Einen Mahnbescheid gegen eine Marke beantragst du in Deutschland beim zuständigen Mahngericht, am einfachsten über das Online-Formular auf online-mahnantrag.de. Das Gericht prüft nicht, ob die Forderung besteht, sondern stellt der Marke den Mahnbescheid zu. Widerspricht sie nicht innerhalb von zwei Wochen, kannst du einen Vollstreckungsbescheid beantragen, mit dem sich die Forderung durchsetzen lässt. Die Gerichtsgebühr beträgt eine halbe Gebühr nach dem Streitwert, mindestens 38 € (Stand Oktober 2026).
Das gerichtliche Mahnverfahren ist der Weg, wenn eine Marke eine unbestrittene Rechnung trotz aller Mahnungen nicht bezahlt. Es ist schneller und günstiger als eine Klage, funktioniert aber nur, wenn die Marke nicht widerspricht. Dieser Ratgeber zeigt den Ablauf Schritt für Schritt, die wichtigen Fristen, was du vorbereiten musst und wann ein anderer Weg besser passt. Er ersetzt keine Beratung durch eine Kanzlei.
Wann ist ein Mahnbescheid der richtige Weg?
| Situation | Mahnbescheid geeignet? |
|---|---|
| Marke hat Content abgenommen, zahlt aber nicht und reagiert nicht | ja |
| Marke hat Zahlung zugesagt, hält Termine nicht ein | ja |
| Marke bemängelt den Content und verweigert deshalb die Zahlung | eher nein, Widerspruch ist wahrscheinlich |
| Marke sitzt in einem anderen EU-Land | möglich, Alternative: Europäischer Zahlungsbefehl |
| Marke sitzt außerhalb der EU | nur eingeschränkt, Kanzlei fragen |
| Verjährung droht | ja, die Zustellung des Mahnbescheids hemmt die Verjährung |
Erwartest du einen Widerspruch, kostet der Mahnbescheid nur Zeit. Dann ist eine Kanzlei meist der direktere Weg.
Mahnbescheid beantragen: der Ablauf in sechs Schritten
1. Unterlagen prüfen
Du brauchst die genaue Bezeichnung und Anschrift der Marke mit Rechtsform, den offenen Betrag, das Rechnungsdatum und die Fälligkeit. Der Mahnbescheid ist nur für Geldforderungen in Euro möglich.
2. Antrag stellen
Über online-mahnantrag.de füllst du den Antrag Schritt für Schritt aus. Danach druckst du ihn mit Barcode aus und schickst ihn unterschrieben per Post an das Mahngericht oder reichst ihn elektronisch ein, je nach Weg, den das Mahngericht zulässt. Zuständig ist ausschließlich das Amtsgericht an deinem eigenen allgemeinen Gerichtsstand. Die meisten Bundesländer haben dafür zentrale Mahngerichte. Hat der Antragsteller keinen allgemeinen Gerichtsstand in Deutschland, ist das Amtsgericht Wedding in Berlin zuständig.
3. Gerichtskosten zahlen
Mit dem Mahnbescheid kommt eine Kostenrechnung. Die Gebühr ist eine halbe Gebühr nach dem Streitwert, mindestens 38 €. Den genauen Betrag zeigt dir ein Kostenrechner vorab. Ist die Marke im Verzug, kann sie verpflichtet sein, die Kosten zu tragen.
4. Zustellung an die Marke
Das Gericht stellt der Marke den Mahnbescheid zu. Damit wird die Verjährung gehemmt. Die Marke kann nun zahlen, widersprechen oder nichts tun.
5. Widerspruchsfrist abwarten
Die Marke hat zwei Wochen ab Zustellung Zeit, Widerspruch einzulegen. Widersprechen kann sie, solange der Vollstreckungsbescheid noch nicht verfügt ist.
6. Vollstreckungsbescheid beantragen
Kommt kein Widerspruch, beantragst du den Vollstreckungsbescheid. Achtung: Stellst du den Antrag nicht innerhalb von sechs Monaten nach Zustellung des Mahnbescheids, verliert der Mahnbescheid seine Wirkung. Der Vollstreckungsbescheid steht einem Versäumnisurteil gleich. Die Marke kann noch innerhalb von zwei Wochen Einspruch einlegen. Danach kannst du die Forderung vollstrecken lassen.
Die Fristen auf einen Blick
| Schritt | Frist | Grundlage |
|---|---|---|
| Widerspruch der Marke | zwei Wochen ab Zustellung des Mahnbescheids | § 692 Abs. 1 Nr. 3 ZPO |
| Antrag auf Vollstreckungsbescheid | innerhalb von sechs Monaten ab Zustellung | § 701 ZPO |
| Einspruch gegen den Vollstreckungsbescheid | zwei Wochen ab Zustellung | § 700 und § 339 ZPO |
Trag jede Frist sofort in den Kalender ein, wenn die Zustellungsnachricht kommt.
Rechenbeispiel: Forderung mit Zinsen und Zeitstrahl
Die Zahlen und Daten sind frei gewählt. Studio Nordlicht hat der Marke Velune 4.760 € in Rechnung gestellt, fällig am 15. Juni. Drei Mahnungen bleiben ohne Antwort.
- Antrag auf Mahnbescheid: 15. September
- Zustellung an Velune: 25. September
- Ende der Widerspruchsfrist: 9. Oktober
- spätester Antrag auf Vollstreckungsbescheid: 25. März des Folgejahres
Im Mahnbescheid können neben der Hauptforderung Verzugszinsen und die Pauschale von 40 € geltend gemacht werden, wenn ihre Voraussetzungen vorliegen. Mit dem gesetzlichen Verzugszins zwischen Unternehmen von neun Prozentpunkten über dem Basiszinssatz, seit 1. Juli 2026 also 10,52 % im Jahr, fallen für 92 Tage vom 15. Juli bis 15. Oktober rund 4.760 € × 10,52 % × 92 ÷ 365 = 126,22 € an. Wann der Verzug genau beginnt, prüft deine Kanzlei. Nachrechnen kannst du mit dem Verzugszinsrechner.
Wenn die Marke widerspricht
Dann endet das Mahnverfahren, und die Sache kann auf Antrag an das Gericht abgegeben werden, das im Mahnbescheid genannt ist. Dort geht es als normales Klageverfahren weiter. Die Marke muss dann begründen, warum sie nicht zahlt, und du musst deine Forderung belegen.
Spätestens jetzt brauchst du in der Regel eine Kanzlei. Bereite diese Unterlagen vor:
Mahnbescheid oder zuerst Inkasso?
Beide Wege setzen eine unbestrittene Forderung voraus. Der Unterschied: Ein Inkassobüro fasst außergerichtlich nach und kann eine Ratenzahlung aushandeln. Der Mahnbescheid führt dagegen schnell zu einem Vollstreckungstitel, wenn die Marke nicht widerspricht. Droht die Verjährung, ist der Mahnbescheid meist der sicherere erste Schritt, weil seine Zustellung die Verjährung hemmt. Ist dir an einer gütlichen Lösung gelegen, kann Inkasso vorher sinnvoll sein. Mehr dazu im Ratgeber Inkasso gegen eine Marke.
Marke im Ausland
Für Marken in anderen EU-Ländern ist ein deutscher Mahnbescheid grundsätzlich möglich, wenn die Zustellung in einem EU-Mitgliedstaat erfolgen soll. Daneben gibt es das Europäische Mahnverfahren mit dem Europäischen Zahlungsbefehl. Für Marken außerhalb der EU ist der Weg eingeschränkt. Welcher Weg im Einzelfall passt, klärst du mit einer Kanzlei. Für Marken in Österreich und der Schweiz gelten dort eigene Verfahren.
Typische Fehler
Falsche Bezeichnung der Marke
Ein Mahnbescheid gegen „Velune“ statt gegen die richtige Gesellschaft mit Rechtsform und Anschrift kann scheitern. Prüfe das Impressum und, wenn vorhanden, das Handelsregister.
Bestrittene Forderung ins Mahnverfahren
Wer einen Widerspruch erwartet, verliert mit dem Mahnbescheid nur Zeit.
Frist für den Vollstreckungsbescheid verpassen
Nach sechs Monaten ist der Mahnbescheid wirkungslos. Trag die Frist sofort ein.
Creator nicht einbezogen
Hat der Creator die Rechnung selbst gestellt, ist er Antragsteller, nicht die Agentur. Stimme jeden Schritt mit ihm ab.
So bildet CreatorOffice den Weg bis zum Mahnbescheid ab
CreatorOffice stellt keine Anträge bei Gericht. Es sorgt dafür, dass bis zur letzten Mahnung alles sauber vorbereitet und dokumentiert ist:
- Mahnwesen mit eigener Mahnleiter: Texte, Fristen, Gebühren und Zinsen legst du selbst fest, in jedem Tarif.
- Vorbereitete Mahnungen: tägliche Prüfung auf Fälligkeit, Mahnschreiben als PDF mit Forderungsaufstellung, Versand per Klick.
- Verlauf an der Rechnung: jeder Schritt dokumentiert, nach der letzten Stufe entscheidest du, wie es weitergeht.
- Mahnsperre: etwa wenn eine Ratenzahlung vereinbart ist.
- Mahnung im Auftrag des Creators: mit dem Creator als Gläubiger im Schreiben.
- Kalender: für eigene Termine wie das Ende der Widerspruchsfrist.
Mehr dazu auf der Seite Rechnungen und Mahnwesen für Agenturen. Was in welchem Tarif steckt, steht bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Wie beantrage ich einen Mahnbescheid gegen eine Marke?
Online über online-mahnantrag.de. Du füllst den Antrag aus und reichst ihn beim Mahngericht ein, das für deinen eigenen Sitz zuständig ist. Das Gericht stellt den Mahnbescheid der Marke zu.
Was kostet ein Mahnbescheid?
Die Gerichtsgebühr ist eine halbe Gebühr nach dem Streitwert, mindestens 38 €. Kommen Anwalts- oder Inkassokosten dazu, steigt der Betrag. Ist die Marke im Verzug, kann sie zur Erstattung verpflichtet sein.
Wie lange hat die Marke Zeit für einen Widerspruch?
Zwei Wochen ab Zustellung des Mahnbescheids. Widersprechen kann sie aber, solange der Vollstreckungsbescheid noch nicht verfügt ist.
Was passiert, wenn ich den Vollstreckungsbescheid nicht beantrage?
Stellst du den Antrag nicht innerhalb von sechs Monaten nach Zustellung, verliert der Mahnbescheid seine Wirkung.
Brauche ich für den Mahnbescheid einen Anwalt?
Für den Antrag selbst nicht unbedingt. Widerspricht die Marke oder geht es um hohe Beträge und Auslandsfälle, ist eine Kanzlei sinnvoll.
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