Die Website einer Influencer-Agentur hat zwei Zielgruppen mit unterschiedlichen Fragen. Marken wollen in einer Minute sehen, für welche Nischen die Agentur steht, welche Creator sie vertritt, wie eine Zusammenarbeit abläuft und wie sie eine Anfrage stellen. Creator wollen wissen, ob die Agentur zu ihnen passt, wie sie arbeitet und wie sie sich bewerben können. Dazu kommen Pflichtangaben wie Impressum und Datenschutzerklärung.
Viele Agentur-Websites zeigen schöne Bilder und wenig Inhalt. Die Folge: Marken fragen nicht an, und Creator bewerben sich mit unpassenden Profilen. Dieser Ratgeber zeigt, welche Seiten du brauchst, was auf die Roster-Seite gehört, wie das Anfrageformular aussehen sollte und welche Pflichtangaben gelten. Wie du Marken aktiv ansprichst, steht im Ratgeber Akquise für Influencer-Agenturen.
Welche Seiten braucht die Website einer Influencer-Agentur?
| Seite | Zielgruppe | Inhalt |
|---|---|---|
| Startseite | beide | ein Satz zur Positionierung, Einstieg „Für Marken“ und „Für Creator“ |
| Für Marken | Marken | Leistungen, Ablauf einer Kampagne, Anfrageformular |
| Creator oder Roster | Marken | Creator mit Nische, Plattformen und Link |
| Referenzen | Marken | Kampagnen mit Freigabe der Marke |
| Für Creator | Creator | wie die Agentur arbeitet, was sie erwartet, Bewerbung |
| Über uns | beide | Team mit Gesichtern, Haltung, Kontakt |
| Impressum, Datenschutz | Pflicht | Angaben nach Gesetz |
Für kleine Agenturen reichen Startseite, eine Seite für Marken mit Roster, eine Seite für Creator und die Pflichtseiten. Mehr Seiten lohnen sich erst, wenn du sie pflegen kannst.
Was Marken auf der Website suchen
Positionierung in einem Satz
„Wir vermitteln Creator aus Fitness und Ernährung an Marken im DACH-Raum“ sagt mehr als „Wir verbinden Marken und Menschen“. Wenn deine Agentur eine Nische hat, gehört sie auf die Startseite. Wie du eine Nische findest, beschreibt der Ratgeber Nische für die Influencer-Agentur.
Ablauf einer Zusammenarbeit
Marken, die zum ersten Mal mit Creatorn arbeiten, wollen wissen, was auf sie zukommt. Fünf Schritte reichen: Anfrage, Vorschlag passender Creator, Angebot, Umsetzung mit Freigabe, Bericht und Rechnung.
Referenzen
Zeig Kampagnen nur mit Zustimmung der Marke. Ein Satz zur Aufgabe, was umgesetzt wurde und ein Bild genügen. Nenne keine Beträge.
Anfrage stellen
Das Formular sollte kurz sein und die Fragen stellen, die du für einen Vorschlag brauchst:
- Marke und Ansprechperson
- Produkt oder Thema der Kampagne
- Zeitraum
- Budgetrahmen (als Auswahl, nicht als Pflichtfeld)
- Plattformen
- Freitext für Besonderheiten
Sag dazu, wann die Marke eine Antwort bekommt, etwa „innerhalb von zwei Werktagen“.
Die Roster-Seite: was auf sie gehört
Die Roster-Seite ist für viele Marken der Grund, eine Agentur-Website zu besuchen. Je Creator reichen:
- Name oder Künstlername und ein Bild
- Nische in zwei bis drei Worten
- Plattformen
- Link zum Profil auf der Plattform
Verzichte auf Follower-Zahlen auf der Website. Sie veralten schnell, und du müsstest sie laufend pflegen. Detaillierte Kennzahlen gehören in das Media-Kit, das du auf Anfrage persönlich schickst. Wie ein Media-Kit aufgebaut ist, steht im Ratgeber Media-Kit erstellen.
Ganz wichtig: Jeder Creator muss zustimmen, auf der Website gezeigt zu werden, mit Bild und Namen. Halte die Zustimmung schriftlich fest, etwa im Managementvertrag. Verlässt ein Creator die Agentur, nimmst du ihn sofort von der Seite.
Was Creator auf der Website suchen
Creator, die über ein Management nachdenken, lesen die Website genau. Sie suchen:
- Haltung und Nische: Passt die Agentur zu meinem Content?
- Arbeitsweise: Wer betreut mich, wie oft sprechen wir, wie läuft die Abrechnung?
- Transparenz: Sehe ich, was ich verdiene, und wann wird ausgezahlt?
- Bewerbung: Was soll ich schicken? Wie lange dauert die Antwort?
Konkrete Provisionen musst du nicht auf die Website schreiben. Sätze wie „Du siehst jederzeit, was eine Marke zahlt und was bei dir ankommt“ schaffen aber Vertrauen. Wie offen du gegenüber Creatorn bist, beschreibt der Ratgeber Transparenz gegenüber Creatorn.
Rechenbeispiel: was die Website bringt
Die Zahlen sind frei gewählt. Die Website von Studio Nordlicht hat 1.200 Besuche im Monat.
- Anteil, der das Anfrageformular für Marken absendet: 1,5 %, also 1.200 × 0,015 = 18 Anfragen
- davon passend für das Roster: 30 %, also 18 × 0,3 = 5,4, rund 5 Anfragen
- davon zugesagt: 40 %, also 5 × 0,4 = 2 Kooperationen
- bei 4.000 € Honorar und 20 % Provision: 2 × 800 € = 1.600 € Provision im Monat
Wichtiger als die Zahl der Besuche ist der Anteil passender Anfragen. Eine klare Positionierung auf der Startseite senkt die Zahl unpassender Anfragen und spart dir Zeit beim Sortieren.
Pflichtangaben: Impressum, Datenschutz, Cookies
Kurz eingeordnet für Deutschland, Stand Oktober 2026, ohne Rechtsberatung:
- Impressum: Anbieter digitaler Dienste müssen bestimmte Angaben leicht erkennbar und ständig verfügbar halten, darunter Name und Anschrift, bei juristischen Personen Rechtsform und Vertretungsberechtigte, eine E-Mail-Adresse, gegebenenfalls Handelsregister mit Nummer und Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (§ 5 Digitale-Dienste-Gesetz).
- Datenschutzerklärung: Erhebt die Website personenbezogene Daten, etwa über ein Kontaktformular, müssen Besucher nach der Datenschutz-Grundverordnung informiert werden.
- Cookies und ähnliche Techniken: Das Speichern von Informationen auf dem Endgerät oder der Zugriff darauf braucht eine Einwilligung, es sei denn, es ist für den vom Nutzer gewünschten Dienst unbedingt erforderlich (§ 25 TDDDG).
Welche Angaben deine Agentur konkret braucht, klärst du mit deiner Kanzlei. In Österreich und der Schweiz gelten eigene Regeln. Hinweise zum Impressum für Creator stehen im Ratgeber Impressum für Influencer.
Checkliste für die Agentur-Website
Typische Fehler
Nur Bilder, kein Inhalt
Eine Website ohne Aussage zu Nische, Ablauf und Kontakt erzeugt keine Anfragen.
Follower-Zahlen auf der Roster-Seite
Sie veralten innerhalb von Wochen. Schick Zahlen mit Datum im Media-Kit.
Creator ohne Zustimmung zeigen
Das schafft Ärger, besonders nach einer Trennung. Hol die Zustimmung schriftlich ein.
Langes Anfrageformular
Zwanzig Pflichtfelder schrecken Marken ab. Frag nur, was du für einen Vorschlag brauchst.
Pflichtangaben vergessen
Fehlendes Impressum oder fehlende Datenschutzerklärung kann zu Abmahnungen führen. Lass beides prüfen.
So hilft CreatorOffice hinter der Website
CreatorOffice baut keine Website. Es übernimmt das, was nach einer Anfrage über die Website passiert:
- Anfragen und Angebote: mit Budget, Zeitraum und Stand bis zur Zusage, Angebote als PDF in Fassungen. Ab Tarif Team.
- Media-Kits und Pitch-Listen: als persönlicher, befristeter und widerrufbarer Link statt öffentlich auf der Website. Die Marke öffnet ihn mit ihrer E-Mail-Adresse. Ab Tarif Team.
- Marken mit Ansprechpersonen: in jedem Tarif.
- Creator-Portal unter deinem Namen: mit Logo und Farbe der Agentur, für die Creator, die du aufnimmst. In jedem Tarif.
Mehr dazu auf den Seiten Software für Influencer-Agenturen und CRM für Influencer-Agenturen. Was in welchem Tarif steckt, steht bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Was gehört auf die Website einer Influencer-Agentur?
Eine klare Positionierung, getrennte Einstiege für Marken und Creator, ein Roster, der Ablauf einer Zusammenarbeit, ein kurzes Anfrageformular, ein Bewerbungsweg für Creator sowie Impressum und Datenschutzerklärung.
Sollte eine Agentur ihre Creator auf der Website zeigen?
Ja, wenn die Creator zustimmen. Name, Bild, Nische, Plattformen und ein Link zum Profil reichen. Detaillierte Zahlen gehören ins Media-Kit.
Sollten Preise auf der Agentur-Website stehen?
In der Regel nicht, weil Preise vom Creator, vom Format und von den Nutzungsrechten abhängen. Ein Hinweis auf Budgetspannen im Anfrageformular hilft aber, Anfragen einzuordnen.
Braucht eine Agentur-Website ein Impressum?
In Deutschland müssen Anbieter digitaler Dienste nach § 5 Digitale-Dienste-Gesetz bestimmte Angaben bereithalten. Welche genau, klärst du mit deiner Kanzlei.
Wie bekommt die Agentur mehr passende Anfragen über die Website?
Mit einer klaren Nische auf der Startseite, einem kurzen Formular mit Budgetspanne und einer schnellen Antwort. Unpassende Anfragen sinken, wenn die Positionierung eindeutig ist.
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