprichst eine Marke aktiv an | Interesse wecken, ein Gespräch bekommen |
| Agentur oder Mediaagentur sucht | Dienstleister der Marke stellt eine Auswahl zusammen | in die Vorauswahl der Agentur kommen |
Wie du die erste Nachricht an eine Marke formulierst, steht im Ratgeber Pitch an Marken. Wie du Zielmarken findest und eine Akquise-Routine aufbaust, erklärt der Ratgeber Akquise für Influencer-Agenturen. Dieser Artikel behandelt das Stück dazwischen: die Liste selbst.
Welche Creator gehören auf die Pitch-Liste?
Die Auswahl entscheidet, ob die Marke antwortet. Gehe in vier Schritten vor.
Schritt 1: Die Anfrage in drei Kriterien übersetzen
Lies Briefing oder Website der Marke und notiere drei Kriterien: Zielgruppe (Alter, Interessen, Land), Plattform und Format (etwa Reels und Stories, YouTube-Integration) und Tonalität (erklärend, humorvoll, ruhig). Mehr als drei Kriterien machen die Auswahl unscharf.
Schritt 2: Das Roster filtern
Geh dein Roster einmal vollständig durch und streiche alle, die eines der drei Kriterien klar verfehlen. Übrig bleiben oft zehn bis fünfzehn Namen.
Schritt 3: Ausschlüsse prüfen
Jetzt prüfst du jeden verbleibenden Namen auf drei Hindernisse:
- Exklusivität: Hat der Creator einen laufenden Vertrag mit einem Wettbewerber der Marke, auch einen Nachlauf nach Kampagnenende?
- Verfügbarkeit: Passt der Kampagnenzeitraum in seinen Kalender, oder ist er in dieser Zeit ausgebucht, im Urlaub, in Elternzeit?
- Eigene Grenzen: Gibt es Produktgruppen, die der Creator ablehnt, etwa Alkohol, Glücksspiel oder Nahrungsergänzung?
Wer hier hängen bleibt, fliegt raus. Eine Marke, die einen Creator mit Wettbewerbsvertrag vorgeschlagen bekommt, merkt sich das.
Schritt 4: Auf drei bis acht kürzen und sortieren
Sortiere nach Passung, nicht nach Reichweite. Oben steht, wer am besten zum Briefing passt. Mische bewusst: ein oder zwei größere Namen, dazu kleinere Creator mit hoher Nähe zur Zielgruppe. So kann die Marke nach Budget wählen.
Welche Angaben gehören je Creator auf die Liste?
Die Marke vergleicht die Namen nebeneinander. Gleiche Angaben in gleicher Reihenfolge machen das leicht.
| Angabe | Beispiel (frei erfunden) | Warum |
|---|---|---|
| Name und Kanal | Mara Linden, Instagram und TikTok | Marke findet das Profil sofort |
| Ein Satz zur Passung | „Zeigt ihre Hautpflege-Routine ehrlich, Zielgruppe Frauen 25 bis 34“ | wichtigster Satz der Liste |
| Kennzahlen mit Stand | 48.000 Follower, Stand 15.10.2026 | Zahlen ohne Datum wirken unseriös |
| Zielgruppe | 78 % Frauen, 62 % in Deutschland | nur, wenn der Creator die Werte freigibt |
| Bisherige Marken | zwei ähnliche Kooperationen | ohne Beträge und Konditionen |
| Mögliche Formate | Reel, Story-Serie, Gewinnspiel | zeigt, was buchbar ist |
| Preis | „ab 1.800 € je Reel“ oder „auf Anfrage“ | siehe nächster Abschnitt |
| Link | Media-Kit des Creators | Details für Interessierte |
Die Kennzahlen trägst du von Hand aus den Statistiken des Creators ein. Lass dir dafür aktuelle Screenshots schicken und notiere, von welchem Tag sie stammen.
Preis auf der Liste: ja, nein oder Spanne?
Es gibt drei Wege, und jeder hat seinen Platz:
- Kein Preis: bei eigener Akquise, wenn du erst ein Gespräch willst.
- Ab-Preis oder Spanne: wenn die Marke ein Budget genannt hat. So sortiert sie selbst aus.
- Konkreter Preis je Paket: nur, wenn das Briefing genau feststeht. Dann ist die Liste schon fast ein Angebot.
Nenne nie Preise, die der Creator nicht freigegeben hat. Wie du Preise kalkulierst, steht im Ratgeber zur Rate Card für Creator.
Rechenbeispiel: Lohnt sich die Mühe?
Die Zahlen sind frei gewählt. Studio Nordlicht verschickt im Quartal 24 Pitch-Listen.
| Schritt | Anzahl | Quote |
|---|---|---|
| verschickte Listen | 24 | |
| Listen mit Antwort | 9 | 9 von 24 = 37,5 % |
| Listen mit Angebot | 5 | 5 von 9 = 55,6 % |
| Zusagen | 2 | 2 von 5 = 40 % |
Zwei Zusagen mit je 6.000 € Honorar ergeben 12.000 € Umsatz. Bei 20 % Provision bleiben der Agentur 2.400 €. Je verschickter Liste sind das 2.400 € ÷ 24 = 100 € Provision. Braucht eine Liste etwa 45 Minuten, liegt der Wert bei rund 133 € je Arbeitsstunde (100 € ÷ 0,75 h).
Spannender ist der Vergleich: Bekommen Listen mit Ab-Preis mehr Antworten als Listen ohne Preis? Das siehst du nur, wenn du festhältst, welche Variante du geschickt hast.
Wie verschickst du die Pitch-Liste?
Die Form hängt davon ab, wie die Marke arbeitet. Drei Varianten sind üblich:
- Als Text in der Mail: für drei Creator ideal. Die Marke sieht alles, ohne etwas zu öffnen.
- Als PDF: wenn die Marke intern weiterleitet. Achte auf eine kleine Dateigröße und einen Dateinamen mit Marke und Datum.
- Als Link: wenn sich Kennzahlen ändern oder du sehen willst, ob die Liste geöffnet wurde. Ein Link sollte befristet sein und sich zurückziehen lassen.
Vorlage für die Begleitmail
Betreff: Fünf Creator für Ihre Frühjahrskampagne
Guten Tag Frau Berg,
danke für Ihr Briefing zur Frühjahrskampagne von Lumen Skincare. Wir haben fünf Creator ausgewählt, deren Zielgruppe zu Ihrer passt und die im März verfügbar sind. Je Creator finden Sie einen Satz zur Passung, aktuelle Kennzahlen mit Datum und eine Preisspanne für ein Reel.
Die Liste ist bis zum 30. November abrufbar. Wenn Ihnen zwei oder drei Namen zusagen, schicke ich Ihnen gern ein Angebot mit Zeitplan.
Beste Grüße Alex Nord, Studio Nordlicht
Halte die Mail kurz. Die Arbeit steckt in der Liste.
Nachfassen: wann und wie oft?
Eine unbeantwortete Liste ist kein Nein. Fass einmal nach, am besten nach fünf bis sieben Werktagen:
Guten Tag Frau Berg, kurz nachgefragt: Passt einer der fünf Creator zu Ihrer Kampagne? Mara Linden hätte im März noch zwei freie Termine. Beste Grüße, Alex Nord
Nenne beim Nachfassen etwas Neues, zum Beispiel eine Verfügbarkeit oder eine aktuelle Zahl. Kommt danach keine Antwort, legst du eine Wiedervorlage in drei Monaten an und wartest. Zwei Nachfragen hintereinander wirken bedrängend.
Die Pitch-Liste auswerten: was du festhalten solltest
Damit du aus Listen lernst, notiere zu jeder Liste:
- Marke und Datum
- Anlass: Anfrage, eigene Akquise oder Agentur
- Creator auf der Liste
- Variante: ohne Preis, mit Spanne, mit Paketpreis
- Antwort ja oder nein, und von wem
- Angebot ja oder nein, Zusage ja oder nein
Nach einem Quartal siehst du, welche Creator oft auf Listen stehen, aber nie gebucht werden. Das ist ein Gesprächsthema für das nächste Gespräch mit dem Creator: Stimmt der Preis, stimmt das Media-Kit, ist die Nische klar genug? Ebenso siehst du, wer selten gepitcht wird. Creator merken, wenn sie nie vorgeschlagen werden, und fragen irgendwann, warum.
Typische Fehler bei Pitch-Listen
Das ganze Roster als Anhang
Die Marke sucht nicht selbst. Eine Auswahl zeigt, dass du das Briefing gelesen hast.
Kennzahlen ohne Datum
Follower-Zahlen ändern sich. Ohne Stand weiß niemand, ob sie aktuell sind. Schreib immer das Datum dazu.
Creator nicht gefragt
Sagt die Marke zu und der Creator ab, verlierst du beide Seiten. Frag vorher.
Wettbewerber übersehen
Ein Creator mit laufendem Vertrag bei der Konkurrenz auf der Liste wirkt unvorbereitet. Prüfe Exklusivitäten vor jeder Liste. Hintergründe stehen im Ratgeber zur Exklusivität bei Influencern.
Konditionen anderer Marken verraten
Bisherige Kooperationen zeigen Erfahrung. Beträge, Rabatte oder Vertragsdetails anderer Marken gehören nie auf eine Liste.
Keine Frist
Eine Liste ohne Ablauf bleibt monatelang im Umlauf, mit veralteten Zahlen. Gib jeder Liste ein Ablaufdatum.
Checkliste vor dem Versand
Wann eine Tabelle reicht
Mit wenigen Creatorn und einer Liste im Monat reicht ein sauberes Dokument mit festen Spalten. Schwierig wird es, wenn Kennzahlen bei jeder Liste neu abgetippt werden, mehrere Kolleginnen gleichzeitig pitchen oder du wissen willst, wer eine Liste geöffnet hat. Dann lohnt sich ein System, in dem Media-Kits gepflegt sind und Listen daraus entstehen.
So bildet CreatorOffice Pitch-Listen ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. Für Pitch-Listen sind diese Funktionen belegt:
- Media-Kits je Creator: Kurzprofil auf Deutsch und Englisch, Themen, Kennzahlen je Plattform mit Stand, auf Wunsch Preise und Referenzen. Referenzen zeigen nie Beträge oder Konditionen. Ab Tarif Team.
- Pitch-Listen mit bis zu 30 Creatorn: Versand als persönlicher, befristeter und jederzeit widerrufbarer Link. Die Marke öffnet ihn mit ihrer E-Mail-Adresse, jeder Aufruf steht im Protokoll. Ab Tarif Team.
- Kennzahlen von Hand: Du trägst sie mit Stand ein. Eine Plattform-Anbindung brauchst du dafür nicht.
- Anfragen und Angebote: Aus der Antwort der Marke wird eine Anfrage mit Budget und Zeitraum, mit Hinweis bei Überschneidungen von Exklusivität. Ab Tarif Team.
- Marken mit Ansprechpersonen: in jedem Tarif.
Eine PDF-Datei direkt aus CreatorOffice gibt es nicht; die Seite lässt sich drucken oder im Browser als PDF sichern. Mehr zum Ablauf von der Anfrage bis zum Angebot zeigt die Seite CRM für Influencer-Agenturen. Was in welchem Tarif steckt, steht bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Wie viele Creator gehören auf eine Pitch-Liste?
Meist drei bis acht. Weniger wirkt dünn, mehr überfordert die Marke. Bei großen Kampagnen mit vielen Creatorn kann die Liste länger sein, dann hilft eine Gruppierung nach Budget oder Format.
Soll ich Preise auf die Pitch-Liste schreiben?
Hat die Marke ein Budget genannt, hilft eine Preisspanne oder ein Ab-Preis. Bei eigener Akquise ohne Briefing lässt du Preise weg und bietest ein Angebot an. Nenne nur Preise, die der Creator freigegeben hat.
Was ist der Unterschied zwischen Media-Kit und Pitch-Liste?
Das Media-Kit stellt einen einzelnen Creator ausführlich vor. Die Pitch-Liste ist eine Auswahl mehrerer Creator für eine bestimmte Marke, mit je einem Satz zur Passung und einem Link zum Media-Kit.
Wie oft sollte ich nach einer Pitch-Liste nachfassen?
Einmal nach fünf bis sieben Werktagen, mit einer neuen Information. Danach legst du eine Wiedervorlage in einigen Monaten an.
Darf ich Zielgruppendaten meiner Creator weitergeben?
Nur, wenn der Creator zugestimmt hat. Halte im Managementvertrag oder schriftlich fest, welche Daten du an Marken weitergeben darfst. Rechtliche Fragen dazu klärst du mit deiner Kanzlei.
CreatorOffice kostenlos testen
Wenn du Kennzahlen für jede Liste neu zusammensuchst, leg die Media-Kits deines Rosters einmal an und stell deine nächste Pitch-Liste daraus zusammen. Teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos im Tarif deiner Wahl.
