Eine Vertragsvorlage in der Agentur ist ein geprüfter Vertragstext, in den du für jede Kooperation nur noch die variablen Angaben einsetzt: Marke, Creator, Leistungen, Honorar, Termine, Nutzungsrechte. Damit das funktioniert, braucht die Vorlage drei Dinge: feste Klauseln, die deine Kanzlei geprüft hat, Platzhalter für alles, was sich ändert, und eine Fassungsnummer, damit du weißt, welche Version in welchem Vertrag steckt.
In vielen Agenturen ist die „Vorlage“ in Wahrheit der letzte Vertrag, der gerade gut lief. Er wird kopiert, angepasst und weitergeschickt, und mit jeder Kopie wandern alte Namen, falsche Beträge und überholte Klauseln mit. Hier erfährst du, welche Vorlagen eine Agentur braucht, wie du sie aufbaust, wie du Fassungen führst und wie du mit Verträgen umgehst, die die Marke selbst schickt.
Welche Vertragsvorlagen braucht eine Agentur?
Welche Vorlagen du brauchst, hängt von deinem Abrechnungsmodell und deinen Märkten ab. Diese Übersicht deckt die typischen Fälle ab:
| Vorlage | Zwischen | Wofür |
|---|---|---|
| Kooperationsvertrag, Vermittlung | Marke und Creator | Die Agentur verhandelt, der Creator ist Vertragspartner. |
| Kooperationsvertrag, eigenes Geschäft | Marke und Agentur | Die Agentur ist Vertragspartnerin der Marke. |
| Produktionsvertrag | Agentur und Creator | Gegenstück zum Vertrag im eigenen Namen, mit denselben Pflichten. |
| Managementvertrag | Agentur und Creator | Vertretung, Provision, Auszahlung, Laufzeit. |
| Geheimhaltungsvereinbarung | Agentur und Marke oder Creator | vor dem Austausch vertraulicher Informationen |
| Verlängerung der Nutzungsrechte | Marke und Creator oder Agentur | wenn die Marke Content länger nutzen will |
| englische Fassung | wie oben | für Marken außerhalb des deutschen Sprachraums |
Für Agenturen in Österreich oder der Schweiz kommen eigene Fassungen mit dem jeweiligen Recht und Gerichtsstand dazu. Was in einen Vertrag nach Schweizer Recht gehört, zeigt der Ratgeber Kooperationsvertrag nach Schweizer Recht. Ein Muster für den Kooperationsvertrag findest du im Ratgeber Mustervertrag für Influencer-Kooperationen, für den Managementvertrag im Ratgeber Managementvertrag für Creator.
Aufbau einer guten Vertragsvorlage
Feste Klauseln
Alles, was in jedem Vertrag gleich ist: Vertragsparteien und ihre Rollen, Rechte und Pflichten, Kennzeichnung, Haftung, Kündigung, Recht und Gerichtsstand. Diese Teile prüft die Kanzlei einmal, danach ändert sie niemand ohne Freigabe.
Bausteine
Klauseln, die nur manchmal gebraucht werden, etwa Exklusivität, Bezahlte Werbung über den Account des Creators, Event-Auftritt, Reisekosten, Vertragsstrafe. Lege für jeden Baustein eine geprüfte Fassung an und wähle ihn je Kooperation aus, statt ihn jedes Mal neu zu formulieren.
Platzhalter
Alles, was sich je Kooperation ändert. Gute Platzhalter sind eindeutig benannt, damit niemand rät, was hineingehört:
| Platzhalter | Beispiel |
|---|---|
| [Marke] | Lumen Skincare GmbH, Musterstraße 1, 20095 Hamburg |
| [Creator] | Mara Linden |
| [Leistungen] | 1 Reel, 3 Stories |
| [Posting-Termine] | 14. November 2026 |
| [Honorar] | 6.000 € netto |
| [Zahlungsziel] | 30 Tage nach Rechnungseingang |
| [Nutzungsrechte] | 6 Monate, organisch, Deutschland |
| [Exklusivität] | Gesichtspflege, 30 Tage ab Posting |
Die Angaben sind frei gewählt. Wichtig ist, dass jeder Platzhalter vor dem Versand gefüllt ist. Ein stehengebliebenes „[Honorar]“ im unterschriebenen Vertrag ist peinlich, ein falsch kopierter Betrag aus dem letzten Vertrag teuer.
Fassungen führen: wer hat was wann geändert?
Vorlagen ändern sich: Die Kanzlei schärft eine Klausel nach, eine Marke hat ein Problem aufgedeckt, ein neues Land kommt dazu. Damit du später weißt, was in einem Vertrag stand, brauchst du ein einfaches Fassungsprotokoll:
| Fassung | Datum | Änderung | Freigabe |
|---|---|---|---|
| 1.0 | 15.01.2026 | erste Fassung | Kanzlei |
| 1.1 | 03.04.2026 | Obergrenze bei der Vertragsstrafe ergänzt | Kanzlei |
| 1.2 | 20.09.2026 | Baustein Reisekosten neu | Geschäftsführung, Kanzlei |
Drei Regeln dazu:
- Nur eine gültige Fassung. Alte Fassungen werden archiviert, nicht gelöscht, aber für neue Verträge nicht mehr verwendet.
- Laufende Verträge bleiben, wie sie sind. Eine neue Fassung gilt für neue Verträge. Bestehende ändern sich nur durch eine Vereinbarung.
- Die Fassung steht im Vertrag. Eine kleine Zeile in der Fußzeile, etwa „Vorlage KV 1.2“, reicht.
Wie du solche Abläufe für das Team festhältst, zeigt der Ratgeber Prozesse in der Agentur dokumentieren.
Vorlagen und das Recht der Allgemeinen Geschäftsbedingungen
Nach § 305 Absatz 1 BGB sind Allgemeine Geschäftsbedingungen alle für eine Vielzahl von Verträgen vorformulierten Vertragsbedingungen. Eine Vorlage, die du für viele Kooperationen nutzt, fällt schnell darunter. Klauseln, die im Einzelnen ausgehandelt wurden, gelten dagegen nicht als Allgemeine Geschäftsbedingungen.
Für die Agentur heißt das: Klauseln in der Vorlage müssen einer Inhaltskontrolle standhalten, auch gegenüber Creatorn, die als Unternehmer abrechnen. Wo die Grenzen liegen, beurteilt deine Kanzlei. Je mehr Verträge auf einer Vorlage beruhen, desto mehr lohnt sich diese Prüfung.
Wenn die Marke ihren eigenen Vertrag schickt
Große Marken arbeiten oft mit eigenen Verträgen. Dann nutzt deine Vorlage trotzdem: als Maßstab. Lege fest, welche Mindeststandards jeder Vertrag erfüllen muss, und gleiche den Vertrag der Marke damit ab:
Was du tun kannst, wenn eine Vertragsstrafe zu hoch ist, erklärt der Artikel Vertragsstrafe im Influencer-Vertrag. Weitere Klauseln stehen im Ratgeber Kooperationsvertrag für Influencer.
Rechenbeispiel: wie viel Prüfung fällt an?
Die Zahlen sind frei gewählt. Studio Nordlicht schließt im Quartal 30 Kooperationsverträge. 24 laufen über die eigene, geprüfte Vorlage, 6 über Verträge der Marken. Von den 24 Vorlagenverträgen haben 20 % individuelle Änderungen, also 24 × 0,2 = 4,8, rund 5 Verträge.
Zur Prüfung durch die Kanzlei gehen damit 6 + 5 = 11 von 30 Verträgen statt aller 30. Ohne geprüfte Vorlage müsste jeder Vertrag einzeln angesehen werden, oder es wird gar nicht geprüft.
Typische Fehler bei Vertragsvorlagen
Die Vorlage ist der letzte Vertrag
Wer kopiert, kopiert Fehler mit. Leg eine echte Vorlage mit Platzhaltern an.
Mehrere Fassungen im Umlauf
Jeder im Team hat seine eigene Version auf dem Rechner. Halte eine gültige Fassung an einem gemeinsamen Ort.
Bausteine werden frei formuliert
Die Exklusivität klingt in jedem Vertrag anders. Nutze geprüfte Bausteine.
Änderungen ohne Kanzlei
Eine schnell eingefügte Klausel kann den ganzen Vertrag kippen. Änderungen an festen Klauseln gehen über die Kanzlei.
Platzhalter werden nicht geprüft
Ein Vertrag mit dem Namen des letzten Creators geht raus. Prüfe Pflichtfelder vor dem Versand.
Checkliste für deine Vertragsvorlagen
So bildet CreatorOffice Vertragsvorlagen ab
CreatorOffice ist ein Backoffice im Browser für Talent-Managements und Influencer-Agenturen. Verträge hängen an der Kooperation, und die Angaben kommen aus ihr. Belegt sind diese Funktionen:
- Vertragsvorlagen und Vertragsbaukasten: Vorlagen mit Platzhaltern, Versand per Link und Beweiskette, von der Erstellung bis zum finalen PDF.
- Angaben aus der Kooperation: Creator, Marke und Konditionen setzt CreatorOffice ein. Vor dem Versand prüft das System, ob Angaben fehlen.
- Nutzungsrechte im Vertrag: Dauer, Art der Nutzung, einfach oder ausschließlich und Gebiet je Beitrag landen automatisch im Vertrag.
- Mustervorlagen: 12 Mustervorlagen für Deutschland, Österreich und die Schweiz, Recht und Gerichtsstand aus deinen Firmenangaben. Die Muster sind unverbindliche Beispiele, die du vor dem Einsatz anpasst.
- Verträge der Marke: Schickt die Marke einen eigenen Vertrag, lädst du ihr PDF hoch und lässt es genauso unterschreiben.
- Grenzen je Tarif: Solo 8, Team 40, Agentur unbegrenzt Verträge im Monat.
Mehr dazu auf der Seite Influencer-Kooperationen verwalten, die Tarife findest du bei den Tarifen.
Häufige Fragen
Was gehört in eine Vertragsvorlage für eine Agentur?
Feste Klauseln, die für jeden Vertrag gelten, wählbare Bausteine für Sonderfälle wie Exklusivität oder Reisekosten und Platzhalter für Marke, Creator, Leistungen, Honorar, Termine und Nutzungsrechte. Dazu eine Fassungsnummer.
Wie oft sollte ich meine Vorlagen überarbeiten?
Wenn sich Recht, Geschäftsmodell oder typische Probleme ändern, und mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle. Jede Änderung bekommt eine neue Fassungsnummer und gilt für neue Verträge.
Sind meine Vertragsvorlagen Allgemeine Geschäftsbedingungen?
Vorformulierte Bedingungen für eine Vielzahl von Verträgen sind nach § 305 BGB Allgemeine Geschäftsbedingungen, einzeln ausgehandelte Klauseln nicht. Was das für deine Vorlagen bedeutet, klärst du mit deiner Kanzlei.
Was mache ich, wenn die Marke ihren eigenen Vertrag schickt?
Gleiche ihn mit deinen Mindeststandards ab: Leistungen, Zahlungsziel, Nutzungsrechte, Exklusivität, Vertragsstrafen, Korrekturschleifen, Kündigung, Gerichtsstand. Abweichungen verhandelst du oder lässt sie prüfen.
Brauche ich eine englische Vertragsvorlage?
Wenn du mit Marken außerhalb des deutschen Sprachraums arbeitest, ja. Lass die englische Fassung ebenfalls prüfen und halte fest, welche Sprache im Zweifel gilt.
Kann ich in CreatorOffice eigene Vertragsvorlagen nutzen?
Ja. Du wählst deine eigene Vorlage, CreatorOffice setzt Creator, Marke und Konditionen aus der Kooperation ein und prüft vor dem Versand, ob Angaben fehlen. Dazu gibt es 12 Mustervorlagen für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
CreatorOffice kostenlos testen
Wenn deine Verträge heute aus Kopien entstehen, probiere aus, wie es wirkt, wenn die Angaben aus der Kooperation kommen und fehlende Felder vor dem Versand auffallen. Teste CreatorOffice 14 Tage kostenlos im Tarif deiner Wahl.

